Heinz Buschkowsky

Migranteneltern verhindern Integration ihrer Kinder

Für dem Bürgermeister des Berliner Stadtteils Neukölln, Heinz Buschkowsky, verhindern Eltern mit Migrationshintergrund aus bildungsfernen Schichten durch tradierte Erziehungsmuster die Integration ihrer Kinder - Lösung sei die Kürzung des Kindergeldes bei Schulschwänzern. Mitverantwortlich für die Situation sei das Sozialsystem.

Mittwoch, 21.10.2009, 8:11 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 15:53 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Neukölln als „problematischsten Bezirk Berlins“ möchte der Bürgermeister Heinz Buschkowsky nicht bezeichnen. Allerdings werde es zu Recht als „sozialer Brennpunkt“ bezeichnet weil „der Anteil der Migranten an der Bevölkerung“ dort bereits bei „55 Prozent“ liege und der überwiegende Teil davon „den bildungsfernen Schichten der Herkunftsländer“ entstamme.

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„Die Familien kommen aus Kulturkreisen mit einem Werte- und Sozialisationsgerüst, das von unseren mitteleuropäischen Zivilisationsnormen weit entfernt ist. Der Überlebenskampf, spartanische Existenzgrundlagen, Familienriten, Geschlechterrollen, Gewalt als Herrschafts- und Kommunikationsform haben sie in ihren Herkunftsländern geprägt. Und hier versuchen sie nun, ihr bisheriges Leben hinter verschlossenen Türen zu konservieren. Sie sind nie wirklich angekommen und, was viel schlimmer ist, durch die tradierten Erziehungsmuster verhindern sie die Integration ihrer Kinder“, so Buschkoswsky.

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Die Schule hingegen könne nur auf den Fundamenten des Elternhauses aufbauen und die Eltern müssten die Arbeit der Schule zumindest motivierend unterstützen. Dort, wo das Elternhaus der Schulbildung gleichgültig bis ablehnend gegenüberstehe, werde es auch für die Lehrer sehr schwer. Die Schulpflicht werde häufig nur als unverbindliche Empfehlung betrachtet. Der Bürgermeister weiter: „Ich sage da immer: Kommt das Kind nicht in die Schule, kommt das Kindergeld nicht auf das Konto. Die Leute müssen verstehen lernen, dass staatliche Leistungen auch mit der Erwartung einer Gegenleistung verbunden sind.“ Die Kürzung des Kindergeldes versteht Buschkowsky als „Motivationshilfe“. Man müsse „da ansetzen, wo es weh tut, am Geldbeutel.“

Mitverantwortlich zeichnet der Berliner Bürgermeister das Sozialsystem. Hartz IV sei als alleinige Lebensgrundlage adaptiert, denn es garantiere einen Lebensstandard weit über dem des Herkunftslandes. Buschkowsky weiter: „Und damit sind viele auch zufrieden.“ In Neukölln-Nord würden je nach Wohngebiet zwei Drittel bis drei Viertel aller Kinder Hartz IV beziehen. Es gebe Schulen, in denen 90 Prozent der Eltern von der Zuzahlung bei den Lernmitteln befreit seien. „Das heißt, in einer solchen Schule geht so gut wie kein Elternteil mehr arbeiten. Erwerbsleben spielt im Alltag zu Hause überhaupt keine Rolle, es ist weder Vorbild noch Motivation. Es findet in der Sozialisation der Kinder einfach nicht statt“, so Buschkowsky in einem Interview mit der Berliner Morgenpost.

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  1. elimu sagt:

    Ach so ein Mist! Bei Kindern sind es die Eltern schuld. Und bei Erwachsenen????

    Mein Mann ist seit einem Jahr hier und hat Deutsch-; Integrations-Kurse besucht und erfolgreich abgeschlossen. Er ist Baumaschinenführer von Beruf und ist zur Zeit auf der Suche nach Arbeit. Erst gestern wurde mir wieder angeraten, dass er bei „Landsleuten“ anfangen soll zu arbeiten, da ja die Sprache ein Hindernis auf dem Bau wäre….Kein einziger Arbeitgeber würde sich ja die Mühe machen etwas langsamer zu reden!

    Ach ja toll! Und was ist denn jetzt mit den Integrationswilligen Ausländern, die nicht mitintegriert werden?
    Es wird einem klipp und klar gesagt, dass man sich einen Arbeitgeber aussuchen soll, der die eigene Srpache beherrscht!

    So und was passiert danach?? das frage ich euch… Mein Mann wird NIE richtig Deutsch lernen! Allein Integrationskurse reichen da nicht aus! Der Alltag muss da auch mal mitspielen! Er langweilt sich zu tode und will endlich anfangen zu arbeiten! Was für Arbeitsplätze haben wir denn eigentlich?

    • Johanna sagt:

      Der Artikel betrifft Ihren Mann gar nicht.

      Hier geht es um bildungsferne Schichten, die nicht wollen, dass ihre Kinder europäisch erzogen werden.

  2. municipal sagt:

    @ elimu

    „Ach so ein Mist! Bei Kindern sind es die Eltern schuld.“ Oft (zu oft) leider ja.

    „Und bei Erwachsenen????“ Oft (zu oft) leider deren Eltern,denn es geht um Menschen, die bereits in der 3. oder 4. Generation hier leben.

    Das Ihr Mann „Deutsch-; Integrations-Kurse besucht und erfolgreich abgeschlossen“ hat, ist der richtige Weg, auf der Suche nach Arbeit ist er zur Zeit wohl nicht der Einzige.

