Medien

Die Geister, die sie riefen…: Islamfeindlichkeit ist Mainstream

„Die Einheitsfront des Rassismus zwischen Teilen der Politik und Medien muss zurückgedrängt werden. Denn es ist kein Wunder, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung an einem Bild orientiert, in dem der Islam als Gefahr und Problem in Politik und Gesellschaft in Erscheinung tritt.“, so Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE anlässlich der Debatte um den Mord an Marwa Ali El-Sherbini.

Donnerstag, 09.07.2009, 6:34 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 2:57 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Diskussion um Muslime sei in Deutschland seit vielen Jahren verbunden mit Themen der Bedrohung, Terrorismus, Kriminalität, kulturelle Überfremdung und Ausnutzung des Sozialstaats. Laut Dagdelen werde dieser Diskurs von Seiten der Politik immer wieder verstärkt.

Dagdelen weiter: „Rassistische Übergriffe und Propaganda gehören leider zum Alltag dieser Republik. Das reduzierte Gewalt- und Konfliktbild, das den Eindruck vermittelt, dass der Islam weniger eine Religion als vielmehr eine politische Ideologie und einen gesellschaftlichen Wertekodex darstellt, der mit den Moralvorstellungen des Westens kollidiert, ist von der Bundesregierung und von vielen der jetzt in Katzenjammer über das Schweigen politischer Institutionen verfallenden Medien mit erschaffen worden. Durch die Verbindung von Terrorismusbekämpfung und Sicherheit mit der Diskussion um ‚Integration‘ von Muslimen und der Behauptung ihrer ‚kulturellen Fremdheit‘ gegenüber einer deutschen ‚Leitkultur‘ wurden seit Jahren Ängste geschürt und Ressentiments bedient. Der Islam diente dabei als ein Vehikel, um soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Sicherheitswahn mit dem Grundrechtsabbau zu legitimieren.“

Wie ernsthaft die Betroffenheit in der Politik und in den Medien sei, würde man kurzfristig daran sehen, ob es einen Wahlkampf ohne Stereotypen geben werde.

Mittel- und langfristig sei der Umgang mit der größten Krise der letzten 80 Jahre entscheidend. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten längst ergeben, dass eine Normalisierung von Rassismus und Ausgrenzung im Zusammenhang mit sozialen Desintegrationsprozessen stehe. Mit der Krise seien millionenfach Arbeitsplätze und Einkommen von Menschen bedroht.

„Aus Erfahrung besteht die Gefahr, dass der Mehrheitsbevölkerung Verantwortliche und Sündenböcke für die sozialen Probleme angeboten werden und somit der Rassismus gegenüber Migrantinnen und Migranten sowie sozial Ausgegrenzten wie beispielsweise Hartz-IV-Empfängern steigt. Mit der zunehmenden Ökonomisierung des Sozialen hat die neoliberale Ideologie in der Gesellschaft bereits Früchte getragen und den Rassismus verstärkt. Diesem gilt es mit einer Politik der sozialen Gerechtigkeit für alle entgegenzuwirken.“, so Dagdelen abschließend.

Zurück zur Startseite
MiGAZIN ABONNIEREN (mehr Informationen)

MiGAZIN wird von seinen Lesern ermöglicht. Sie tragen als Abonnenten dazu bei, dass wir unabhängig berichten und Fragen stellen können. Vielen Dank!

WEITERE INFOS
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)
  1. Krause sagt:

    „Die Diskussion um Muslime sei in Deutschland seit vielen Jahren verbunden mit Themen der Bedrohung, Terrorismus, Kriminalität, kulturelle Überfremdung und Ausnutzung des Sozialstaats. “

    Die Kriminalitätsstatistiken, Schulstatistiken, Schulabbrecherstatistiken, Sozialhilfequoten sprechen für sich, Zahlen sind hier im Forum hinlänglich bekannt. Solche Mißstände zu benennen hat nichts mit Rassismus zu tun. Dieser Diskussion müssen sich usnere muslimischen Mitbürger schon stellen. Weiterhin sollten Sie auch ihre Kinder besser erziehen sowie auf ihre schulische Entwicklung achten und nicht so häufig ihre Ehefrauen und Kinder vermöbeln (Quote von ca. 30%; Türkei 40%). Dann wird das schon wieder.

