Bildungsmonitor 2009

Bildungserfolg hängt von Herkunft ab

"In vielen der untersuchten Kritierien haben sich die Länder verbessert." Zu diesem Ergebnis kommt der Bildungsmonitor 2009, der im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) seit 2004 erstellt wird. Die Bildungssysteme aller 16 Bundesländer seien innerhalb von fünf Jahren deutlich leistungsfähiger geworden. Trotzdem spiele die Herkunft beim Bildungserfolg eine sehr große Rolle.

Montag, 24.08.2009, 9:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 05.09.2010, 0:19 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Der Bildungsmonitor vergleicht die Bildungssysteme der Bundesländer anhand von über 100 Kriterien, darunter Klassengröße, Zahl der Bildungsabschlüsse von Schülern und Studenten, Bildungsausgaben und Studiendauer. Die Spitzenposition unter den Bundesländern belegt Sachsen, den letzten Platz die Bundeshauptstadt Berlin. Jedoch hätte das aktuelle Ergebnis Berlins vor fünf Jahren Platz eins vor dem damaligen Sieger Bayern bedeutet.

Trotz der grundsätzlichen Verbesserung der Bildungssituation gebe es jedoch auch Handlungsfelder, bei denen der Trend eher ins Negative geht, so beim Theme Integration. Der Bildungsmonitor kommt zu dem Ergebnis, dass das Aufbrechen des starken Zusammenhangs zwischen Bildungserfolg und Herkunft weiterhin eine der wichtigsten Baustellen für die Bildungspolitik bleibt. Das deutsche Bildungssystem scheine nicht auf die neue Schülergeneration vorbereitet zu sein, bei der 5,5 Millionen Schüler einen Migrationshintergrund hätten.

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So hätte sich sich das relative Risiko ausländischer Schulabsolventen im Vergleich zu allen Absolventen, die Schule ohne Abschluss zu verlassen, nicht reduziert und die Chance dieser Gruppe, die Studienberechtigung zu erlangen, im Vergleich zum Gesamttrend nicht wesentlich erhöht. Obwohl die Mehrheit von Migranten beim Zugang zu Bildungseinrichtungen formal der deutschen Bevölkerung gleichgestellt ist, kommt der Bildungsmonitor zu dem Ergebnis, dass „in der Realität jedoch ein auffälliges Gefälle zwischen Kindern und Jugendlichen deutscher und nicht-deutscher Herkunft beim Zugang zu höheren Bildungs- und Qualifizierungsgängen“ besteht.

So würden bereits auf den unteren Bildungsstufen soziale Ungleichheiten entstehen, die sich im weiteren Bildungsverlauf verschärfen.Besonders in Berlin spielt die Herkunft eine besondere Rolle. Dem Bildungsmonitor nach liegt die Bundeshauptstadt im Handlungsfeld Integration weit abgeschlagen auf dem letzten Platz vor Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

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