    WER rät Ihnen „bei “Landsleuten” anfangen soll zu arbeiten“? Freunde? Die AfA ? Wenn er zur Zeit auf Arbeitssuche ist, sollte er sich ÜBERALL bewerben (wie jeder andere hier lebende Arbeitslose auch), AUCh bei „Landsleuten“.

    Das „kein einziger Arbeitgeber sich ja die Mühe machen würde, etwas langsamer zu reden“ ist zunächst einmal eine Unterstellung, sicher aber bei dem derzeitigen Überangebot an Arbeitskräften möglich. Man nimmt DEN, der die besten Voraussetzungen mitbringt.

    „Mein Mann wird NIE richtig Deutsch lernen! Allein Integrationskurse reichen da nicht aus! Der Alltag muss da auch mal mitspielen!“

    Die Verbesserung der Deutschkenntnisse wird/soll das TÄGLICHE LEBEN in Deutschland mit sich bringen,wenn man sich nicht abschottet, und „unter die Leute geht“. Und wie wäre es, die Zeit bis zur Arbeitsaufnahme dafür zu verwenden, angebotene Fortbildungsmöglichkeiten (VHS) zu nutzen?

    Abwarten und „sich langweilen“ ist nicht zielführend in der deutschen Leistungsgesellschaft mit ihrem immer schwieriger werdenden Arbeitsmarkt. Aber DAS ist eigentlich auf der ganzen Welt mittlerweile nicht anders.

    Aber (die Frage sei erlaubt) WAS haben diese (sicherlich für Ihre Familie wichtigen) Probleme mit den Aussagen von Herrn Buschkowski

    „Für dem Bürgermeister des Berliner Stadtteils Neukölln, Heinz Buschkowsky, verhindern Eltern mit Migrationshintergrund aus bildungsfernen Schichten durch tradierte Erziehungsmuster die Integration ihrer Kinder.“

    zu tun ???

    • elimu sagt:

      „WER rät Ihnen “bei “Landsleuten” anfangen soll zu arbeiten”? Freunde? Die AfA ? Wenn er zur Zeit auf Arbeitssuche ist, sollte er sich ÜBERALL bewerben (wie jeder andere hier lebende Arbeitslose auch), AUCh bei “Landsleuten”.“

      Die Arge.. diverse Personalvermittlungen, Zeitarbeitsfirmen! einfach alle. Mein Mann bewirbt sich ÜBERALL, da sollten Sie sich keine sorgen machen ;) Die „Landsleute“ sind natürlich zugänglicher, aber ich finde, dass mein Mann bei einer deutschen Firma mehr Chancen hätte besser Deutsch zu lernen. Der Gedanke ist ja nicht falsch…
      Wenn mein Mann nichts abbekommt, dann arbeitet er halt bei Landsleuten.. Auch egal. Dann braucht er halt länger um Deutsch zu lernen. Gestern hatte ich nur einen Wutanfall; entschuldigen Sie bitte :) Ich habe so lange mit Firmen und Anlaufstellen telefoniert, die immer wieder dasselbe gebrabbelt haben, dass ich einfach nur explodiert bin.

  3. TU sagt:

    Auch ich bin Vater von zwei Kindern und ich habe ein Migrationshintergrund. Mein sohn wird nächstes Jahr anfangen sein Abitur zu absolvieren. Meine Tochter (drei Jahre Jünger) ist auf der Realschule (nicht Sonder-, oder Hauptschule). Das Problem das wir im Moment haben ist nicht, dass meine Kinder die Schule schwänzen sondern, dass sie tortz hohe berufliche Qualifikation ihres Vaters in ein Hartz4-Familie leben müssen. Das liegt aber eher daran, dass die Chefs aus Wirtschaft und Verwaltung (wenn es um Personaleinstellung geht) stark zwischen Patriotismus und Nationalismus pendeln ganz abgesehen von der Uneinsichtigkeit der Gesellschaft zu der Sie gehören wenn es um richtige Integration (Partizipation in allen Lebensbereichen ) geht. So sieht der Alltag eines Migranten aus der sich integriert hat und mich wundert es, dass die Kinder sich bei diesen Verhältnissen überhaupt motivieren können. All die Politiker und andere Gesellschaftsteile möchte ich hiermit auffordern öffentlich zu erläutern was dieser unter gelungener Integration verstehen. Wenn selbst Akademiker mit Migrationshintergrund die hierzulande geboren, zur Schule gegangen und ihre berufliche Qulifikation erworben haben Probleme bekommen in diesem Lande einen menschenwürdiges Leben zu führen, so habe ich den Verdacht, dass seitens der aufnahmeunwillige Gesellschaft nicht Integration sondern Assimilation (ein Menschenrechtsverletzung) gewünscht wird was aber von den nicht laut gesagt wird.

    MfG

    • noname sagt:

      „Wenn selbst Akademiker mit Migrationshintergrund die hierzulande geboren, zur Schule gegangen und ihre berufliche Qulifikation erworben haben Probleme bekommen in diesem Lande einen menschenwürdiges Leben zu führen, so habe ich den Verdacht, dass seitens der aufnahmeunwillige Gesellschaft nicht Integration sondern Assimilation (ein Menschenrechtsverletzung) gewünscht wird was aber von den nicht laut gesagt wird.“

      Selbst Akademiker OHNE Migrationshintergrund die hierzulande geboren, zur Schule gegangen und ihre berufliche Qulifikation erworben haben, haben Probleme in diesem Lande, ein menschenwürdiges Leben zu führen.Die goldenen Zeiten sind vorbei.

