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Hessischer Kulturpreis

Grüne erwarten Entschuldigung von Koch bei Kermani

Heute wird der Hessische Kulturpreis für die interreligiöse Kooperation und die Schaffung einer 'Kultur des Respekts' von Roland Koch unter anderen an Navid Kermani verliehen. „Diese Preisverleihung ist ohne eine ehrliche Entschuldigung von Koch bei Kermani schlicht nicht vorstellbar", so die Grünen im hessischen Landtag.

Donnerstag, 26.11.2009, 8:09 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 23.08.2010, 7:01 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Ministerpräsident Koch habe, so die Grünen, als Vorsitzender des Kuratoriums die Aberkennung des Preises an Kermani vermutlich selbst betrieben, mindestens aber habe er sie unterstützt. Die Grünen seien froh, dass sich die Preisträger inzwischen in einem Gespräch ausgesprochen hätten und der Preis nun an die Vertreter der vier Religionen verliehen werden könne.

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Hintergrund: Die Diskussionen um den Hessischen Kulturpreis entflammten, nach dem die beiden christlichen Preisträger sich weigerten, den Preis zusammen mit Kermani anzunehmen. So wurde dem muslimischen Preisträger der Preis auf Druck der christlichen Kandidaten aberkannt. Roland Koch, Hessischer Ministerpräsident und Vorsitzender des Kuratoriums, erntete dafür breite Kritik, dass er den Preis des Landes nach dem Willen der beiden christlichen Vertreter, Karl Kardinal Lehmann und der frühere Kirchenpräsident der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Peter Steinacker, vergibt. (Wir berichteten hier, hier und hier)

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„Dennoch stehen der Vorwurf der Ungleichbehandlung von Religionen seitens des Kuratoriums und der unwürdige Umgang mit Navid Kermani seitens der Staatskanzlei im Raum. Um die ‚Staatsposse‘ (Bundestagspräsident Norbert Lammert) rund um die Verleihung des diesjährigen Hessischen Kulturpreises nun doch noch zu einem ehrwürdigen Abschluss zu bringen, ist eine öffentliche Entschuldigung von Koch dringend erforderlich“, so die kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Hessischen Landtag, Sarah Sorge.

Roland Koch sei politisch verantwortlich. Daher hoffe die Grünen-Politikern sehr, dass der hessische Ministerpräsident dieser Verantwortung heute bei der Preisverleihung auch gerecht werde. Sorge weiter: „Ich erwarte, dass der Ministerpräsident jetzt endlich die Größe hat, sich für die entstandenen Verletzungen zu entschuldigen, und den CDU-Parteipolitiker, der nur seine Kernklientel um Fulda und Limburg vor Augen hat, zu Hause lässt.“

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