  2. Tora sagt:

    „Rassistische Übergriffe und Propaganda gehören leider zum Alltag dieser Republik.“

    Das ist was dran, allerdings von moslemischer in deutsche Richtung.
    Ich zähl schon garnicht mehr wie oft ich beleidigt und dumm angemacht werde wenn ich auf der Strasse bin, von mir völlig unbekannten Menschen, einfach so wenn ich vorbeilaufe.
    Was mir da an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird werde ich hier nicht wiederholen, das verbietet schon der Anstand.

    Gäbe es ein Gesetzt gegen Inländerfeindlichkeit hätten die Gerichte viel zu tun.
    Unsere regierenden Politiker wissen schon ganz genau warum sie so ein Gesetz nicht wollen!

    Armes Deutschland kann ich da nur sagen, es wird zerstört durch integrationsunwillige Migranten.

  3. Daniel S. Lee sagt:

    Herr oder Frau Krause,
    sagen die Kriminalitätsstatistiken, Schulstatistiken, Schulabbrecherstatistiken, Sozialhilfequoten explizit aus, dass die Personen, die hierin vorkommen, nur deswegen dort drin stehen, weil sie einer bestimmten religiösen Gruppe angehören? Können Sie das belegen?
    Für mich sagen die Statistiken, so ich sie kenne, ganz deutlich, dass es Menschen mit Problemen gibt, für die der Staat und die Gesellschaft zu wenig tun und dann auch meist das Falsche. Das ist doch sowas von eindeutig, oder? ;-)

    „Dieser Diskussion müssen sich usnere muslimischen Mitbürger schon stellen.“
    Dieser Diskussion müssen sich alle stellen, denn es ist ein gesamtgesellschaftliches/soziales Problem:
    Deutsche jeglicher Coleur, Migranten jeglicher Coleur, Politiker, Kirchen, etc.
    Und zwar auf konstruktive Weise („Wir haben ein Problem – wir wollen ein bestimmtes Ziel erreichen – wie kommen wir dahin?“) und nicht mit der Einstellung: Ich mache ja alles richtig, also müssen sich die anderen ändern.

    Wenn ein Mensch mit einem anderen fremden Menschen in eine WG zusammenzieht, dann kann keiner der beiden sagen: So, ich lebe so weiter wie vorher. Pass Du Dich jetzt mir an, es gelten nur meine Regeln.
    Beide müssen sich Gedanken machen, wie sie zusammenleben wollen, und müssen gemeinsame Regeln gemeinsam aufstellen. In der Regel geht das auch ziemlich gut, weil die meisten ähnliche Vorstellungen haben.
    Jeder hat aber auch sein Zimmer für sich, wo er machen kann, was er will, solange er den anderen nicht übermäßig beeinträchtigt (z. B. durch laute Musik).

    Würden Migranten und Deutsche mehr miteinander statt übereinander reden, würden sie feststellen, dass sie doch vieles gemeinsam haben.
    Dass die deutsche Kultur im öffentlichen Leben die Basis darstellt, ist für mich selbstverständlich. Für mich ist aber auch klar, dass die deutsche Kultur so groß und stark ist, dass sie fremde Einflüsse aufnehmen und ohne (größere) Probleme verarbeiten und verkraften kann. Anders als der Eindruck, den man in den Medien gewinnen könnte.
    In der Vergangenheit habe ich im persönlichen Kontakt mehr freundliche und auch interessierte, neugierige Deutsche getroffen, die sich für eine andere Kultur interessiert haben.
    Wichtig ist nur, dass wir alle lernen, wo unsere Scheuklappen und Vorurteile sind.
    Dann wird das schon wieder.
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag.

