Türkische Presse Europa

18.11.2009 – Pflegekinder, Islam, Lüders

Die Europaausgaben der türkischen Zeitungen räumen der Pflegeelternschaft breiten Raum ein. Die ZAMAN veröffentlicht dazu ein Interview mit der Vorsitzenden der Kinderkommission des Deutschen Bundestages. Weitere Themen sind die Anerkennung ausländischer Abschlüsse, der Islam in Deutschland, die Neubenennung von Christine Lüders als Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, u.v.m.

Donnerstag, 19.11.2009, 8:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:21 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Türkische Pflegekinder
Die Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages, Ekin Deligöz (Grüne), empfiehlt den türkischstämmigen Bürgern in Deutschland Pflegekinder aufzunehmen. In einem Interview mit der ZAMAN sagte Deligöz, dass sich noch sehr wenige türkische Familien für ein Pflegekind entscheiden. Das sei bedauernswert. Deligöz rief die islamischen Religionsgemeinschaften ferner auf, sich für Frauenrechte stark zu machen und ihre Tätigkeitsfelder auszubauen. Die Grünen-Politikerin macht zudem deutlich, dass sie kein Kopftuchverbot fordert. Sie habe sich vor drei Jahren lediglich gegen den Zwang geäußert.

Die SABAH, HÜRRIYET und MILLIYET berichten außerdem, dass sich das türkische Außenministerium mit dem Thema „Türkische Pflegekinder“ befasst. Die deutschen Behörden hätten auf Anfrage mitgeteilt, dass die Zahl der türkischen Pflegekinder nicht erfasst wird. Einzig in Bayern und Berlin werde die Statistik nach der Staatsangehörigkeit differenziert. Im vergangenen Jahr seien demnach in Bayern 40 und in Berlin 93 türkische Kinder bei Pflegeeltern untergebracht worden. In einem Bericht des Ministeriums werde unter anderem bemängelt, dass es zu wenige türkische Pflegeeltern gibt.

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Christine Lüders ist neue Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Die HÜRRIYET berichtet, dass das Bundeskabinett Frau Christine Lüders als neue Leiterin der Antidiskriminierungsstelle (ADS) ernannt hat. Christine Lüders sei unter anderem als Vorstandsreferentin und Abteilungsleiterin bei Lufthansa tätig. Später leitete sie das Referat Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration in Nordrhein-Westfalen. Zuletzt war die 56-Jährige Referatsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit und Beauftragte für Stiftungen im Kultusministerium in Hessen.

Ausbildungstag in der Moschee
In der DITIB-Zentralmoschee in Duisburg-Marxloh fiel der Startschuss für das Projekt „Kolay Gelsin! – Ausbildungstag in der Moschee, die Chance auf (d)einen Arbeitsplatz“, ist in der ZAMAN zu lesen. „Ausbildungsabschlüsse sind bei allen Zugewanderten der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration“, sagte Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration in NRW in seiner Eröffnungsrede. Die Akademie Klausenhof und das Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung imap bieten zukünftig gemeinsam mit örtlichen Moscheevereinen jeweils nach dem Freitagsgebet Informationsnachmittage rund um das Thema Ausbildung an.

Die HÜRRIYET berichtet, dass der Pressesprecher der Moschee wegen Veruntreuungsvorwürfen abgesetzt wurde. Daraufhin habe der Vorsitzende der Gemeinde aus Protest sein Amt niedergelegt. Der Pressesprecher wies die Vorwürfe zurück.

Anerkennung ausländischer Abschlüsse
Der Integrationsrat in München hat das Kommunalwahlrecht für Ausländer und die Anerkennung ausländischer Hochschul- und Ausbildungsabschlüsse gefordert. Der Rat hat zudem beschlossen die Unterschriftenkampagne sowie den Gesetzesentwurf zur Änderung des Gemeinde- und Landkreiswahlgesetzes der bayerischen SPD zu unterstützen. (HÜRRIYET, MILLIYET, SABAH, ZAMAN)

De Maiziere: „Der Islam ist in Deutschland Willkommen“
Der neue Innenminister Thomas De Maiziere habe erklärt, dass die Förderung der Integration in der nächsten Legislaturperiode weiterhin ein wichtiges Anliegen der Regierung sei, berichten HÜRRIYET und SABAH. Es sei Aufgabe des Staates, die Partizipation der Migration sowie die Chancengleichheit zu gewährleisten und Diskriminierungen zu unterbinden. Ziel sei das Zusammenleben in Respekt und Sicherheit, so De Maiziere. Der Innenminister sprach sich ferner für die Fortführung der Deutschen Islam Konferenz aus. Der Islam sei in Deutschland willkommen.

Der Innenminister plane zudem die Zahl der Polizisten mit Migrantionshintergrund zu erhöhen. Dafür werde in Kürze eine Kampagne gestartet. Die ZAMAN berichtet, dass in Hamburg kürzlich 13 Polizeibeamte mit Migrationshintergrund, darunter zwei Türken, den Dienst angetreten sind.

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