Türkische Presse Europa

18. und 19.10.2009 – Feiertag, Wirtschaftskrise, Rassismus

In der türkischsprachigen Presse in Europa vom Wochenende wird erneut die Feiertagsdebatte aufgeworfen. Auch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund wird thematisiert. Weiterhin wird der Kritik an den Forderungen des saarländischen MinisterpräsidentenPeter Müller Raum eingeräumt.

Dienstag, 20.10.2009, 7:01 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:11 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

18.10.2009

Feiertagsidee stößt auf Zustimmung
Nach einer Nachricht der SABAH und der HÜRRIYET stimmt der Berliner Innensenator Ehrhart Körting für die Einführung eines muslimischen Festtags als allgemeinen Feiertags. Dies wäre im Sinne der Integration notwendig. Derzeit könnten sich muslimische Kinder an ihren religiösen Festtagen von der Schule beurlauben lassen. Dabei solle es aber nicht bleiben.

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Vielmehr müsste ein muslimischer Feiertag in die Feiertagsgesetze eingeführt werden. Körting beklagte sich in einem Interview mit dem Tagesspiegel, dass man viel zu zurückhaltend im Umgang mit Muslimen sei. Die deutsche Bevölkerung hätte immer noch nicht akzeptiert, dass es neben dem Christentum auch andere Religionen in Deutschland gebe. Wenn Anhänger einer Religion ausgegrenzt würden, bestehe jedoch die Gefahr der Radikalisierung.

Die TÜRKIYE lässt zu dem Thema Muslime zu Wort kommen. Diese sprechen sich ebenfalls für die Einführung eines muslimischen Festtags als allgemeinen Feiertag aus.

Anstieg der Arbeitslosigkeit bereitet Türken Sorgen
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise bereitet den Türken in Deutschland Sorgen, berichtet die MILLIYET. Dem Bericht nach sind Migranten von den negativen Folgen der Wirtschaftskrise viel stärker betroffen, als andere Bevölkerungsgruppen. „In der Krise werden zuerst die Ausländer vor die Tür gesetzt“, kritisiert ein von der Zeitung befragter Arbeitnehmer. Nach Aussagen eines Experten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) würden sehr viele Migranten in der vom Exportrückgang geplagten Autoindustrie arbeiten. Außerdem müssten sich Jugendliche mit Migrationshintergrund achtmal so häufig um einen Arbeitsplatz bewerben, als Jugendliche ohne Migrationshintergrund: „Während sich ein deutscher Jugendlicher im Durchschnitt 5-mal bewerben muss, bis er einen Arbeitsplatz findet, muss dies ein jugendlicher Migrant 40-mal tun.“

„Willkommen-Zentren“ für Migranten
Die sächsische Ausländerbeauftragte Friederike de Haas fordert nach einem Bericht der SABAH die Einführung von „Willkommen-Zentren“ für Migranten. Dies würde die Integration dieser Menschen beschleunigen. In diesen Zentren könnten die Zuwanderer alle nötigen Informationen aus einer Hand bekommen und die notwendigen Behördengänge durchführen.

„Regierung wird bei der Integration auf der Stelle treten“
Dies stellt die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen in der TÜRKIYE fest. Die neue Regierung werde die soziale Situation der Migranten nicht verbessern und so auch keine Beitrag zu ihrer Integration leisten. Die neue Koalition werde vielmehr auf ihrer Diskriminierungs- und Ausgrenzungspolitik bestehen.

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