    • municipal sagt:

      @TU

      „Wenn selbst Akademiker mit Migrationshintergrund die hierzulande geboren, zur Schule gegangen und ihre berufliche Qulifikation erworben haben Probleme bekommen in diesem Lande einen menschenwürdiges Leben zu führen…..“

      wer sagt Ihnen, das nicht die sog. Deutschstämmigen zur Zeit ähnliche Probleme haben, Arbeit zu finden?

      Und Assimilation ist nicht per se eine Menschenrechtsverletzung (z.B. wenn sie freiwillig erfolgt, über die Jahre, aus eigenem Antrieb, JA, Sowas gibt es !), sondern nur in den Augen eines Herrn Erdogan, der „seine Türken“ nicht in die andere Gesellschaft freigeben möchte, und dazu religiöse und nationalistische Töne benutzt.

      • Non-EU-Alien sagt:

        Assimilation ist immer mit Identitätsverlust verbunden, welches eine neue Identitätsaufnahme voraussetzt. Sie ist keine Verletzung von Menschenrechten, wenn sie freiwillig erfolgt. Dies geschieht aber meistens über mehrere Generationen hinweg. Und davon bin ich auch kein Feind, ganz im Gegenteil, aber man muss den Leuten diese Zeit auch lassen! Manchmal geht es schneller, manchmal dauert es auch länger. Es kommt vielleicht auch auf die aufnehmende Gesellschaft an (das werden die deutschstämmigen vielleicht nicht mögen, aber es ist so), wenn man sich anguckt wie schnell sich Leute in Canada und den USA integrieren und in zweiter Generation schon assimiliert sind und dies mit Deutschland (und anderen europäischen Ländern) vergleicht), wo dieser Prozess um einige Generationen länger dauert. Warum?

        In Deutschland habe ich das Gefühl, dass in letzter Zeit oft Integration gefordert wird, aber eigentlich Assimilation gemeint ist. Und das ist nicht in Ordnung und auf keinen Fall dasselbe. Allein die Entscheidung bei Ausländern aus Drittstaaten „entweder – oder“ ist eine aufgezwungene Asimilation, die bestimmt nicht zur Integration führt (wenn dies mal für alle Ausländer gelten würde und irgendwelche „herkunftsbedingten Selektionskriterien“ –> dieser Ausdruck macht mir schon fast Angst!). Des weiteren, Einbürgerung als die Krönung gelungener Integration zu sehen ist in meinen Augen nur ein unreales rhetorisches Wortspiel, welches von Politikern kommt, die die Realität auf der Straße nicht kennen, sondern sich in bayrischen Stammkneipen mit solchen Parolen feiern lassen. Prost!

      • Mehmet sagt:

        „Und Assimilation ist nicht per se eine Menschenrechtsverletzung (z.B. wenn sie freiwillig erfolgt, über die Jahre, aus eigenem Antrieb, JA, Sowas gibt es !)“
        Und was ist, wenn die Minderheit nicht assimiliert werden will?

  4. Markus Hill sagt:

    „Ich sage da immer: Kommt das Kind nicht in die Schule, kommt das Kindergeld nicht auf das Konto. Die Leute müssen verstehen lernen, dass staatliche Leistungen auch mit der Erwartung einer Gegenleistung verbunden sind.“ Die Kürzung des Kindergeldes versteht Buschkowsky als „Motivationshilfe“. Man müsse „da ansetzen, wo es weh tut, am Geldbeutel.”
    Sehr plaktiv, populistisch (wertfrei ausgedrückt). Der Herr hat Feldkompetenz, kennt die Lage vor Ort sehr genau. Er hat sich auch sehr kritisch über die Sarrazin-Äusserungen ausgelassen, d. h. die Denkrichtung scheint schon in Richtung „konstruktive Lösung statt Türken-/Araber-Bashing“.
    Man sollte solchen ungewöhnlichen Lösungsansätzen in der Sozialpoltik einmal eine „Testzeit“ oder so ähnlich geben. Wenn diese Möglichkeiten natürlich rechtlich durchführbar sind. Den Gedanken sollte man zum Wohl ALLER Kinder zusätzlich auch auf andere Problemgruppen (deutscher „Hartz-IV-Adel“ etc.) ausdehnen, damit da nicht wieder alles in einer ellenlangen „Rassismus-Betroffenheits-Geschwafel-Aktion“ verwässert wird und untergeht.
    Es geht um das Wohl und die Zukunft der Kinder als Grundgedanke – drastische Lagen rechtfertigen vielleicht auch manchmal drastische Massnahmen. Zudem ist sein Vorschlag zum Teil bestimmt auch provokativ gemeint – Element des Vorschlags (zweimal nicht auf Elternabend, z. B. 50 Euro für ein Kinderbildungskonto abziehen und dort einzahlen, Kind kann das Geld ab 18 zweckgebunden für Ausbildungszwecke einsetzen etc.).
    PS: Egal wie die Diskussion hier ausgeht – es ist sehr lobenswert, dass migazin.de zumindest auch einmal solche Themen in den Vordergrund gestellt. Trägt zur Ausgewogenheit bei.:-)

  5. Johanna sagt:

    Herr Buschowski hat völlig Recht.

    Er kennt die Probleme aus erster Hand.

    Genau wie von Frau Banci bei „Anne Will“ dargestellt.

