Türkische Presse Europa

13. und 14.12.2009 – Minarettverbot, Thilo Sarrazin, Integration

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen räumen Thilo Sarrazins jüngsten Äußerungen Raum ein. Außerdem wird das schweizer Minarettverbot Thematisiert. Weitere Themen rund um Türken und Integration rund den die Presseschau ab.

Dienstag, 15.12.2009, 8:09 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:29 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

13.12.2009

Erlaubnis für Beisetzung ohne Sarg
Garbsens – nahe Hannover – Bürgermeister und der Stadtrat hätten sein „Ja“ zur Beisetzung ohne Sarg gegeben. Die Freude unter den Muslimen sei groß, so die TÜRKIYE. Die Erlaubnis werde ab dem Neujahr praktiziert. Zwar habe die Beisetzung mit Sarg hygienische Gründe, doch habe die Stadt die religiösen Eigenheiten der dort lebenden Muslime zu berücksichtigen.

Anerkennung ausländischer Qualifikationen
In großen Lettern bringt die TÜRKIYE kritische Stimmen zur geplanten Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Das Eckpunktepapier zum Thema und Erklärungen aus Regierungskreisen habe verwirrt. Zwar habe man sich über diesen Schritt gefreut, doch müssten die Pläne alle Migranten umfassen. Linkspolitikerin Sevim Dagdelen habe bemängelt, dass die Neuregelung nur Migranten umfasse, die nicht länger als zehn Jahre im Bundesgebiet leben.

Sei endlich still, Sarazin!
Irgendwer habe wieder auf den Knopf von Sarrazin gedrückt und dieser habe erneut unnötige und abwegige Erklärungen von sich gegeben, heißt es in der TÜRKIYE. Diesmal habe er sich Schüler vorgenommen und Kopftuchverbot sowie Deutschpflicht in Schulen gefordert.

Die MILLIYET wettert ähnlich gegen Sarrazin und sieht in seinen Erklärungen ein neues Streitthema.

„Sarrazin hat wieder geredet“ heißt die Schlagzeile in der SABAH. Sarrazin habe der Zeitung zufolge mehr Integrationsdruck auf Migranten gefordert und in seinem jüngsten Vorstoß sich ausländische Schüler als Ziel genommen.

Beck: Wir werden Migranten weiterhin unterstützen
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) habe in einem Gespräch mit türkischstämmigen Politikern gesagt, dass sie alle Migranten, die den gesellschaftlichen Frieden nicht gefährden aufenthaltsrechtlich unterstützen werden. Gemeinsam mit dem türkischen Konsulat in Mainz würde man kooperieren und türkische Jugendliche unterstützen, um ihnen Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu vermitteln. Hierüber berichtet die TÜRKIYE.

Holland antwortet der Schweiz mit zwei Minaretten
Unter dieser Schlagzeile berichtet die TÜRKIYE über eine Moschee in den Niederlanden mit zwei Minaretten. Die Moschee befinde sich in Amsterdam und sei die Antwort auf den Schweizer Volksentscheid. Auch die HÜRRIYET räumt dieser Moschee Raum ein und berichtet unter der Schlagzeile „Antwort mit Minarette“ über die Eröffnungsfeier.

Schweizer Minarettverbot
Die schweizer Außenministerin Micheline Calm-Rey habe einer Meldung der SABAH zufolge gesagt, dass der Volksentscheid nicht gegen den Islam gewesen sei. Daher gebe es für die schweizer Regierung auch kein Anlass, sich für irgendetwas zu entschuldigen.

Ministerium für Auslandstürken unterschriftsreif
Die SABAH berichtet über den letzten Stand um das neue Ministerium für die Auslandstürken, den die Regierung Erdogan schaffen will. Die Vorarbeiten so weit vorangeschritten, dass es unterschriftsreif sei. Das Ministerium werde sich vor allem um die Belange und Probleme der Auslandstürken kümmern.

„Jeder Dritte hat Angst vor dem Islam“
titelt die MILLIYET und beruft sich auf die Umfrageergebnisse des DIMAP-Instituts, die im Auftrag der ARD erstellt wurde. 75 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass sie Angst vor der Verbreitung des Islams hätten.

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