    • Hammercastle sagt:

      „Für mich sagen die Statistiken, so ich sie kenne, ganz deutlich, dass es Menschen mit Problemen gibt, für die der Staat und die Gesellschaft zu wenig tun und dann auch meist das Falsche. Das ist doch sowas von eindeutig, oder?“

      Bleibt nur noch die Frage zu klären ob der Staat wirklich nicht genug für sie tut oder ob sie sich dies nur einreden um die perfekte Ausrede parat zu haben wenn sie dann in der Kriminalstatistik auftauchen.

      „Wenn ein Mensch mit einem anderen fremden Menschen in eine WG zusammenzieht, dann kann keiner der beiden sagen: So, ich lebe so weiter wie vorher. Pass Du Dich jetzt mir an, es gelten nur meine Regeln.“

      Das ist ein etwas alberner Vergleich, Deutschland ist keine WG, sondern eine Nation. Jede Nation funktioniert nach Gesetzen und Regeln. So auch die Bundesrepublik Deutschland. Was Sie in ihrem Beispiel Fordern ist, dass wir unsere Regeln und Gesetze den Migranten anpassen. Das kann unmöglich funktionieren, da man leider nicht jeden glücklich machen kann. Niemand wird hier gezwungen sich total zu verändern außer vielleicht in den Sprachgewohnheiten, wenn er hier weiterkommen will. Aber er hat unsere Regeln und Gesetze zu beachten und sich nach ihnen zu richten. Das gilt übrigens in den anderen Einwanderungsländern genau so.

      • Daniel S. Lee sagt:

        „Bleibt nur noch die Frage zu klären ob der Staat wirklich nicht genug für sie tut oder ob sie sich dies nur einreden um die perfekte Ausrede parat zu haben wenn sie dann in der Kriminalstatistik auftauchen.“

        Mal ehrlich: glauben Sie, dass die meisten, die in diesen Statistiken stecken, gerne in diesen Statistiken stecken? Sicher kann man darüber debattieren, wieviel Selbstverantwortung man den Menschen abverlangen, wo der Staat eingreifen muss. Und normalerweise würde ich auch von jedem erst einmal fordern, sich um sich selbst zu kümmern, die Verantwortung für sein Tun und sein Leben selbst zu übernehmen. In der Realität sehe ich aber, dass offenbar viele Menschen mit ihrem Leben überfordert sind.
        Wenn der Staat helfen will, dann auf vernünftige Weise. Ich würde den Focus erst mal auf die Frage legen: Tut der Staat eigentlich das Richtige, bevor ich mich fragen würde, ob der Staat zu viel oder zu wenig tut.

        „Das ist ein etwas alberner Vergleich, Deutschland ist keine WG, sondern eine Nation. Jede Nation funktioniert nach Gesetzen und Regeln.“

        In einer WG leben Menschen, in einer Nation leben Menschen. Auch in einer WG gibt es Regeln wie in einer Nation. Wer sich nicht daran hält, wird auch sanktioniert. Und in der Regel passt sich ein Neubewohner den Regeln der Altbewohner an. In den meisten Fällen ist das kein Problem, auch mit ausländischen Mitbewohnern nicht, weil die meisten die selben Bedürfnisse haben. Also, ich sehe in dem Vergleich kein Problem. :-)

        „So auch die Bundesrepublik Deutschland. Was Sie in ihrem Beispiel Fordern ist, dass wir unsere Regeln und Gesetze den Migranten anpassen. Das kann unmöglich funktionieren, da man leider nicht jeden glücklich machen kann.“

        Wenn Sie das so pauschal formulieren, kann ich ihnen kaum widersprechen.
        Ich verlange nicht, dass sich deutsche Regeln und Gesetze komplett irgendwelchen Migranten anpassen müssen. Und so pauschal, wie Sie das formulieren, erwecken Sie den Eindruck, als seien Gesetze und Regeln im Ausland im totalen Kontrast zu den deutschen. Das ist aber nicht so. Behaupte ich mal.