    • Non-EU-Alien sagt:

      Buschowski mag zwar teilweise Recht haben, aber die Frau Balci… ich weiß nicht. Mir ist schon klar, dass ihre Aussagen genau das sind, was große Teile der deutschen Bevölkerung hören will und auch von Ausländern erwartet. Um ein realistisches Bild zu bekommen, muss allerdings der deutschen Bevölkerung auch klar sein, dass diese gute Frau keineswegs die Regel darstellt und auch nicht die ausländische oder in diesem Fall türkische Bevölkerung repräsentiert. Selbst ihre Kritik, beispielsweise „Sie holen sich die Bräute in der Türkei“ ist sowas von lächerlich. Auf der einen Seite gibt es in Deutschland die freie Partnerwahl, auf der anderen Seite tun den deutschen Studiobesuchern bei solchen Aussagen vor Begeisterung die Hände vom Klatschen weh. Das eine passt mit dem anderen nicht zusammen. Man hätte besser die Sevim Dagdelen eingeladen, aber dann hätten es Leute wie Bosbach schwer gehabt…

      • Selçuk sagt:

        Hier noch einpaar Antworten von Frau Balcı aus dem Chat, der im Anschluss der Sendung wohl stattgefunden hat.

        Quelle: http://daserste.ndr.de/annewill/archiv/chatprotokoll198.html
        „Gast42: Warum, Frau Balci, glauben Sie, wollen viele Türken unter sich bleiben und verbieten ihren Töchtern eine Heirat zum Beispiel mit einem Deutschen?
        Balci: Weil das die Macht der Familie schwächt. Es dient zum Erhalt der Heimatkultur, der archaischen Heimatkultur.“

        „Gast30: Guten Abend, Frau Balci. Zunächst einmal ein großes Kompliment für Ihren Auftritt in der Sendung. Glauben Sie, dass die fehlende Fähigkeit zur Selbstkritik und ein vollkommen übersteigerter Patriotismus bei den türkisch- und arabischstämmigen Mitbürgern ein wesentlicher Grund dafür ist, warum es so wenige positive Beispiele wie Sie gibt?
        Balci: Absolut.“

        „Bush-Supporter: Ist der Islam demokratisierbar?
        Balci: Der Islam schon – aber der Großteil der Muslime nicht.“

        „irina: Anne Will hat noch angesprochen, ob das Problem möglicherweise beim Islam liegt, was meinen Sie dazu?
        Balci: Der Islam macht auch einen Großteil des Problems aus. Zusammen mit Traditionen ist das die problematische Mischung.“

        „sarhan: Können Sie nachempfinden, dass Türken trotz guter Studiennoten nur schlecht in den Arbeitsmarkt integriert werden?
        Balci: Ich würde sagen, selbst schuld. Denn wenn der eine mich diskriminiert, muss mich nicht gleich der andere auch diskriminieren.“

        Nun, sie scheint auf jede, eigentlich doch ziemlich komplizierte Frage eine eindeutige Antwort zu haben. Diese Thesen sind zwar nett und mögen einigen sehr gut gefallen und einigen überhaupt nicht, doch wo ist der Rest? Ich meine, ich kann auch ins Fernsehen und solche Behauptungen äußern. Neben meiner Vermutung, dass in einem solchen Fall die Mehrzahl der Zuschauer meine Kompetenzen nicht in Frage stellen würden, bin ich der Meinung, dass man solche Thesen in einer wissenschaftlichen Arbeit diskutieren muss! Sonst kann ja jeder von sich seinen Mist geben, nur, wie soll ich wissen, ob es stimmen kann, was diese Person sagt?

        Was bestimmt Fragen angeht, brauchen wir keine wissenschaftlichen Belege: Ja, es gibt Muslime, die sich in Deutschland nicht integrieren möchten. Ja, es gibt Muslime, die Ihre Töchter zwangsverheiraten. Es gibt Ehrenmorde, es gibt Analphabeten, es gibt Kriminelle, es gibt Schmarotzer, es gibt und gibt und gibt. Doch wie sieht es in der Realität denn GENAU aus?

        Falls Frau Balcı eine solche Arbeit geschrieben hat, würde ich sie mir mit großem Interesse durchlesen wollen.

        • Selçuk sagt:

          Noch eine kleine Ergänzung im Bezug auf Frau Balcı. Überall (Wikipedia, auf der Seite von Anne Will, fischerverlage.de, …) steht, dass sie Erziehungs- und Literaturwissenschaft studiert hätte. Doch heute in einem Video habe ich erfahren, dass sie ihr Studium garnicht abgeschlossen hat, was hier zu finden ist: http://schooltalks-berlin.blogspot.com/2008/11/gner-balci-autorin-ex-erzieherin-aus.html

          Merkwürdig.

          • Markus Hill sagt:

            Die Beiträge zeigen viele Dinge, die „kleinste Information“ wg. Abschluss heben Sie in Ihrem Statement hervor. Was wollen Sie damit ausdrücken? Das die Aussagen von der Dame wegen fehlendem akademischen Abschluss keinen inhaltlichen Wert haben?
            (Ich habe weder Sendungen von Dame vorher gesehen, noch kann ich richtig die Kompetenz – ausser Ihres Hintergrundes/“Lebenserfahrung“ – abschätzen. Ihre „Hervorhebung“ hat mich etwas erstaunt).
            Wenn Sie ein Kritiker der Dame sind, würde ich gerne KONKRET hören, was es an Kritischem anzumerken ist. Man kann da nur dazulernen.

            • Selçuk sagt:

              Ich hebe diese „kleine“ Information deshalb hervor, weil ich nicht verstehen kann, wie und warum ein Mensch vorgibt etwas zu sein (oder zu können), obwohl er es garnicht ist (oder es garnicht kann). Außerdem finde ich so etwas unfair gegenüber Menschen, die mit großer Mühe einen solchen Abschluss gemacht haben. Das ist meine persönliche Meinung.

