Rheinland-Pfalz

Landesweite Einbürgerungskampagne gestartet

Mit der ersten von insgesamt drei Informationsveranstaltungen startet heute in Koblenz die landesweite Einbürgerungskampagne „Wir sagen JA zur Einbürgerung". Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) und die Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Maria Weber, haben die Kampagne ins Leben gerufen; unterstützt wird sie von Innenminister Karl Peter Bruch, der für das Staatsangehörigkeitswesen zuständig ist.

Donnerstag, 02.07.2009, 7:14 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 2:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Ziel ist es, die Vorteile der Einbürgerung herauszustellen und die einbürgerungswilligen Ausländerinnen und Ausländer beim Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit zu unterstützen. Außerdem weist sie auf die Beratungs- und Informationsangebote in Rheinland-Pfalz hin, besonders im Hinblick auf die geänderten Voraussetzungen zur Einbürgerung.

„Die gleichberechtigte Teilhabe der Migrantinnen und Migranten in allen Bereichen des gesellschaftspolitischen Lebens ist das vorrangige Ziel der rheinland-pfälzischen Integrationspolitik. Die Kampagne eignet sich hervorragend, diesem Ziel ein gutes Stück näher zu kommen, denn wer sich einbürgern lässt und die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, hat alle Möglichkeiten der politischen Teilhabe sowohl in Deutschland wie in der Europäischen Union“, sagte Ministerin Dreyer zum Auftakt der Kampagne. Die Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration unterstrich, dass Rheinland-Pfalz in der Vergangenheit immer wieder für die Einbürgerung geworben, regelmäßig Informationsmaterialien erstellt und bereits 1997 eine Einbürgerungskampagne durchgeführt habe.

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„Die Einbürgerung stellt für Migrantinnen und Migranten in rechtlicher Hinsicht, aber besonders für ihre persönliche Lebensplanung ein bedeutendes Ereignis dar. Daher ist es besonders wichtig, Informationen nicht einfach nur zur Abfrage bereit zu halten, sondern die Menschen eindeutig einzuladen, sich mit dem Thema Einbürgerung zu befassen“, so Innenminister Karl Peter Bruch.

Die diesjährige Informationskampagne geht zurück auf eine Vereinbarung zwischen den Partnerinnen und Partnern der Integrations- und Migrationsarbeit und der Landesregierung zur Umsetzung des Integrationskonzepts des Landes. In einem ersten Schritt wurde die Informationsbroschüre „Fragen und Antworten zur Einbürgerung“ neu aufgelegt. Die Kampagne verstärkt noch einmal die Informationen über die Einbürgerungsvoraussetzungen und ermutigt zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit. Zentrale Elemente sind dabei Plakate, Handreichungen für Ausländerinnen und Ausländer, eine eigene Website und Veranstaltungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die Informationen zum Staatsangehörigkeitsrecht weitergeben. Einbezogen sind auch die Einbürgerungsbehörden.

Durchgeführt wird die Kampagne von der Beauftragten der Landesregierung für Migration und Integration in Zusammenarbeit mit dem Ministerium des Innern und für Sport, dem Initiativausschuss für Migrationspolitik und der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Rheinland-Pfalz. Die Kommunalen Spitzenverbände unterstützen die Kampagne.

Informationsveranstaltungen finden in Koblenz, in Bad Kreuznach und in Ludwigshafen statt.

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  1. Ausländer sagt:

    Ohne die doppelte Staatsbürgerschaft sage ich NEIN zur Einbürgerung!!!

    • delice sagt:

      Wenn Sie EU-Ausländer sind, also Staatsbürger eines der 27 EU-Staaten, inklusive der Deutschlands, plus die der Schweiz, wie auch eines der EFTA-Länder sind, gemäß dem § 12 Abs. 2 StAG, dann zählen Sie zu den über 500 Millionen Glücklichen, die ihre alte Staatsangehörigkeit behalten können und dabei zeitgleich die neue deutsche Staatsangehörigkeit erwerben dürfen.

      Selbst, wenn Sie aus einem streng muslimischen Staat, wie Afghnaistan, dem Iran, wie auch aus weniger und abgeschwächtere Staaten, wie Tunesien oder Marakko stammen, können Sie ebenfalls daran partiizipieren, wie eben oben auch, sogar wenn Sie von einem „Schurkenstaat“, wie Syrien herkommen, gemäß § 12 Abs. 2 StAG.

      Nur, wenn Sie aus der Türkei stammen gilt das obige nicht! Ja, dann müssen Sie sich entscheiden, entweder die türkische oder die deutsche Staatsangehörigkeit!

      Denn Sie könnten, demnach Illoyal werden, d.h. als möglicher Geheimnisträger Hochverrat, sprich Landesverrat begehen. Außerdem will man Ihnen die große Last möglicher Identitäts-Schwierigkeiten nicht antun, auch wenn dass über 1 Millarde Schwierigkeiten wohl damit nicht rechnen müssten, will man Sie, ganz fürsorglich der deutsche Gesetzgeber nun mal ist gegenüberden türkischen Staatsbürgern, dieses eigene persönliche dann entstehende Dilema bewahren!

      Es spielen hier auch keine Hinweise auf eine vergangene Waffenbrüderschaft aus dem 2 Weltkrieg, als so genannte „Achsenmacht“, bestehend aus dem Deutschen Kaiserreich, der Habsburger Monarchie und dem Bulgarisxchen Königreich.

      Auch nicht, dass die noch junge Republik Türkei sich bis fast zum letzten Augenblick dem Dritten Reich nicht den Krieg erklärte und völlig Neutral positionierte; also nie gegen Deutschland kämpfte!