        Als die meisten deutschen Gesetze konzipiert wurden, hat man noch ganz anders gedacht, war die gesellschaftliche Situation eine ganz andere. Es gibt Gesetze, die 100 Jahre alt sind. Inzwischen hat sich Deutschland verändert. Früher konnten Homosexuelle nicht heiraten. Heute geht das. Und warum? Weil sich Gesetze an eine veränderte Realität angepasst haben. Gesetze und Regeln müssen also nicht unbedingt an Migranten angepasst werden, aber an die Realität, in der wir leben. So wird z. B. die Einbürgerung heute anders geregelt als vor 10 Jahren. Warum? Weil sich die Realität geändert hat. Und ist das nun zum Schaden der deutschen Nation? Ich denke nicht.

        Gesellschaften (egal, wo) verändern sich stetig, die einen schneller, die anderen langsamer. Um weiterzukommen muss sich jeder Mensch mitentwickeln, egal, ob Einheimischer oder Migrant. Aber auch Gesetze und Regeln müssen sich zuweilen an veränderte Realitäten anpassen. Und wenn in Deutschland offenbar schon 20 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das völlig ohne Auswirkungen auf Regeln und Gesetze in Deutschland bleiben soll.

        „Niemand wird hier gezwungen sich total zu verändern außer vielleicht in den Sprachgewohnheiten, wenn er hier weiterkommen will. Aber er hat unsere Regeln und Gesetze zu beachten und sich nach ihnen zu richten.“

        Jeder hat Gesetze und Regeln zu beachten. Das ist, behaupte ich mal, für die meisten Migranten auch selbstverständlich. Keiner will absichtlich kriminell sein (zumindest kein Erwachsener, den ich kenne).
        Gesetze sind in meinen Augen auch weniger das Problem. Das Problem ist, wo lernt man als Migrant, welche ungeschriebenen Regeln des menschlichen Zusammenlebens hier gelten, wenn sie nicht in einer deutschen Familie oder Umgebung aufwachsen?
        Zu fordern, dass Migranten sich an deutsche Verhaltensregeln anpassen, ist zwar richtig, aber man kann es sich damit auch einfach machen.

        Zum einen: Ist es denn so einfach, deutsche Verhaltensregeln zu lernen und sich entsprechend anzupassen? In vielen Diskussionen klingt es so, als ob Migranten nur einen Schalter umkippen müssten, um sich anzupassen. Jeder weiß doch aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, ein in der Kindheit gelerntes Verhaltensschema als Erwachsener abzulegen und dafür ein neues Verhalten an den Tag zu legen.

        Zum anderen: Sind denn alle deutschen Regeln und Gesetze über jede Kritik erhaben?
        Stichwort: Servicewüste. So nennt man Deutschland zuweilen. Nicht nur Migranten, auch Deutsche beklagen sich darüber. Führen Beispiele aus der Türkei oder sonstwo an, wo man den Kunden herzlich bedient, ihm mehr Service angedeihen lässt (z. B. packt ein Angestellter die gekaufte Ware für den Kunden in eine Tüte), ihm einen Tee einschenkt (kostenlos!). Aber, dieses Verhalten ist in Deutschland nicht üblich, hier gelten halt offenbar andere Regeln.
        Deutschland könnte auch von anderen Nationen und Kulturen das ein oder andere lernen. Warum muss der Transfer immer nur in eine Richtung gehen?

        Sie meinen, hier wird niemand gezwungen, sich total zu verändern? Na ja, was heißt „gezwungen“?. Nehmen wir als Beispiel diese unsägliche Kopftuchdebatte: Gab und gibt es irgendein deutsches Gesetz, dass das Kopftuchtragen in der Öffentlichkeit verbietet (ich meine jetzt nicht Kopftücher im öffentlichen Dienst!)? Nein.
        Und trotzdem gibt es viele Deutsche, die fordern, dass Frauen einer bestimmten Religion keine Kopftücher mehr tragen sollen. Auf einige Migranten kann also ein enormer Druck lasten, sich zu ändern, obwohl sie sich zu 100% gesetzeskonform verhalten. Kurios, nicht wahr?
        Gibt es vielleicht eine ungeschriebene Regel in der deutschen Gesellschaft (von der ich nichts weiß), dass Frauen keine Kopftücher tragen dürfen?