              Ich bin kein Kritiker von der Frau Balcı, weil ich bis jetzt nichts von ihr in meinen Händen gehalten habe, was ein Kritik hätte verdienen können. Anders ausgedrückt meine ich damit, dass ich keinen Sinn darin sehe auf eine Behauptung wie „Islam ist demokratisierbar, doch der Großteil der Muslime nicht.“ einzugehen. Auch wenn sie genau das Gegenteil behauptet hätte, wäre dies in meinen Augen ebenfalls ohne Bedeutung, solange so eine These ohne nachvollziehbare Argumente einfach in den Raum geworfen wird. In dem Video, das auf der von mir verlinkten Seite zu finden ist, sagt sie, dass sie auf der Suche nach der Wahrheit ist. Doch die Wahrheit kann man manchmal nicht innerhalb von einpaar Wochen finden, die man für eine Reportage hat. Die Realität ist viel komplexer, als manche glauben. Aber es ist einfach sich eine simplere Realität zu schaffen und darüber zu berichten.

              • Markus Hill sagt:

                Das sehe ich ähnlich. Behauptungen von ihr sollten auf lange Sicht auch einmal gut belegt werden, dass kann ich nachvollziehen. Wird ja vielleicht noch, ansonsten wird sie sich selber langfristig ins Aus schiessen. Vielleicht kann man es ihr entfernt noch zugute halten, dass Sie einmal „provokante“ Thesen in den Raum wirft, damit ist erst einmal ein Thema auf die Agenda gesetzt, halte ich schon für einen Fortschritt in der Diskussion – danach kann natürlich kräftig widerlegt werden, wenn zu weit von der Faktenlage entfert.
                „Mühe“ wäre für mich weniger ein Kriterium. Wahrscheinlich können auch viele Leute mit „gesundem Menschenverstand“ Sachverhalte beruteilen oder Schlüsse ziehen – ansonsten dürften nur noch Akademiker aus bestimmten Kreisen noch Meinungen (die müssen ja nicht stimmen oder können Gegenmeinungen provozieren, bringt die Diskussion oft voran) zu bestimmten Themen haben. Da könnten wir einen Grossteil der Diskussionen in den Medien einstellen und die Dispute in akademischen Fachzeitschriften staunend verfolgen.:-)
                (Die meisten Beiträge in den Foren wären wohl „ungültig“ für die Diskussion – was hier alles gemeint, spekuliert und wieder verworfen wird:-).

                • Selçuk sagt:

                  Es geht mir nicht darum, ob sie einen akademischen Abschluss hat oder nicht. Wie Sie es ja sagen, reicht der gesunde Menschenverstand aus, sich eine objektive Meinung über bestimmte Sachverhalte zu bilden und diese auch argumentativ darzustellen. Es geht ja schließlich um uns Menschen. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass ein akademischer Abschluss erstmal so gut wie nichts bedeutet. Das Wichtigste ist, was man mit all dem Wissen später anstellt. Das beste Bespiel aus meinem Umfeld ist meine Oma, die weder schreiben noch lesen konnte. Viele hätten deswegen auf sie herabsehen können, doch die Werte, die sie an uns weitergegeben hat, bekommt man auf keiner Hochschule.

                  Wie auch der Mehmet es immer sagt, ein Mensch muss in der Lage sein zu wissen, dass er es nicht weiß. Ein Mensch sollte auch in der Lage sein zu erkennen, dass er nicht GENUG über ein bestimmtes Thema Bescheid weiß und seine Meinung erstmal für sich behalten sollte oder zu erkennen geben sollte, dass es nur seine Meinung ist und er auch völlig daneben liegen könnte. Deshalb habe ich ja oben geschrieben, dass die Frau Balcı den Eindruck erweckt, als sei sie sich bei Ihren Antworten sehr sicher. Ich bezweifele jedoch, dass sie kompetent genug ist, um behaupten zu können, dass der Großteil der Muslime nicht demokratisierbar seien. Dass ich mit meinem Zweifel völlig falsch liege, könnte sie mit einer ausführlichen Arbeit widerlegen. (Natürlich soll sie das nicht nur für mich machen ;-) ) Aber solange nichts derartiges da ist, wüsste ich nicht, wie weder sie noch ich miteinander darüber diskutieren sollten.

                  Das schlimme an der ganze Sache ist jedoch, dass diese Personen Meinungen bilden. Sie müssen sich bewusst sein, dass es ein fataler Fehler wäre, „falsche“ Meinungen zu verbreiten. Deshalb sollten diese Personen noch vorsichtiger damit sein, was sie von sich geben, außer diese Person ist kompetent genug. Aber wie ich es bereits sagte, bei dieser Dame habe ich nicht den Eindruck. Auch ich kann bei meiner Einschätzung völlig daneben liegen.

      • Kosmopolit sagt:

        @Non-EU-Alien, sie reden Blech.

        Übrigens, Güner Balci war vor Jahren bei Wieland Bakes im Nachtcafe.
        Thema: Ihre Arbeit an der Basis in Berlin und Kopftuch.
        Als Journalistin arbeite sie u.a. auch für diesen Themenkomplex im TV-Bereich mit.
        http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/22/0,1872,7396310,00.html

        Heiratstourismus der Türken. Diese ist von der Religion vorgegeben.
        Der Islam verbietet jeder Muslima eine Heirat mit einem Ungläubigen.