      Später legte es auch kein Vetorecht gegen die noch junge BRD bei der NATO ein, damit das Deutschland nach 1949, so auch Vollmitglied der NATO werde! Man ist seit dem befreundeter strategischer Verbündeter der Allianz, man kennt also jedes noch so kleines Geheimnis in Fragen der Verteidigung des eigenen Landes! Warum aber soll man nun plötzlich Landesverräter sein?

      Man sollte doch sogar das jüngste Urteil des Bundesverfassungsurteil zur Frage der EU und dem Lisabon- Vertrag einmal genauer nachlesen. Da wiederholt und betont das oberste deutsche Gericht, dass die EU nur eine freiwillige Wirtschaftsorganisation sei und bleiben werde. Es gäbe nämlich kein europäisches Volk und kein eigenständiger Staat namens Europa, sonder nur ein Europa der Völker und selbstsändigen einzelnen nationalen Staaten, die sich zu einem losen Staatenbund vereinigt hätten. Bestimmungsgröße und Impulsgeber seien demnach die einzelnen Staaten, ihre Völker, Parlamente und Regierungen, außerdem gibt es auch einen Seitenhieb auf das Europäische Parlament, dass weder demokratisch noch rechtsstaatlich sei, weil auch nicht bestehend aus Regierung und Opposition. Es gibt also nach dieser Leseart zukünftig auch Staatsbürgerschaft der EU! Auch, wenn sich da aus dem EU-Vertrag oder dem Vertrag zu Lissabo etwas anderes niedergeschrieben sein sollte! Ergo ist die voranstellung von EU-Staatsürgern wohl auch nach dieser Leseart verfassungsrechtlich sehr bedenklich, und noch bedenklicher, wenn man gerade türkische Staatsbürger immer wieder davon gezielt, zweckdienlich und mit Anlauf und vorsätzlich davon ausnimmt!

      • Non-EU-Alien sagt:

        Treffender Kommentar, allerdings sollten Sie nicht alles auf Türken beziehen. Von der Regelung der Hinnahme der Mehrstaatigkeit sind noch andere „europäische“ Völker bzw. Staaten ausgenommen (bspw. Kroatien, Bosnien, Serbien, Albanien, Montenegro, Russland, Mazedonien). Nur bei den Kosovoalbanern wird Mehrstaatigkeit hingenommen, weil sie sich ja aus der serbischen Staatsangehörigkeit nur schwer ausbürgern lassen können. Serbische Staatsangehörigkeit? Ich dachte, seitdem Deutschland den Kosovo als Staat anerkannt hat, dass diese Leute aus der deutschen Perspektive nun kosovarische Staatsbürger sind. Wieso dann aus Serbien ausbürgern?

        Wie auch immer, es betrifft also nicht nur Türken, obwohl es wahrscheinlich die größte Gruppe unter den oben genannten ist. Mehrstaatigkeit soll vermieden werden und die Ausnahme sein, aber kann man wirklich von einer Ausnahme sprechen wenn

        1. jede zweite Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit passiert?
        2. es eine Ungleichbehandlung in Form einer Kategorisierung von Ausländern gibt?

        • delice sagt:

          Ich bitte Sie!

          Die erwähnten Staaten befinden sich allesamt auf dem Balkan, werden alle also demnächst in die EU ohne Wenn und Aber aufgenommen werden, das ist nur eine geringfügige Frage, die nur kurzweilige Natur ist. Diese Staaten auszunehmen wäre Weltfremd. Und das trotz gegenseitiger unzähliger Gräueltaten noch in diesem Zeitalter. Die Absolution erfahren diese meist früheren Jugoslawischen Staaten durch Auslieferung ihrer „größten Verbrecher“, so als hätten diese Unmenschen selbst und persönlich angelegt. Bei den Deutschen gab es wenigstens einen Ansatz einer Ent-Nazifizierung, hier hat nichts an Aufarbeitung stattgefunden, das sei nebenher noch erwähnt!

          Wir wollen doch das wahre Ausmaß und die vordergründige Intention der ersten Reform des RuStAG hin zur neuen StAG, seit dem 01.01.2000, nicht vergessen. Diese Anstrengung geschah im Hinblick auf die unsägliche Postkarten- und Unterschriftensammlung an Ständen in deutschen Fußgängerzonen. Die Diskussion wollen wir hier nicht nochmals wiederholen, wo die Leute gezielt danach fragten, wo man hier gegen Türken unterschreiben können, und nicht einmal für den Slogan „Für eine bessere Integration und gegen die Doppelte Staatsbürgerschaft“! Und ursächlich waren es ja die plötzliche Zunahme des Begehrens der deutschen Staatsbürgerschaft von den türkischen Staatsbürgern, die aber nur durch die deutsche und türkische Politik und Medien regelrecht dazu animiert wurden, doch bitteschön den letzten Schritt hin zu einer vermeintlich besseren Integration anzunehmen. Dabei haben diese Menschen auch nach vielen Jahrzehnten des dauerhaften Aufenthalts, diese deutsche Staatsbürgerschaft weder begehrt noch angestrebt. Denn ihre Rechte sind durch viele Verträge zwischen dem Deutschen Reich, der BRD und der EWG/EG/EU soweit gestärkt, dass sie ähnlich Rechte im Aufenthalt- und Arbeitsrecht haben, weitere Rechte hatten sie auch nicht gewollt. Das Interesse auch bei Einheimischen an Wahlen teilzunehmen gibt diese Haltung ja auch wieder. Ohnehin waren sie es gewohnt sich pflegeleicht und sehr ruhig zu verhalten; und ein Pass ändert sie auch nicht mehr zu einem Deutschen. Kurzum die aller meisten dachten wirklich nie an die Annahme einer deutschen Staatsbürgerschaft.