        Zu guter Letzt: Auch wenn man es geschafft hat, sich an die deutsche Gesellschaft anzupassen, schützt es einen Migranten leider immer noch nicht vor Diskriminierung im Alltag.

        • municipal sagt:

          @ Daniel S. Lee

          „Und trotzdem gibt es viele Deutsche, die fordern, dass Frauen einer bestimmten Religion keine Kopftücher mehr tragen sollen. Auf einige Migranten kann also ein enormer Druck lasten, sich zu ändern, obwohl sie sich zu 100% gesetzeskonform verhalten. Kurios, nicht wahr?
          Gibt es vielleicht eine ungeschriebene Regel in der deutschen Gesellschaft (von der ich nichts weiß), dass Frauen keine Kopftücher tragen dürfen?“
          ………….

          Wenn Sie SO argumentieren, sind Sie sich der Komplexität dieses „Stückchen Stoffes“ im Leben von im Islam lebenden Frauen nicht bewußt. Denken Sie, das sei so etwas ähnliches wie ein Kreuz-Anhänger oder eine Anstecknadel ?

          Möchten Sie, das schon heranwachsende,kleine Mädchen früh genug darauf „dressiert“ werden,
          das Kopftuch zu tragen, und damit die Unterordnung unter das männliche Geschlecht zu akzeptieren? SIE reden von Freiwilligkeit ? Gruppendruck sagt Ihnen nichts ?

          Tun Sie nur so unwissend, oder hat das Methode?

          • Daniel Lee sagt:

            „Tun Sie nur so unwissend, oder hat das Methode?“

            Ja und nein. Ich muss gestehen, ich bin zwar selbst ein Migrant, beschäftige mich aber nicht gezielt mit der Kopftuchproblematik, weil das nicht Teil meiner Welt ist. Daher ist mein Wissen darüber tatsächlich beschränkt. Und in meiner Umgebung erlebe ich hauptsächlich nur Frauen, die ihr Kopftuch sehr selbstbewusst tragen.

            „Möchten Sie, das schon heranwachsende,kleine Mädchen früh genug darauf “dressiert” werden, das Kopftuch zu tragen, und damit die Unterordnung unter das männliche Geschlecht zu akzeptieren?“

            Nein. Da ich das nicht weiß: Ist es aus Ihrer Sicht so, dass das Kopftuch zwangsläufig immer eine Unterordnung unter das männliche Geschlecht darstellt?
            Aus meiner Sicht werden Kinder in jeder Kultur leider auf ein bestimmtes Verhalten hin „dressiert“. Religiöse Erziehung ist dabei ein besonders heikles Thema.
            Und mit Ihrer Frage sprechen Sie ein höchst komplexes Thema an. Nicht nur das Problem „Unterordnung unter das männliche Geschlecht“ ist komplex, auch eine Lösung hierfür ist in meinen Augen hochkomplex.
            Wann darf und muss ich dabei Partei ergreifen, und wann ist das ein unberechtigtes Einmischen in die Privatsphäre anderer? Das ist für mich vor allem bei der Kopftuchfrage nicht eindeutig. Und solange Frauen sich nicht äußern und um Hilfe bitten oder sich organisieren, habe ich ein Problem damit, wenn der deutsche Staat sich auf Verdacht in die Erziehung islamischer Familien einmischt.