        Ungläubige, die das nicht glauben wollen, können das unter Islam.de nachlesen.
        http://www.islam.de/1641.php#juc/mischehe03.html
        5. Warum darf eine muslimische Frau keinen Nicht-Muslim heiraten?
        Wenn man nun Gründe für das Verbot einer Mischehe aufführt, bei der der Mann nicht Muslim, die Frau aber Muslim ist, muss man zunächst damit beginnen, dass Gott es so im Koran vorschreibt: (2:221) „… Und verheiratet nicht (gläubige Frauen) mit Götzendienern, bevor sie glauben …“ Dies bezieht sich auf Mitgötterergebene Männer, also nicht auf Juden oder Christen. (60:10) (über die gläubigen Frauen) „… Wenn ihr sie dann als gläubig erkennt, dann schickt sie nicht zu den Ungläubigen zurück. Weder sind sie ihnen (zur Ehe) erlaubt, noch sind sie ihnen (diesen Frauen) erlaubt. …“ Der muslimischen Frau ist also die Heirat mit einem Mann, der nicht an den Islam glaubt, nicht gestattet…………….

        Mich wundert, dass bei der ganzen Diskussion dieser Umstand nie eine Rolle spielt.
        So viel Dummheit, sorry Bildungsferne, politischer Kreise ist schon staatsgefährdend.

        • Markus Hill sagt:

          Lange nichts von Ihnen gehört.:-)
          Zitat:
          „5. Warum darf eine muslimische Frau keinen Nicht-Muslim heiraten? etc.“
          Wenn das wirklich so stimmt und Linie ist, bin ich etwas „schockiert“ (naiv gewesen?). Sollte das wirklich mit Nachdruck gelebt werden, wird das Integrationsthema womöglich noch Jahrhunderte nicht gelöst sein. Es klingt wie ein am Reissbrett konstruiertes „Segregationsprogramm“ für eine Gesellschaft. Sie zitieren diese Punkte aus Ihrer Quelle – gibt es da auch erfreulichere Quellen, die da eine moderatere, offenere Haltung bei der Heiratsfrage sehen?

        • Selçuk sagt:

          „Dies bezieht sich auf Mitgötterergebene Männer, also nicht auf Juden oder Christen.“
          „Der muslimischen Frau ist also die Heirat mit einem Mann, der nicht an den Islam glaubt, nicht gestattet.“

          Da ist doch ein Widerspruch oder nicht? Oder versteh ich da etwas falsch?

          Außerdem versteh ich die Diskussion um das Thema „Mischehe“ nicht. Es ist doch völlig egal, wer wen heiratet, vor allem im Thema integration.

          • Markus Hill sagt:

            Ist bestimmt nicht Hauptthema. Ihren Einwand empfinde ich als etwas „sachfremd“. Natürlich ist das ein Thema. Wurde auch zu Beginn des Jahres, bei verschiedensten Diskussionen/Medienberichten angesprochen, angesprochen. Es ist kein Hauptaspekt, wenn Türken nur Türken heiraten (siehe auch Diskussion um Sprachtests im Ausland – warum noch mehr Analphabeten-Frauen-„Import“ nach Deutschland – ist doch gerade in Artikeln und Foren ein Thema gewesen), aber es ist ein Teil in der Integrationsdiskussion.

            • Selçuk sagt:

              Warum soll denn mein Einwand sachfremd sein? Es ist mir relativ egal, ob es in verschiedensten Diskussionen angesprochen wurde oder nicht. Ich bin der Meinung, dass Integration auch ohne Mischehen wunderbar gelingt. Beispiele gibt es in meinem Umfeld sehr viele. Die „fehlgeschlagene“ Integration von Türken damit zu begründen, dass die Zahl der Mischehen zu gering sei, kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

              • Markus Hill sagt:

                Sie verlangen sonst bei vielen Punkten Fakten, was ja völlig in Ordnung. Jetzt führen Sie nur eine Meinung an und Erfahrungen aus Ihrem Umfeld. Dann sehe ich mir die Diskussionen/Medieninhalte zu dem Themenkreis dazu an. Die angeführen Zahlen und Argumentationsmuster (sowie auch normal Nachvollziehbarkeit für Dritte) zu dem Themenkreis Mischehen und Integration wiegen da meiner Ansicht nach schwerer als Ihr persönliches Umfeld. Als Meinung nachvollziehbar, damit ist das Thema aber nicht aus der Integrationsdiskussion ausgeschlossen. Finde ich nicht sehr überzeugend, da erschien mir ihr Bezug auf Fakten in anderen Fällen schlüssiger. Wenn Ihnen es persönlich angenehmer, können Sie ja durchaus für sich dieses Thema aus der Integrationsdiskussion wegdefinieren. Finde ich schade, weil es nicht das entscheidende, aber eines von vielen Kriterien ist, um die Thematik Integration und Integrationserfolg zu definieren. Viele Menschen, viele Meinungen.:-)

                • Selçuk sagt:

                  Sie haben völlig Recht. Es ist nur meine persönliche Meinung, die ich mir auf Grund meinen Eindrücken gebildet habe. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich mit diesem Thema nicht tiefgründig beschäftigt habe. Mein Problem ist, dass zwar dieses Thema diskutiert wird, nur, warum es ein wichtigter Teil der Debatte ist, konnte ich nicht wirklich erkennen. Was ich bis jetzt immer gehört habe ist, dass die Zahl der Mischehen zu gering sei, aber sonst nichts. Warum ist es denn ein Problem im Bezug auf das Thema Integration? Haben Sie vielleicht etwas zum Nachlesen, was Sie empfehlen können? Ich würde mich freuen.