          Mit dem Ende der Ära Kohl und der neuen Hoffnung, und dem ersten Koalitionsvertrag der SPD und den Grünen, kam ein neuer Luftzug auch über diese Gruppe. Endlich hatten Sie ein wenig das Gefühl, dass sich das auch für sie zum positiven ändern würde. Wie alles andere auch, waren die beiden Ausländerversteher-Parteien letztlich noch schlimmer, als die Vorgänger unter CDU/CSU und FDP! Alle hehren Ziele kehrten sich in ihr Gegenteil.

          Seien wir doch ehrlich, im Grunde gibt es keine Ausländerfrage sondern eine Türkenfrage. Das Staatsangehörigkeitsrecht wurde so einschneidend und hart reformiert, dass letztlich 50.000 Menschen ihre deutsche Staatsbürger über Nacht verloren. D.h. seit dem 01.01.2000 haben die 50.000 deutschen Staatsbürger, die es wagten nach dem 31.12.1999 eine türkische Staatsbürgerschaft wieder anzunehmen diese über Nacht verloren, einfach per Gesetz nach § 25 Abs. 1 StAG.

          Seit dem Jahre 2000 sahen deutsche Politiker und Ausländerbehörden darüber hinweg. Die deutsche Politik nahm einen gegebenen Anlass, eine unglücklich formulierte Verlautbarung des damaligen türkischen Innenministers, und bauschte diese künstlich empört so hoch, dass man auch fast alle deutschen Medien dafür gewinnen konnte. Wie es denn sein könne, dass türkische Staatsbürger dies tun könnten. Nun zum einen taten viele dies noch mit dem alten Recht des § 25 Abs. 1 RuStAG, also auf ganz legale Weise, und was noch schwerer wiegt, nur türkische Staatsbürger wurden behelligt sich zu outen, alle anderen wurden nicht dazu aufgefordert sich selbst schriftlich anzuzeigen bzw. zu denunzieren! Nebenbei bemerkt hätten viele Staatsbürger von ehemaligen Ost-Blockstaaten behelligt werden müssen, denn das Gesetz muss nicht nur für alle gelten, sondern auch angewendet werden! Das Recht wurde aber nur bei türkischen Staatsbürgern angewendet und sonst bei niemanden, vollständig als Gruppe bzw. Ethnie! Vor allem auch ist eine Frage nie beantwortet worden: Warum man so lange zuschaute, also fast 5 Jahre lang, bis man sich entrüstete?! Wohl bis genügend Opfer-Lämmer angehäuft wurden!

          Der deutsche Gesetzgeber führte diese radikale Änderung derart hart und trotzig ein, dass es gegen seine eigene Rechtstradition verstieß, weil es keine Härtefallklauseln und Übergangsregelungen gab, dies natürlich bewusst!

          Die Krönung des Argumentum war ja die nunmehr zur Staatsdoktrin erhobene Staatsräson der „Vermeidung der Mehrstaatigkeit“. Der Deutsche habe nur eine Staatsangehörigkeit zu haben, blöd nur dass man zeitgleich hundertausenden Auslandsdeutschen mit dem gleichen Gesetz amnestierte, die eigentlich seit dem Jahre 1913 womöglich schon seit Generationen die deutsche Staatsbürgerschaft verloren hatten, genauer wäre zu sagen die Reichsangehörigkeit, weil bis zu den Gleichschaltungsgesetzen unter Hitler-Deutschland, gar keine einheitliche deutsche Staatsangehörigkeit es gab. Denn bis zum Jahre 1934 hatte man nur die Staatsangehörigkeit des Bundesstaates des deutschen Reiches, man hatte z.B. die Bayerische Staatsbürgerschaft, und galt z.B. in Hamburg-Altona als Ausländer, wie eben auch ein Franzose. Lediglich eine bessere Niederlassungserlaubnis hatte man inne, konnte also auch als ungewollter Ausländer nach Bayern abgeschoben werden. Die Alliierten US-Amerikaner übernahmen diese einheitliche Regelung von Hitler und gaben dem Freistaat Bayern eine eigene Verfassung, also mit einem Staatsgebiet und einer eigenen Staatsgewalt, aber auch ein eigenes bayerisches Staatsvolk mit einer eigenen Staatsangehörigkeit gibt es seit dem Jahre 1949. Denn jeder deutsche Staatsbürger der im schönen Freistaat Bayern lebt erhält neben der vorhanden deutschen Staatsbürgschaft auch die bayerische dazu. Nachzulesen in der Bayerischen Verfassung. Wo doch die BRD nicht einmal eine eigene Verfassung hat, haben die Bayern dies schon seit 1949! Das sei nur nebenbei erwähnt.

          Aber zurück zum eigentlichen Thema:
          Der deutsche Gesetzgeber hatte es sogar fertiggebracht das höchste deutsche Gericht von seiner Staatsräson völlig zu begeistern, so dass dieses Gericht noch am 08. Dezember 2006 in einem Urteil diese Staatsräson blind unterschrieb, ohne einen Blick auf den § 12 Abs. 2 und 1 StAG zu wagen. Denn da hätte es selbst erkennen können, dass es regelrecht hinters Licht geführt wurde. Und genau das trat denn auch knapp 9 Monate später ein. Und dieses Dogma wurde auch für die deutschen Staatsbürger mit der Reform vom August/September 2007 aufgegeben, sie wurden von der Sippenhaft mit den türkischen Staatsbürgern befreit!