            „SIE reden von Freiwilligkeit ? Gruppendruck sagt Ihnen nichts ?“

            Hmm… habe ich in Sachen Kopftuch von Freiwilligkeit gesprochen? Soweit ich das überblicke, nein. Ihre Frage nach dem Gruppendruck interpretiere ich so, dass in der islamischen Gemeinschaft ein Gruppendruck auf junge Mädchen besteht, ein Kopftuch zu tragen. Wird es besser, wenn von deutscher Seite ein zusätzlicher Druck auf junge Mädchen ausgeübt wird, das Kopftuch nicht zu tragen? Müsste das Problem nicht anders gelöst werden (und wenn ja, wie)?

            „Wenn Sie SO argumentieren, sind Sie sich der Komplexität dieses “Stückchen Stoffes” im Leben von im Islam lebenden Frauen nicht bewußt.“

            Wenn Sie so argumentieren, sind Sie sich dann der Folgen bewusst, wenn die deutsche Gesellschaft oder gar deutsche Politk tatsächlich massiv in dieser Frage intervenieren würde? Das würde erst recht einen Keil zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den (türkischstämmigen) Migranten treiben.

  4. Krause sagt:

    @ Tora

    Ich kriege das ja nicht so mit, da ich einem previlegierten Stadtviertel lebe. Aber ich habe wirklich den Eindruck, dass es wesentlich mehr Übergriffe (einschließlich Beleidigungen) von Migranten auf Deutsche als umgekehrt gibt. Mich würde die Meinung unserer Gastgeber dazu interessieren. Gibt es dazu Zahlenmaterial. M.E. handelt es sich bei den Übergriffen weitgehend um eine Scheindiskussion. Anders sieht es natürlich mit der versteckten Diskriminierung bei Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche aus. Da gibt es zweifelsohne Diskriminierung.

    • Seiko sagt:

      Also auf beiden Seiten gibt es Opfer und Täter dies ist mein Persönlicher Meinung und da sie in einen previlegierten Stadtviertel leben dann werden sie auch wenig mit Emigranten zu tun haben aber das zeigt aber auch das sie nicht unbedingt den Kontakt suchen.

      Viele Frauen haben ständig Probleme weil sie einen Kopftuch tragen und was ist so schlimm dadran das eine Frau einen Kopftuch trägt ist es nicht der Rassismus der Deutschen der das ganze so entfacht. Ich persöliche finde es viel schlimmer wenn eine Frau halbnackt auf der Straße ist denn die könnte Autofahrer beim Fahren beeinträchtigen weil sie dadurch nicht auf der Straße achten.

      Die Übergriffe sind wahrscheinlich ganz unterschiedlich ich denke mal im Osten wird man ehr von Deutschen Nazies angegriffen was auch oft der fall war.

  5. Redbull sagt:

    Dagdelen weiter: „Rassistische Übergriffe und Propaganda gehören leider zum Alltag dieser Republik.

    Stimmt leider, aber in erster Linie von Migranten ( vornehmlich Türken und Arabern ) gegenüber Deutschen. Zu diesem Schluss kommt auch die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig. Ich zitiere: „Wenn ein türkischer Staatsangehöriger sagt, man müsse die Deutschen vergasen, ist das eine Beleidigung. Wenn ein Deutscher so über Türken redet, ist das eine Volksverhetzung. Die wird härter bestraft und macht sich schlechter im Strafregister.“

    Wenn man sich dazu noch die stramm nationalistische Haltung der Türken in Deutschland ansieht wundert einen nichts mehr. Man nehme nur mal die Hyriet, in der die Kopfzeile steht: die Türkei den Türken.
    Wäre so etwas bei einer deutschen Zeitung denkbar?
    Und schließlich kann ja auch der türkische Ministerpräsident in Köln seine Landsleute zur Verweigerung der Integration aufrufen, ohne dass es die deutsche Politik interessiert. Diese zahlt lieber in Zeiten der Pleite Milliarden für eine Integration von vornehmlich Muslimen. Denn nur mit dieser Schicht gibt es immer Probleme.