                  • Markus Hill sagt:

                    Hier einmal ein Beispiel. Etwas neutraler, nur um zu zeigen, dass man da durchaus drüber diskutieren kann. Hier einmal auf Holland bezogen, damit nicht wieder das emotional hochbesetzte Thema Deutsche/Türken im Fokus steht (da gibt es viele Links zu, auch wg. Studie von Jahrensbeginn). Die Debatte ist ja an anderer Stelle schon stark geführt worden, muss man nicht wieder aufrollen.
                    Zitat:
                    „‚Multikulturelle‘ Ehen: Konflikte vorprogrammiert oder kulturelle Bereicherung?
                    Eines der deutlichsten Anzeichen für die gelungene Integration von Migranten ist deren Verbindung mit einem einheimischen Partner. Während Ehen zwischen Niederländern und Ausländern vor gut zwanzig Jahren noch eher als Ausnahme galten – 1980 betraf es 8 Prozent der Eheschließungen -, nimmt die Zahl der multikulturellen Ehen in den Niederlanden inzwischen immer mehr zu. 1993 handelte es sich um fast 13 Prozent, im Jahr 2003 stieg die Zahl auf gut 17 Prozent. Unklar ist, bei wie vielen dieser Ehen es sich um so genannte „Scheinehen“ handelt. Scheinehen sind Ehen, die geschlossen werden, um einem der Partner die niederländische Staatsbürgerschaft zu verschaffen.“
                    http://www.uni-muenster.de/HausDerNiederlande/zentrum/Projekte/Schulprojekt/Lernen/Multik/50/50.html
                    (wollte jetzt nicht seitenlang nachsehen, aber es gibt bestimmt auch neuere Studien)

                    • Selçuk sagt:

                      Zunächst möchte ich mich für Ihre Antwort bedanken.

                      Das Zitat in Ihrem Kommentar beinhaltet keine Antwort auf meine Frage. Da steht:
                      „Eines der deutlichsten Anzeichen für die gelungene Integration von Migranten ist deren Verbindung mit einem einheimischen Partner.“
                      Ok, das lese ich nicht zum ersten Mal. Aber warum? Warum soll es eines der deutlichsten Anzeichen für eine gelungene Integration sein? Als ich mir aber die von Ihnen verlinkte Seite durchgelesen habe, ist mir folgendes aufgefallen;
                      ———————-
                      Bei der Lektüre war Ingrid immer wieder erstaunt. Der Islam „erwies sich als eine ganz freie und positive Religion“, und Munir bestätigte diesen Eindruck durch ein in jeder Hinsicht akzeptables Benehmen Ingrid gegenüber. „Ich bin davon überzeugt“, so Ingrid, „dass eine ethnisch gemischte Beziehung erst dann eine Erfolgschance hat, wenn beide Partner sich die Mühe machen, sich mit der Kultur des anderen auseinanderzusetzen. […]“
                      ———————-
                      Der letzte Satz ist hier ganz wichtig. Daraus könnte man folgern: Je höher die Zahl der Mischehen ist, desto höher ist die Zahl der Menschen, die sich mit der deutschen Kultur auseinander gesetzt haben. Das wiederum ist ein wichtiger Schritt für eine gelungene Integration.

                      Man kann aber keineswegs schlussfolgern, dass eine geringe Zahl von Mischehen ein Anzeichen für eine nicht gelungene Integration wäre.

                    • Markus Hill sagt:

                      Wie gesagt, ich habe den Link nur als Beispiel genommen, um zu zeigen, dass es ein Indikator sein kann. Da können wir hier jetzt UNENDLICH diskutieren. Wenn ein Deutscher aus NRW sieht, wie die polnische Einwanderung und Integration erfolgt ist, würde er auf jeden Fall der These zustimmen, dass diese Mischehen ein begleitender, integrationsfördernder Faktor sind. Das da kein Zusammenhang besteht, ist meines Wissens nach noch Gegenstand von Untersuchungen. (Dann könnte man hier wieder UNDENDLICH über die verschiedenen Verständnisse von Integration sprechen. Da gibt es die Sicht des Einwanderungsland – desjenigen, dass dem Einwanderer Ausenthaltsrecht, Arbeitsrecht und Anteil an bestehender Infrastruktur gewährt – und die Sicht des Einwanderers. Wie gesagt, man könnte jetzt wohl wieder drei Links einstellen, wo DOCH der Zusammenhang belegt wird und Sie werden wieder irgendetwas anführen, was dem entgegensteht. Überlassen wir es einfach den Ergebnissen von weiteren Untersuchungen. Auf jeden Fall ist es ein betrachtenswerter Faktor in der Integrationsdebatte).

        • Non-EU-Alien sagt:

          @ KOSMOPOLIT: Sie sollten nicht Birnen mit Äpfeln verwechseln. Ich bestreite ja nicht was Sie schreiben, aber vielleicht sollten Sie sich mal genau durchlesen, was ich geschrieben und zitiert habe. Sehen und verstehen nennt man das, bevor weitere Schnellschüsse aus der Hüfte folgen. Warum sollen sich Migranten nicht mit Frauen aus der ursprünglichen Heimat vermählen dürfen? Was spricht dagegen? Wenn dagegen spricht, dass eine Muslimin keinen Nicht-Muslim laut Islam heiraten darf, ist das ziemlich wenig! Es ist zwar wahr und erschreckend, aber es spricht nicht dagegen und es ist auch kein Zeichen mangelnder Integration.

          Wenn Sie Auto fahren sollten Sie das Eis auch an den Seitenscheiben entfernen, alles andere ist…. na ja Tunnelblick!