          Selbst noch in der vorerst letzten Reform im Februar 2009, blieb man dabei, explizit türkische Staatsbürger davon auszunehmen!

          Wenn dieser deutsche Staat sich nicht in ein Unrechtsstaat oder eine Bananen-Republik zu offensichtlich verwandeln will, und wir immer noch gemeinsam an einen demokratischen Rechtsstaat glauben wollen, muss sich das ändern. Ausnahmegesetze sind im Grundgesetz untersagt!

          Die deutsche Politik hat sich entschlossen türkischen Staatsbürgern das Leben in Deutschland zu einem regelrechten Verhängnis werden zu lassen. Denn die Betroffenen, werden letztlich sogar mehrfach bestraft, was nicht nur gegen das Grundgesetz verstößt sondern, auch den Menschenrechtskonventionen, für die sich die BRD immer verpflichtet hatte! Neben dem, das der § 25 Abs.1 StAG die deutsche Staatsbürgerschaft unter dem Hintern einem nicht nur genommen wurde, man hat in Verkettung gemäß § 38 Aufenthaltsgesetz, sie in ihren Rechten auf null gestellt, so dass die Betroffenen, auch ihre vormaligen Aufenthalts-und Arbeitsrechte gleich mit verloren haben. Sie werden sodann nach über 4 Jahrzehnten dauerndem Aufenthalt in Deutschland so derart rückwirkend gestellt, als kämen sie erst gestern in Deutschland erst an! Und das alles wegen eines Stichtages (den 31.12.1999 überschritten hätten), ohne dass sich diese Menschen eines Betrugs oder dergleichen Straftatbestände schuldig gemacht hätten!

          Und hier werden sie ein weiteres Mal durch eine andere Stichtagsregelung gegängelt, diesmal weil sie eine so genannte 5 Jahres Frist in § 38 Aufenthaltsgesetz und wegen dem neuen § 35 StAG nicht erreicht hätten!

          Und hier sind nun mal fast ausnahmslos nur türkische Staatsbürger einzigartig genug davon betroffen. Man muss – mit Verlaub – sich nicht noch mehr selbst soweit runterziehen und kleinschätzen, wenn man abwegige Vergleiche heraufbeschwört! Reicht es denn nicht aus, dass man diese Gruppe von Menschen nur wegen ihrer Herkunft und ihrer türkischen Staatsbürgerschaft ganz offen angeht? Wo bleibt die eigene berühmte deutsche Selbstkritik, von Scham will ich hier bewusst nicht einmal sprechen, denn die war ja eh nie da in dieser Sache!

    • Non-EU-Alien sagt:

      Und ich sage JA zur Gleichbehandlung von Ausländern!!!

  2. Hans Schneter sagt:

    Bittesehr, niemand wird sie zwingen. Dann jammern Sie aber bitte nicht, wenn Sie nicht alle Rechte haben, wie die anderen. Das machen wir in der Türkei oder sonstwo auch nicht.

    • Non-EU-Alien sagt:

      „Bittesehr, niemand wird sie zwingen. Dann jammern Sie aber bitte nicht, wenn Sie nicht alle Rechte haben, wie die anderen.“

      –> OK, nachvollziehbar, aber wieso hat ein Spanier oder ein Bulgare mehr Rechte als ein Türke oder Kroate? Wir sprechen hier ja nicht von Rechten zwischen Ausländern und Deutschen, sondern zwischen Ausländern und Ausländern…

      „Das machen wir in der Türkei oder sonstwo auch nicht.“

      –> Dafür gibt es ja auch die Beibehaltungsgenehmigung Deutschlands ;) um diesen Missstand zu umgehen…

  3. delice sagt:

    Ich gestehe, dass ich von einer SPD nichts mehr positves erwarten kann; und auch nicht mehr will.

    Wenn eine SPD so etwas veranstaltet, kann nichts Gutes daraus erwachsen! Ich denke wir sind doch wahrlich allesamt gebrannte Kinder von Seiten der SPD!

    Nur eine SPD bringt es fertig genau die Menschen an den Henker auszuhändigen, die sie eigentlich gewählt hatten! Eine SPD tritt nie für die eigenen Schichten und Wähler ein, das muss doch nun endlich auch der letzte Wähler verstanden haben! Wer eine SPD wählt, verrät sich doch im Grunde selber!

    Hier in diesem Portal hat doch Herr Müntefering, der Chefkomiker der SPD, wie es Volker Pispers treffend in einer Parodie formuliert hatte, mit der SPD selbst den offensichtlichen Beweis angetraten, wenn kurz vorher für das kommunale Wahlrecht auch für Angehörige von so genannten Drittstaaten eintrat, um einige Wochen später, dann im Bundestag gegen diese gleiche Vorlage als Gesetz zu stimmen; und das auch noch mit einer noch offensichtlicheren Unwahrheit, eines vermeintlichen Einhalten von Koaltionsvertrag!

    Nun, wir erinnern uns auch noch daran, dass Herr Müntefering es unfair befand, Politiker an ihre Wahlversprechen zu messen! Nun die Wirklichkeitswahrnehmung der gesamten SPD ist so unscharf, dass sie eine Spucke als einen Regenfall einordnen!

  4. Boli sagt:

    @delice
    Es spielen hier auch keine Hinweise auf eine vergangene Waffenbrüderschaft aus dem 2 Weltkrieg, als so genannte “Achsenmacht”, bestehend aus dem Deutschen Kaiserreich, der Habsburger Monarchie und dem Bulgarisxchen Königreich.