    • BiKer sagt:

      „Und schließlich kann ja auch der türkische Ministerpräsident in Köln seine Landsleute zur Verweigerung der Integration aufrufen“

      http://www.migazin.de/2009/04/18/wolfgang-bosbach-vollstandige-integration-assimilation/

      tststs

      • emire sagt:

        BiKer @
        Und schließlich kann ja auch der türkische Ministerpräsident in Köln seine Landsleute zur Verweigerung der Integration aufrufen”

        Erdogan sprach das die Assimilation ein Verbrechen ist,er hat nichts von einem Boykott der Integration gesprochen.

        Soso jetzt ist es offiziell,die in Deutschland lebenden 3,5 Millionen Türken beleidigen die 80 millionen Einheimischen.

        Integration hin oder her,die Bundesregierung sollte erstmals Definieren was Integration ist,sonst kommen vollends die echten Deutschen ins Schleudern.

        Meine Frage wäre, inwieweit habem sich die Deutschen unter einnader Integriert?
        Ich höre immer noch sprüche wie Ossi und Wessi..

    • Seiko sagt:

      Das sagt aber alles und zwar das es in Berlin ist und nicht überall in Deutschland!!!

      Aber sie versuchen damit das Detuschland aus zu weiten ist aber nicht der fall.

      Frauen die Kopftücher tragen werden auch stark benachteiligt dies haben sogar Menschenrechts Organisationen beschtätigt.

      Und jetzt?

  6. Seiko sagt:

    Also mein Persönliche meinung ist das es auf Beiden Seiten Opfer und Täter gibt, ich als Moslem fühle mich zwar nicht bedroht aber ich habe oft das gefühl das wir Muslime so nicht aktzeptiert werden wie wir sind. Ich meine Was spricht dagegen das man in Deutschland eine Moslem ist, für viele sehen darin eine Bedrohung ihrer Kultur gedanken gut usw. Das ist aber für mich wider Purer Rassismus denn im endefeckt bedroht man mit seiner Religion niemand.

    Die Kriminellen Emigranten sind es doch die die Weit von ihrer Religion entfernt sind Jugendlich die kein Bock auf schuhle haben den ganzen Tag Rumhängen usw. Die gibt es Unter Deutsch aber auch unter Muslime und andere Emigranten.
    Während es bei Praktezierende Muslime nicht der Fall ist. Aber genau die werden Steine den Weg gelegt ich kenne so viele Hinterhof Moscheen wo gerne mehr Jugendliche kommen werden aber wo das Geld vorn und Hinten fehlt. Es gibt Moscheen wo am Freitagsgebet die Leute Außerhalb der Moschee auf der Straße Beten weil es keinen Platz in der Moschee gibt. Und ich kenne auch Persönlich viele Jugendliche die auf der SChiefebahn geraten waren und erst durch den Islam von der Straße gekommen sind, gehen sie doch in den Moscheen da werden sei viele Jungendliche sehen, aber Deutsche vermeiden den Kontakt weil sie oft durch den Medien Manipuliert werden das der Islam etwas schlimmes sei der die Welt Regieren möchte usw.

    In erster linie muss es mit dem Rassismus aufhören hier hört man Sachen das es nur bei Muslime Schulabrecher gibt und Soziale Probleme dies ist aber nicht der fall. Wissen sie wie Oft Deutsche frauen von ihren Männern verprüglt werden weil der Mann besoffen nach Hause Kommt nur dort ist es eine Tragödie und keine Islamist der am werk ist. Oder wissen sie wie oft es bei Deutschrussen zu gewalttaten in der Familie kommt dort spricht man aber auch nicht davon.

    Und selbst das was man hier in den Komentaren hört dann wird man feststellen das viele vororteile gegen über dem Islam haben.

    • Markus Hill sagt:

      1. Islam – ist das eine Rasse?

      2. Islam – Religion, auch mit gemässiger Ausprägung sehr oft anzutreffen. Natürlich soll man hier seine Religion ausüber dürfen. Kopftücher sind so gesehen auch nichts Schlimmes.

