Berlin

Deutsche Islam Konferenz (DIK) tagt zum vierten Mal

Heute kommt das Plenum der Deutschen Islam Konferenz (DIK) in Berlin zusammen. Auf der vom Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble veranstalteten Konferenz kommen 30 Teilnehmer zusammen, 15 staatliche Vertreter und 15 muslimische Vertreter, unter anderem die vier islamischen Religionsgemeinschaften Islamrat, Ditib, VIKZ und ZMD. Ganz ohne Streit ist dabei die Konferenz bisher nicht verlaufen.

Donnerstag, 25.06.2009, 7:04 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 1:08 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Eingerichtet wurde die DIK vor knapp drei Jahren am 27. September 2006. Als Ziel der DIK gab der Innenminister eine bessere religions- und gesellschaftspolitische Integration der muslimischen Bevölkerung und ein gutes Miteinander aller Menschen in Deutschland, gleich welchen Glaubens.

Die Deutsche Islam Konferenz tagt dabei auf zwei Ebenen. Während einmal jährlich das Plenum zusammen kommt, treffen sich weitere Teilnehmer und die muslimischen Vertreter alle zwei Monate in den Arbeitsgruppen und dem Gesprächskreis der DIK.
Die DIK und ihre Arbeitsgruppen werden von einigen bisweilen auch außerhalb des Veranstaltungsrahmens heftig geführten Debatten begleitet.

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Während in der Arbeitsgruppe 1 „Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens“ Fragen bezüglich der Werteordnung des Grundgesetzes im Zentrum stehen, werden besonders Fragen hinsichtlich der Werteordnung des Grundgesetzes heftig diskutiert. Während die staatliche Seite das gemeinsame Bekenntnis zum Grundgesetz als Erfolg preist, werfen muslimische Vertreter der staatlichen Seite vor, leitkulturelle Bekenntnisse einzufordern. So hätte erst die staatliche Seite dazu bewegt werden müssen, sich auf die Werteordnung des Grundgesetzes ohne Rückgriff auf eine vermeintlich „deutsche Werteordnung“ festzulegen.

In der Arbeitsgruppe 2 „Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis“ wurden weitergehende religionspraktische Fragen behandelt. Eines der Ergebnisse der AG 2 war die Verabschiedung eines rechtlichen Grundlagenpapiers für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache. Zu einer Umsetzung des Papieres in den Bundesländern ist es bisher jedoch nicht gekommen. Die Diskussionen um die Einführung des islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache sind in den Ländern trotz Islamkonferenz bisher kaum vorangekommen.

Eher unspektakulär sollen dagegen die Debatten in der AG 3 gewesen sein. Die Arbeitsgruppe 3 „Wirtschaft und Medien als Brücke“ prüft, welchen Beitrag Wirtschaft und Medien zur Integration der Muslime leisten können. Teilnehmer sind aus diesem Grund zum größten Teil auch Medienschaffende und Vertreter der islamischen Religionsgemeinschaften. Eines der Ziele der AG sei es unter anderem, Empfehlungen für eine Berichterstattung zu konzipieren, die Stereotype durchbricht und Vorurteile abbaut.

Das dominierende Thema im Gesprächskreis „Sicherheit und Islamismus“ scheint dagegen die Sicherheitsfrage zu sein. Dies führte letztendlich dazu, dass der Gesprächskreis zum Teil die kontroversesten Diskussionen vorwies. Debattiert wurde dabei bisher über mögliche Bedrohungsszenarien und mögliche Kooperationen zwischen Polizei und Moscheevereinen. In der türkischsprachigen ZAMAN ist unter anderem ein Bericht aufgetaucht, wonach in dem Gesprächskreis von den muslimischen Vertretern eine Einführung eines Literaturindexes mit verbotener Literatur von muslimischen Autoren gefordert worden sein soll.

Im heutigen Plenum sollen die Ergebnisse der Arbeitsgruppen und des Gesprächskreises der Öffentlichkeit vorgelegt werden. Unter anderem soll auch die Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“, die im Auftrag der DIK vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erstellt wurde, vorgestellt werden.

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  1. Pingback: Deutsche Presse vom 25.06.2009 – Islamkonferenz, Praxisgebühr, Afghanistan, Integration, Türkei, Iran Schäuble | MiGAZIN

  2. Bushra sagt:

    Gibt es auch eine Langfassung? Wenn ja wo kann ich diese finden? Danke

  3. Pingback: Türkische Presse Europa vom 26.06.2009 - Islamkonferenz, Optionszwang, Muslime | MiGAZIN