    Was Sie angesprochen haben bezieht sich auf den 1. Weltkrieg. Im 2. Weltkrieg haben die Nazis versucht mit Hilfe von türkischen Ultranationalisten die Türkei in den Krieg mit rein zu ziehen. Die Alliierten haben dies aber verhindert. Als Achsenmächte wurden im 2. Weltkrieg in der Hauptsache Deutschland, Italien und Japan bezeichnet.
    ————————
    Die Türken stellen den größten Anteil der Migranten in Deutschland (ca. 3.5 Millionen). Ich könnte mir vorstellen, wenn es 35000 oder vielleicht noch 350000 wären würde es wohl anders aussehen mit der doppelten Staatsangehörigkeit. Da bin ich ziemlich sicher.

    –> OK, nachvollziehbar, aber wieso hat ein Spanier oder ein Bulgare mehr Rechte als ein Türke oder Kroate? Wir sprechen hier ja nicht von Rechten zwischen Ausländern und Deutschen, sondern zwischen Ausländern und Ausländern…

    @Non EU Alien

    In Ihrer Namensgebung steckt schon die Antwort. Spanier, Bulgare = EU,
    Türke, Kroate = Non EU

    • Non-EU-Alien sagt:

      @ boli –> Meinen Namen habe ich ja nicht von ungefähr mir ausgesucht. Eine Gesellschaft die auf den Grundsatz der Gleichbehandlung aufgebaut ist, kann nicht als Antwort geben: „Spanier, Bulgare = EU, Türke, Kroate = Non EU“, denn dann ist die Ungleichbehandlung mehr als offensichtlich. Darum geht es mir… Ich will nicht mehr Rechte als andere Ausländer, ich will die gleichen Rechte!

  5. ibo sagt:

    Bericht oben:
    ——————
    „Die Einbürgerung stellt für Migrantinnen und Migranten in rechtlicher Hinsicht, aber besonders für ihre persönliche Lebensplanung ein bedeutendes Ereignis dar. Daher ist es besonders wichtig, Informationen nicht einfach nur zur Abfrage bereit zu halten, sondern die Menschen eindeutig einzuladen, sich mit dem Thema Einbürgerung zu befassen“, so Innenminister Karl Peter Bruch.
    ———————————————————————————————————————————————————–

    Die rechtliche Hinsicht bzw. Gleichstellung sollte doch auch ohne eine dt. Staatsbürgerschaft möglich sein?
    Und wie bzw. warum bitte soll es für die persönliche Lebensplanung eine Rolle spielen?

    Ich gebe aber meine Arbeitskraft und Steuern. Dafür muss ich noch „infantile“ Nachrichten, Behauptungen und und und dulden.

    Nein, danke. Egal welchen Stress, Wartezeiten und zusätzlichen Papierkram….ich mir aufbürge…meinen türk. Pass behalte ich.

    Die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung gewährt mir innerhalb der EU überall als Tourist zu reisen, genauso wie ein Deutscher, was soll ich also davon haben. Alles wieder mal nur blabla…

    • Hans Schneter sagt:

      „Ich gebe aber meine Arbeitskraft und Steuern. Dafür muss ich noch “infantile” Nachrichten, Behauptungen und und und dulden. “

      was bekommen Sie dafür? Was hält Sie in so einem menschenverachtenden System?

      • ibo sagt:

        Das System zu korrigieren und Vorurteile abzubauen. Es dauert nicht mehr lange, bis die 80er und 90er Generation der Deutschen, die alle mit Multi-Kultis aufgewachsen sind oder es selber sind, in die Politik einsteigen und dann wird das menschenverachtende System gekippt.

        Erst wenn das geschafft ist, gehe ich nach Hause.

        • Markus Hill sagt:

          Darauf würde ich keine Hoffnung setzen. Selbst die Grünen werden immer ausgewogener und differentzierter bei der Migrationsdebatte. Viele Türken fliehen aus „Türken-Ghettos“, damit die Kinder eine faire Chance auf Bildung erhalten. Zunehmend werden diese auch kritischer ggü. den Stimmen der eigenen, oft selbsternannten Verbandsvertreter (DA besteht wohl Hoffnung, weil in diesen Verbänden vielleicht eine junge Generation an die Macht kommen kann – mehr Sachlichkeit und Ausgewogenhei). Die besagten Deutschen sehen auch die vielen Multikulti-Altlasten. Letztendlich haben dies auch Angst um die Bildungszukunft Ihrer Kinder.

  6. Hans Schneter sagt:

    „Das System zu korrigieren und Vorurteile abzubauen. Es dauert nicht mehr lange, bis die 80er und 90er Generation der Deutschen, die alle mit Multi-Kultis aufgewachsen sind oder es selber sind, in die Politik einsteigen und dann wird das menschenverachtende System gekippt.“

    Hoffen wir, dass dieser Schuss nicht nach hinten losgeht. Viele dieser Zeit haben wahrscheinlich einen eher schlechten Eindruck vom realen Multikulturalismus in unseren Großstädten. Wer von denen, die später Politiker werden, wurde nicht schon mal von Jungtürken – und Arabern angepöbelt, verschlagen oder verspottet…? Weltfremde Internatsschüler vielleicht – das wars.

    „Erst wenn das geschafft ist, gehe ich nach Hause.“

    Und dann machen Sie sicherlich zu Hause damit weiter? Da liegt aber noch viel Arbeit vor Ihnen….

