Sportvereine

Mädchen und Frauen aus Zuwandererfamilien gezielter ansprechen

Mädchen und Frauen aus Zuwandererfamilien, insbesondere Musliminnen, sollen verstärkt für ein Engagement in Sportvereinen gewonnen werden. Dazu sollen Sportverbände und -vereine zielgruppenspezifische Angebote entwickeln.

Dienstag, 07.07.2009, 7:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 04.09.2010, 1:36 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Darauf hat sich die Arbeitsgruppe „Integration und Sport“ verständigt, die jetzt auf Einladung von Staatsministerin Maria Böhmer im Kanzleramt getagt hat. Der Arbeitsgruppe gehören etwa 20 Vertreter aus Politik, Sport, Wissenschaft und von Migrantenorganisationen an. „Bisher sind Mädchen und Frauen aus Zuwandererfamilien im organisierten Sport deutlich unterrepräsentiert. Umso nötiger ist es, mehr von ihnen für den Sport im Verein zu begeistern, denn Sport ist Integrationsmotor. Er fördert die Begegnung von Menschen unterschiedlicher sozialer, kultureller und ethnischer Herkunft. Gerade im Verein schafft Sport Verständigung, wechselseitige Vorurteile werden im gemeinsamen Erleben abgebaut. Das sind große Potenziale für Integration, die wir noch besser nutzen sollten“, erklärte Staatsminsterin Maria Böhmer.

Nach einer Statistik des Deutschen Olympischen Sportbunds ist nur etwa jedes siebte Mädchen aus einer Zuwandererfamilie Mitglied eines Sportvereins. Bei den einheimischen Mädchen ist es mit 58 Prozent mehr als jedes zweite. Dabei ist das Interesse, Sport zu treiben, unter Migrantinnen nicht geringer ausgeprägt als unter einheimischen Mädchen und Frauen. Die Gründe für ihre seltenere Mitgliedschaft in Sportvereinen sind vielfältig: Häufig haben Migrantinnen in ihrer Freizeit wenig Kontakte zur einheimischen Bevölkerung. In manchen Zuwandererfamilien gibt es Misstrauen gegenüber außerfamiliären Aktivitäten. Bei Musliminnen kommen als Problem zudem das Verhüllungsgebot oder das Gebot der Trennung der Geschlechter hinzu. Andererseits verfügen Sportvereine häufig nicht über Angebote, die für Frauen und Mädchen aus Zuwandererfamilien attraktiv sind.

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„Die Sportverbände und –vereine sind nun aufgefordert, diese Punkte verstärkt zu berücksichtigen und ansprechende Angebote für Migrantinnen zu entwickeln. Ich freue mich darüber, dass die Arbeitsgruppe „Integration und Sport“ dieses wichtige Thema aufgegriffen hat. Das ist ein weiteres Zeichen für die gute Zusammenarbeit von Politik, Sport, der Wissenschaft und den Migrantenorganisationen. Dieser intensive Dialog hat auch maßgeblich zum Erfolg des Nationalen Integrationsplans beigetragen“, so die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Die Arbeitsguppe will eine Handreichung für Sportverbände und –vereinen mit konkreten Tipps erarbeiten, wie Mädchen und Frauen aus Zuwandererfamilien gezielter angesprochen werden können.

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