OECD Bildungsstudie

Deutschland unteres Mittelmaß

Auch in diesem Jahr werden die Bildungssysteme der 30 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untereinander verglichen. Mit der Publikation Education „Bildung auf einen Blick“ bietet die OECD einen indikatorenbasierten Überblick zu wichtigen bildungspolitischen Fragen.

Mittwoch, 09.09.2009, 8:15 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Dieser Bericht verzeichnet Veränderungen in den verschiedenen Bildungssystemen und weist auf neue Entwicklungen in den OECD-Mitgliedsländern sowie ausgewählten Partnerländern hin. Dadurch ermöglicht Bildung auf einen Blick den beteiligten Staaten eine Einschätzung, wo ihre Bildungssysteme im internationalen Vergleich stehen.

Bildungsausgaben
Eines der Befunde aus dem OECD-Bericht betrifft die Bildungsausgaben. Im internationalen Vergleich gibt Deutschland noch immer deutlich weniger für Bildung aus als die meisten anderen Industriestaaten. Der Anteil der gesamten Bildungsausgaben in international vergleichbarer Abgrenzung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2006 in Deutschland 4,8 % und ist damit im Vergleich zu 1995 um 0,3 Prozentpunkte gefallen. Im gleichen Zeitraum stieg der OECD-Mittelwert der Staaten, für die vergleichbare Werte vorliegen, von 5,4 % auf 5,5 %. Die höchsten Werte weisen Island (8,0 %), Israel (7,8 %), die Vereinigten Staaten (7,4 %) sowie Korea und Dänemark (je 7,3 %) auf, die niedrigsten die Türkei (2,7 %) und Russland (3,9 %).

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Hochschulabschlüsse
In Deutschland hat sich zwar die Anzahl der jungen Menschen, die einen Hochschulabschluss erwerben, erfreulich entwickelt. Hatten 1995 erst 14 % eines Altersjahrgangs einen Hochschulabschluss erworben, waren es im Jahr 2000 bereits 18 % und im Jahr 2007 23 %. Das OECD-Mittel hat sich im gleichen Zeitraum aber von 20 % auf 39 % erhöht. Niedrigere Werte als Deutschland verzeichnen nur Österreich mit 22 % und die Türkei (18 %). Die Länder mit den höchsten Anteilen sind Finnland, Polen und Island mit um oder über 50 %.

Geringe Studiumanfängerquoten
Gegenüber 1995 ist auch die Studienanfängerquote in Deutschland von 26 % über 30 % im Jahr 2000 auf 34 % im Jahr 2007 gestiegen. Dennoch liegt auch hier der Anteil der Studienanfängerinnen und Studienanfänger an der gleichaltrigen Bevölkerung noch deutlich unter den internationalen Vergleichswerten von 56 % (OECD) bzw. 55 % (EU). Spitzenwerte erreichen hier Australien (86 %), Polen (78 %) und Neuseeland (76 %).

Erfolgsquoten beim Studium
Ein wichtiger Indikator für die Effizienz des Bildungssystems ist die Erfolgsquote, also der Anteil derjenigen, die ihr Studium erfolgreich durchlaufen und es nicht vorzeitig abbrechen. Lediglich hier kann Deutschland mit einer Erfolgsquote von 77 % sich in der Spitzengruppe halten. Noch höhere Erfolgsquoten erreichen lediglich Japan (90 %), Dänemark (85 %), Belgien (82 %) und Frankreich (79 %). Das OECD-Mittel liegt bei 69 %.

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