  6. Boli sagt:

    @TU

    Das mit dem Verteilungskampf bezüglich Arbeit wird immer dann, wenn die wirtschaftliche Lage sich verschlechtert immer härter und unerbittlicher. Das heißt wenn dann sogar schon unter den Deutschen der Veteilungskampf im vollen Gange ist, kann es bei neuen oder ehemaligen Ausländern kaum besser aussehen. Natürlich mag es dann hier oder da Fälle geben wo ungerecht ausgesucht wird, nur das mit der Gerechtigkeit ist immer eine Definition der jeweiligen Person, was letztlich immer bedeutet, das Gerechtigkeit im Verständnis des Einen gleichzeitig Ungerechtigkeit im Verständnis eines Anderen bedeuten kann.
    Wie schon gesagt, die fetten Jahre sind definitiv vorbei.

  7. Boli sagt:

    Hartz IV sei als alleinige Lebensgrundlage adaptiert, denn es garantiere einen Lebensstandard weit über dem des Herkunftslandes.

    Genau das ist der Grund für diese Leute zu bleiben. Ist zwar gewissermaßen auf der einen Seite verständlich, jedoch in sochen Zeiten wie diesen kaum noch jemandem plausibel zu machen. Wenn also Hartz IV der Grund ist im Land zu bleiben ist dies ein denkbar schlechtes Geschäft für Deutschland.

  8. NDM sagt:

    Ich habe überhaupt kein Problem damit, Eltern zu sanktionieren, die nicht dafür sorgen, dass ihre Kinder in die Schule gehen. Da ist es mir völlig einerlei, welchen kulturellen Hintergrund sie haben, denn wir haben eine Schulpflicht, und dieser Pflicht nicht nachzukommen muss dort Sanktionen nach sich ziehen, wo Appelle nicht gehört werden. Da das Kindergeld an alle geht, halte ich dies für einen geeigneten Hebel, der dann auch ausnahmslos alle Eltern betrifft.

    Man muss allerdings mit bedacht vorgehen, und darf nicht der Illusion verfallen, dass mit einer solchen Regelung nun alle Bildungsprobleme beseitigt sind. Und man muss schauen, wie eine solche Maßnahme bei betroffenen tatsächlich ankommt bzw. wirkt. Nicht, dass der Schulbesuch dann irgendwann mit Geldverdienen gleichgesetzt wird, und die „Einsicht“ entsteht, dass das „Familieneinkommen“ höher ist, wenn das Kind statt zur Schule zu gehen irgendwo Kisten stapelt… Es gibt ja bei manchen tatsächlich die Auffassung, dass die Schule dem Geldverdienen im Weg steht. Es muss also deutlich bleiben, bzw. bei einigen erst deutlich werden, dass es keine Alternative zum erfolgreichen Schulbesuch geben kann, wenn gutes Geld ins Haus kommen soll.

    • Markus Hill sagt:

      Das sehe ich ähnlich. Ich glaube, dass es keine Lösung für alle Probleme ist. Sie kann nur einen kleinen Baustein in einem Gesamtbündel von Massnahmen sein.
      Bei diesem „Gesamtlösungsgedanken“ käme man am Schluss zu dem Ergebnis, dass es nie eine isolierte Aktion gibt, da ein grosses, komplexes Problem löst – wenn Leute so etwa sagen bzw. verlangen, möchte man im Grunde genommen die Aktion im Sande verlaufen lassen. „Trial an error“ bringt einen oft einen Schritt weiter. Nur Stalin, Mao & Co. hatten die „perfekten Konzepte“ zur Lösung aller gesellschaftlichen Probleme.:-)(Unterstellung von mir).

  9. Boli sagt:

    Buschowski mag zwar teilweise Recht haben, aber die Frau Balci… ich weiß nicht. Mir ist schon klar, dass ihre Aussagen genau das sind, was große Teile der deutschen Bevölkerung hören will und auch von Ausländern erwartet. Um ein realistisches Bild zu bekommen, muss allerdings der deutschen Bevölkerung auch klar sein, dass diese gute Frau keineswegs die Regel darstellt und auch nicht die ausländische oder in diesem Fall türkische Bevölkerung repräsentiert.

    Das diese Frau die türkische Bevölkerung nicht repräsentiert ist ja gerade das Problem. Wir brauchen mehr Balcis.
    Nur und gerade bei den Türken. Wer könnte die denn überhaupt als Ganzes repräsentativ präsentieren. Ein Herr Kolat ganz bestimmt auch nicht, Özdemir auch nicht. Die Türken haben da echt ein großes Problem weil ihre Identität vor 90 Jahren zu etwas ideologisiertem zusammengeschustert wurde was die ganze Zeit über brüchig war und wie man immer wieder sieht auch immer noch ist. Das ist kein Vorwurf aber ein Faktum.

    • Non-EU-Alien sagt:

      „Wir brauchen mehr Balcis.“

      –> Warum? Kritisch zu sein ist eine Sache, die ich sehr begrüße, aber ich fand Balcis Auftritt nicht kritisch, sondern übertrieben, obwohl ich kein Türke oder Moslem bin.

    • Non-EU-Alien sagt:

      Was sollte klar sein? Das IHRE Sichtweise auf die Problematik durch die Dame reflektiert wird???

      Ich kenne so einige Sozialarbeiter in Brennpunkten, sowohl Deutsche als auch mit Migrationshintergrund, und die vertreten nicht diese Meinung. Wahrscheinlich wissen diese Menschen nicht wovon sie sprechen… ;)