      3. Vorurteile sind normal. Sind kein Verbrechen. Und man kann auch mit Vorurteilen leben. Auch damit, dass manche Menschen andere Menschen nicht mögen. Noch haben wir glücklicherweise noch keinen Zwangsliebe-Erlass. Man setzt sich halt VERBAL mit dem Gegenüber auseinander.

      4. Islam – ist es nicht ein normaler Prozess (wie bei katholischer Kirche), dass man langsam lernt, mit Kritik umzugehen?
      Ist doch kein Beinbruch.:-)

  7. Johanna sagt:

    Zum Osmanischen Reich gehörte die Sharia, wie in anderen islamischen Ländern. Erst durch Atatürk wurde die Türkei zu einem laizistischen Staat gemacht.

    Die zunehmende Islamisierung der Türkei ist schwerlich zu übersehen, angefangen bei der AKP, weiter über Fetullah Gülen etc.

    Säkulare Türken sind mir in Deutschland willkommen, nicht jedoch Jene, die die Türkei und Europa islamisieren wollen. – und derer gibt es Viele. Abzulesen ist dies sehr gut an den nicht enden wollenden „Forderungen“ und den „Empörungen“ allerorten, die letztendlich in der Forderung nach Sharia-gemäßem Leben münden.

    Eine Buchempfehlung für Interessierte:

    […]

    • Markus Hill sagt:

      Um welches Buch geht es da?

      • Teleprompter sagt:

        Das würde mich auch interessieren.

        • Markus Hill sagt:

          @Redaktion bzw. Moderator (direkte Frage)
          Wurde der Titel vergessen anzugeben oder war der Titel „verboten“ (rechliche Bedenken der Redaktion)?

          • Es wurde lediglich ein Link entfernt, dass auf eine Seite verwies, in der wir kein Impressum finden konnten. Dort wurde ein Buch vorgestellt, dass offensichtlich nur als PDF-Download zur Verfügung stand.

            Grundsätzlich werden Links zu Seiten ohne Impressum entfernt. Das ist erforderlich, da wir für Inhalte fremder Seiten haften, auf die ein Link von MiGAZIN aus führt.

            • Johanna sagt:

              „Grundsätzlich werden Links zu Seiten ohne Impressum entfernt. Das ist erforderlich, da wir für Inhalte fremder Seiten haften, auf die ein Link von MiGAZIN aus führt.“

              Danke für diese Information. Seiten ohne Impressum sind mir auch immer unangenehm. In diesem Fall hatte es das Impressum nicht überprüft.

            • Markus Hill sagt:

              Das ist gut nachvollziehbar. Danke für die schnelle, präzise Antwort.

        • Johanna sagt:

          Sam Solomon, E. Al Maqdisi: Modern Day Trojan Horse: Al-Hijra, the Islamic Doctrine of Immigration, Accepting Freedom or Imposing Islam? (Taschenbuch)

          Bei Amazon gibt es die „Product Description“.

          Unter „moderndaytrojanhorse/com“ wird die Bedeutung on „Al-Hijra“ beschrieben.

  8. Antje L. sagt:

    Ich habe schon lange den Eindruck, daß unsere Zeitungen quasi schon als Standard mindestens einen Artikel täglich über böse Muslime auf dem plan haben.

    Passt ja auch zu der (gesteuerten?) Wahrnehmung in unserer Gesellschaft, sieh auch http://www.tagesspiegel.de/politik/antisemitismus-und-islamfeindlichkeit-in-deutschland-wir-machen-juden-und-muslime-zu-nicht-deutschen/10727544.html

  9. Spötterin sagt:

    Eine Gesellschaft schafft sich Identität durch:

    – Erfolg
    – gemeinsame Werte
    – Tradition
    – konstruierte Identität (Mythos)
    – Utopien
    – oder durch Feindbilder

    Der Erfolg bleibt aus, die Werte sind kommerzialisiert, die Tradition schwindet, der Mythos ist verpönt, die Utopien sind abgenutzt …