    • ibo sagt:

      wieso bleiben Sie nicht beim Thema? Ihre Vergleiche sind eine Sackgasse.
      Die Türkei hat auch seine Probleme, deswegen wird ja Kapitel um Kapitel mit der EU verhandelt, oder nicht?
      Man kann nicht einfach so die Wirtschaftsnation Nr.17 auf der Welt ignorieren.

      Nun erklären Sie mir doch bitte wieso ich als mehr integriert gelten soll, wenn ich einen deutschen Pass hätte?

      Wieso soll der deutsche Pass für die persönliche Lebensplanung, wie oben im Bericht erwähnt, wichtig sein?
      Kann man denn nicht glücklich sein ohne diesen Pass und integriert gelten?
      Wieso können meine ital. Freunde 2 Pässe besitzen, ich aber nicht?

      Erklären Sie mir bitte, wieso sich alle Multi-Kulturellen untereinander besser verstehen als mit einem Teil der deutschen Bevölkerung?

      Finden Sie nicht, dass da etwas in die falsche Richtung läuft?

      • Hans Schneter sagt:

        „Nun erklären Sie mir doch bitte wieso ich als mehr integriert gelten soll, wenn ich einen deutschen Pass hätte?“

        sagte ich das irgendwo? Ich sagte, Sie sollen sich nicht beschweren, wenn Sie weniger Rechte haben. Und um Ihre nächste Frage zu beantworten:

        „Wieso können meine ital. Freunde 2 Pässe besitzen, ich aber nicht?“

        Weil die Türkei nicht oder noch nicht in der EU ist. Wie schon hundertmal erwähnt. Weil die Türkei nicht in diesem bestimmten Club Mitglied ist. Das mag ungerecht sein, ist aber so. Warum darf ich als Christ nicht nach Mekka? Warum? Warum?

        „Erklären Sie mir bitte, wieso sich alle Multi-Kulturellen untereinander besser verstehen als mit einem Teil der deutschen Bevölkerung?“

        Kann ich so nicht bestätigen, aber es mag sein, dass bestimmte Außenseiter sich gerne zusammentun. Ich wohne in einem Studentenviertel, hier sehe ich durchaus sehr durchmischte Grüpchen tagtäglich. Dass in diesen Deutsche irgendwie fehlten sollten, wäre mir nicht aufgefallen. Aber tatsächlich scheinen in diesen Gruppen sehr wenige Türken zu sein, die sind häufiger unter sich oder mit anderen Moslems zusammen.

        Wie Boli schon sagte, gibt es kaum ein Volk, dass so besessen auf andere Kulturen ist wie Deutschand, bis zur Selbstaufgabe. Ich möchte Ihnen hier an dieser Stelle ein Beispiel geben:

        Gucken Sie mal nach Berlin: Es gibt aus jeder auch nur denkbaren Kultur mindestens ein Restaurant hier, gut, vieleicht nicht das extrems exotische wie Eskimo-Food mit zappelnden Delphinen, aber doch sehr gemischt das Angebot. Der Berliner geht auch nicht oft Deutsch essen, denn das kann er daheim selber kochen.
        Und jetzt gucken Sie mal in eine türkische Großstadt, sagen wir Istanbul. Türkische Restaurants dominieren massiv. Im süden wie z.b. Antalya wird man ausserhalb von Touristenburgen ausländische Restaurants mit der Lupe suchen müssen, ich war selbst dort, ich spreche aus Erfahrung. Zugegebenermaßen ist das in Süditalien und Griechenland genauso. In Spanien wiederum nicht. Vielleicht liegts am Nationalstolz? Eine italienische Familie, die deutsch essen geht in Neapel? Undenkbar. Unmöglich. Maximal als Scherz.

        Nun sagen Sie nicht, dass das am deutschen Essen liegt, was die Deutschen betrifft. Nein, es liegt an der Expermimentierfreudigkeit, an der Neugier, an der Lust, andere Kulturen kennenzulernen. In den USA und in ganz Nordwesteuropa ist das ganz ähnlich.

        Das dennoch auch auf der Seite der Deutschen Fehler gemacht werden oder wurden, ist doch auch klar.

        • ibo sagt:

          da ist es wieder gefallen, dass Wort Moslem…ich will da jetzt nicht groß eingehen, aber selbstverständlich können Sie, Christen, Atheisten, Juden, nach Mekka reisen….Sie (und ich meine direkt Sie) wollen es nur nicht. Wo steht, dass es verboten ist?

          Sie haben ein Talent immer vom Thema abzulenken. Reden wir noch über den Bericht oben?
          Worauf wollen Sie hinaus? Das deutsche in Istanbul nicht in Restaurants investieren, dafür können wir nun wirklich nichts, aber ich denke wirtschaftl. Denken ist dafür verantwortlich, da halt die dt. Küche keinen besonderen Ruf geniesst. Dafür gibs aber ein Bauhaus und andere größere Firmen. Hat leider auch nichts mit dem Bericht oben zu tun.

          Ich scheine einen Nerv bei Ihnen getroffen zu haben.
          Multi-Kulti Bessenheit der Deutschen anhand von Imbiss-Buden oder Restaurants in Berlin zu definieren, klingt recht witzig. Wird dort die Gleichberechtigung gleich mitgegessen?

          Meine Frage bzgl der 2 Pässe haben Sie immer noch nicht beantwortet? Raten Sie eigentlich nur?
          Die EU-Staaten regeln das durch biliterale Abkommen, es ist nicht überall in der EU möglich eine doppelte Staatsbürgerschaft zu bekommen, selbst für Deutsche nicht.
          http://www.migration-online.de/data/doppelte_staatsbrgerschaft_1.pdf

          • Hans Schneter sagt:

            Mekka:
            http://de.wikipedia.org/wiki/Mekka

            „Meine Frage bzgl der 2 Pässe haben Sie immer noch nicht beantwortet? “
            Können Sie eigentlich nicht lesen?

