Ausstellung

Heimat-Memleket

Das Palais für aktuelle Kunst – PAK Glückstadt, bei Hamburg zeigt seit dem 19. Juli 2009 eine Ausstellung mit dem Thema „Heimat- Memleket“. Zu sehen sind Werke von sieben Künstlerinnen türkischer Herkunft.

Von Montag, 10.08.2009, 6:51 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 05.09.2010, 15:41 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Anlässlich des Schleswig-Holsteinischen Kultursommers 2009, dessen Länderschwerpunkt in diesem Jahr Deutschland ist und der Fokus somit auf 60 Jahre BRD und 20 Jahre Wiedervereinigung gelenkt ist, findet in Glückstadt im Palais für aktuelle Kunst eine Ausstellung statt, die einen Blick auf Deutschland als „Heimat“ von „außen“ und „innen“ ermöglichen soll.

Die Arbeiten der sieben Künstlerinnen Ergül Cengiz, Nezaket Ekici, Kinay Olcaytu, Anny und Sibel Öztürk, Sehnaz Seker und Özlem Sulak setzen sich mit dem Thema „Identitäten“ auseinander, was im Kontext des Kultursommers den Titel „Heimat-Memeleket“ irgendwie zu rechtfertigen scheint. Obwohl die meisten Künstlerinnen sich scheuen und manche Male auch wehren, als Künstler „anderer“ deutscher Herkunft auszustellen, ist in einigen Arbeiten der Dualismus der Kulturen deutlich erkennbar. Ihnen wäre eine Titulierung im Kontext ihrer Werke lieber anstatt ihrer Identität, wie beispielsweise Ergül Cengiz, die zum ersten Mal als „deutsch-türkische“ Künstlerin bezeichnet ihre Werke zeigt. Künstler als hybride Wesen, Forscher und Symptome Ihrer Zeit.

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Für Kuratorin Christiane Opitz sind die Künstlerinnen deutsche „Mädchen mit anderem Background“. Und im Gegensatz zu zahlreichen Ausstellungen und Projekten – besonders in NRW – löst die Ausstellung die Werke und das Schaffen der Künstler nicht mit dem Erbe des humanistisch-europäischen „Gutmenschentums“ wieder auf, sondern lässt sie als berechtigter Bestandteil deutscher Kunstgeschichte teilhaben. Das macht die Ausstellung besonders sehenswert, da sie somit eine der wenigen Möglichkeiten darstellt, sich ein „Bild“ von der Frage zu machen „Was machen eigentlich deutsche Künstler mit Migrationshintergrund?“

Die Werke sind keine Auftragsarbeiten, sondern wurden in sehr unterschiedlichen Phasen des künstlerischen Schaffens erstellt. Die PAK–Ausstellung hat die Forderung nach „echten Bildern aus Deutschland“ auf eine naive und natürliche Weise in die Praxis umgesetzt. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. September 2009 zu sehen.

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