            • ibo sagt:

              du wirst wohl nicht Pilgern oder, Mekka ist eine Stadt, die kannst du besuchen…

              du kannst zur Kaaba nicht rein (ca. 20km gebiet)…es sei denn du konvertierst..:-)
              dort werden Gebete abgehalten, die schaulustige Touristen nur stören würden…

              Der Besuch des Kaabas ist mit bestimmten Regeln verbunden, die einem Ungläubigen nicht auferlegt werden können.

              zu den 2 Pässen, das gehört zum Bericht…oben habe ich danach gefragt, also antworte komplett oder gar nicht und nicht mit anderen witzigen Themen.

              • Hans Schneter sagt:

                Herr Ibo,

                man kann als Nicht-Moslem nicht nach Mekka fahren, soll ich Ihnen denn den ganzen Wiki-Artikel vorlesen?

                „Nichtmuslimen ist das Betreten der heiligen Stadt strengstens verboten. Aus der ursprünglichen Befürchtung, der vorislamische polytheistische Kult an der Kaaba könne wiederbelebt werden, entstand der Wunsch, die heilige Stätte solle nicht durch Ungläubige entweiht werden. Straßensperren schirmen die Stadt vor dem Besuch von Nichtmuslimen ab.“

                http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Christian_Bypass.jpg&filetimestamp=20070508061343

                Selbst hier wird wieder nur schöngeredet, geradegebogen, wenn’s sein muss, gelogen. Mit Ihnen hat sich für mich jede Diskussion erübrigt.

                • Das schweift ja ganz schön aus. Bitte darum, diese Diskussion wo anders zu führen. Ob ein Nichtmuslim nach Mekka fahren kann oder nicht und aus welchen Gründen auch immer hat nun wirklich nichts mit der Einbürgerungskampagne in Rheinland-Pfalz zu tun.

  7. Boli sagt:

    Diese Multi-Kulturellen von denen Sie sprechen. Hmmm, erklären Sie mal bitte wer das sein soll und vor allem wieviele. Es gibt kein Multi-Kulturell weil es niemanden gibt, der sich in allen Kulturen heimisch fühlt bzw. Kontakt zu diesen hat. Selbst wenn man Freunde verschiedener Nationen hat, heißt das noch lange nichts. Denn das gemeinsame Fundament bildet eigentlich immer die jeweilige Landessprache. Und das einzige was die Leute verbindet sind allenfalls gemeinsame Interessen, Orte, Nachbarschaft aber Kultur ist meistens gar nicht mal das tragende Teil der Freundschaft. Und ich behaupte sogar, das gerade die Deutschen multikultureller sind (die Fähigkeit sich auch für andere Kulturen zu begeistern) als so manch anderes Volk explizit die Türken. Als Türke sollten Sie bitte besser vor der eigenen nationalen Türe kehren anstatt den Deutschen vor zu werfen nicht in der Lage zu sein mit fremden Menschen friedlich umgehen zu können. Wenn Sie mit „einem Teil der deutschen Bevölkerung“ vor allem den Osten meinen kann ich Ihnen zustimmen, da dieser Bevölkerungsanteil genauso wie die Türken quasi ununterbrochen in einem Staat gelebt haben, der sie ständig Ideologisch gedrillt und erzogen hat. Und diese Erziehung hat nur ein Ziel. Wir sind die Größten, Besten und Schönsten und wer uns kritisiert ist unser Feind.

    • ibo sagt:

      1. man muss sich nicht in der anderen Kultur heimisch fühlen, sondern Sie respektieren, dass reicht für ein gutes miteinander

      2. wenn Sie die Multi-Kulturelle Begeisterung der Deutschen auf Mallorca oder Antalya meinen, hmm, mag sein, dass könnte stimmen, scherz bei Seite, anhand Ihrer Antwort sehe ich, dass Sie gar nicht wissen was Multikulturalismus bedeutet. Ich erkläre es Ihnen gerne.

      Es bedeutet dass mehrere Ethnien nebeneinander existieren, sich gegenseitig Respekt, Verständnis und vorallem Toleranz entgegenbringen. Sehr wichtig ist auch für jede Kultur sich als gleichberechtigt zu fühlen.
      Dabei ist es sowas von unwichtig auf welcher Sprache Sie sich verständigen.
      Wichtig ist nur zusätzlich die Landessprache (in dem Fall Deutsch) zu beherrschen. Es kann doch nicht schaden Bi- oder Trilingual zu sein.

      Deutschland entwickelt sich unwiderruflich zum einer multikulturellen Gesellschaft.
      Auch die letzten Querulanten werden es also lernen, ob Sie wollen oder nicht.

      3. Das was die MK´s verbindet ist nicht nur die Nachbarschaft, sondern dass Sie Ihre Kultur pflegen und nicht vergessen und und und sich nicht assimilieren lassen. Das Sie als Ausländer hier aufwachsen und Ihre Familien ähnliche Geschichten (z.B. Auswandern) vorzuweisen haben.

      Ich werfe Deutschland im Allgemeinen nicht vor, Fremde nicht zu verstehen. Es ist aber eine Tatsache, dass vorallem ein Teil der älteren Generation sich schwer tut oder die, die kaum Kontakt zu Ausländern haben.

      4. Nun auf die Ossis wollte ich nicht hinaus, aber nach 20 Jahren der Wiedervereinigung werden diese immer noch vom Westen als Hinterwäldler betrachtet. Ihre Aussage muss umgekehrt betrachtet werden, der Westen Deutschlands schaut vom hohen Ross runter. Auch hier zeigt die Ausgrenzung Wirkung, mehr Arbeitslosigkeit, mehr Hartz4 Fälle, kriminelle Jugendliche…obwohl im Osten sehr, sehr wenige Migranten leben. Da sieht man, wozu Untoleranz führen kann.

      • Markus Hill sagt:

        „Deutschland entwickelt sich unwiderruflich zum einer multikulturellen Gesellschaft.
        Auch die letzten Querulanten werden es also lernen, ob Sie wollen oder nicht.“
        Das kling fast wie eine Drohung an. „Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlage ich Dir den Schädel ein.“:-)
        Der Wind pfeift gegenwärtig etwas anders in Deutschland. Die sehr grosse Gruppe der Aussiedler fährt wohl nicht auch dieser Multikulti-Schiene. Sie sind sich hoffentlich klar darüber, dass unter Umständen viele der hier lebenden Deutschen oder Doppelstaatler nichts gegen vielfältige Kulturen haben. Respekt haben viele auch vor vielen Kulturen – auch gegenseitig. Leider ist es so, dass aufgrund der unglücklichen „Zuwanderungsgeschichte“ der Türken (Bildungsferne, die Folgekosten etc.) oft der Respekt verloren gegangen ist. Vieles wird da als Belastung, Unverschämtheit und Undankbarkeit betrachtet. Ich rede hier von Gefühlen vermengt mit Tatsachen, nicht über die Abbildung der Objektivität. Das da oft die falschen Leute stigmatisiert und benachteiligt werden, ist wohl eine Tatsache. Die meisten Deutschen haben nichts gegen einen türkischen „Einstaatler“, der hier seine Steuern zahlt. Das Bild der Türken in Deutschland ist aber geprägt durch Sachen wie Rütli-Schule, Berlin-Neukölln etc. Teilweise medienbedingt, teilweise auch in der Realität wiederfindbar.

  8. Boli sagt:

    @ibo
    Ich sage Ihnen alle wunderbar was Sie so erzählen. Aber spätestens wenn ein Land in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommt hat es sich mit multikulturell. Dann wird der nächste Nachbar zum Feind wie im ehemaligen Jugoslawien geschehen. Und eben ja auch in der Geschichte der Türkei. Wieso wird immer von den Deutschen das Unmögliche verlangt? Wieso kloppen sich eigentlich Libanesen und Türken in Duisburg? Kurden und Türken in Berlin? Und nebenbei werden auch noch fast 330 Tage im Jahr also fast jeden Tag mind. 1 Berliner Busfahrer so verletzt, das dieser mind. für 1 Tag krank geschrieben ist?
    Multikulturell haut nur insofern hin wenn aus mehreren Kulturen letztendlich eine neue wird durch Vermischung. Die die immer nur nebeneinander leben wollten haben sich letztendlich schon immer gegenseitig den Schädel eingeschlagen. Das ist das Problem das ich damit habe. Weißt Du ich wohn in dem Stadtviertel hier mit einem Haufen Rußlanddeutschen zusammen. Gut es gibt nen Supermarkt um die Ecke wo es einige russsische Produkte gibt. Aber Schlägereien, Pöpeleien Fehlanzeige bei uns. Bei uns herrscht im Gegensatz zu solch einem Molloch wie Berlin Respekt und Frieden. Es liegt halt auch an der Nationalitätenmischung. Und mit Kulturverwandten lebt es sich halt auch einfacher.

  9. Boli sagt:

    Das Problem ist doch, das Multikulti immer nur funktioniert hat, wenn die Zeiten gut waren. In dem Moment wo Turbulenzen rein kommen ging es plötzlich wieder jeder gegen jeden. Und so wird es auch sein wenn sich die Wirtschaftskrise nicht in absehbarer Zeit wieder abmildert.
    http://www.migazin.de/2009/07/03/oecd-umgang-der-eu-mit-fluchtlingen-muss-sich-andern/

    Schau auf den Balkan, dem Kaukasus wie sie sich alle lieben (viele verschiedene Ethnien zusammen). Selbst wenn es Jahrzehnte funktionieren kann, bisher kam immer der Tag an dem sich alles wieder umkehrte, siehe ehemaliges Jugoslawien, Sowjetunion. Und man darf halt auch nicht vergessen es kommt auch darauf an, wie groß die Unterschiede sind. Ich lebe mit vielen Rußlanddeutschen in diesem Stadtteil und ich habe bisher noch nicht eine einzige Schlägerei, Pöpelei wie auch immer miterlebt.
    Und wenn es um Respekt geht schau Dir mal bitte das da an.
    Die Begründung war: „es leben ja eh 80 % Araber und Türken in diesem Viertel“. (Erste Anzeichen wohin der Hase laufen soll?)
    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/268595.html

    Im übrigen. Der Bildhauer hat so lange rumgemacht bis sie ihm sogar noch aus seinem vom Quartiersmanagement zu Verfügung gestellten Atelier rausgeworfen haben, bzw. ihm den Vertrag gekündigt haben.
    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/268692.html

    Also wer sollte Deiner Meinung nach nun wen respektieren?? Die Mehrheit die Minderheit? Die Ungläubigen die Rechtgläubigen? Es ist doch ein ewiges Spiel, bis es mal wieder kracht.