Maria Böhmer

„Weiter für Einbürgerungen werben!“

"Die zurückgehenden Einbürgerungszahlen sind Ansporn, verstärkt die Vorteile einer Einbürgerung in den Blick zu rücken. So wirkt sich der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft positiv auf die wirtschaftliche Situation des Einzelnen aus. Zudem ermöglicht eine Einbürgerung die gleichberechtigte Teilhabe und die vollständige politische Partizipation."

Freitag, 12.06.2009, 14:55 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 1:00 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Das erklärte Staatsministerin Maria Böhmer zu den heute vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Daten. Danach wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 94.500 Ausländer eingebürgert. Das waren gut 16.800 Einbürgerungen weniger als im Vorjahr. „Die neueste Statistik sagt über die Lage der Integration in Deutschland weniger aus als Bildungserfolge, berufliche Teilhabe und Sprachkenntnisse. Die zurückgehenden Zahlen haben vielfältige Ursachen, die wir sorgfältig analysieren müssen. Zum Teil lässt sich der Rückgang mit Verzögerungen bei der administrativen Abwicklung einer großen Zahl von Einbürgerungstests, die zum 1. September 2008 eingeführt wurden, erklären. Nicht alle Behörden und Volkshochschulen waren darauf vorbereitet. Schon für 2009 rechne ich wieder mit einem signifikanten Anstieg“ erklärte die Integrationsbeauftragte.

Zwei Millionen Ausländer lebten lange genug in Deutschland, um eine Einbürgerung zu beantragen. „Sagen Sie Ja zu Deutschland und nutzen sie die Vorteile einer Einbürgerung“, appellierte Böhmer. Die Bundesregierung unterstütze einbürgerungswillige Ausländer. „Wir haben die Möglichkeiten zur Einbürgerung erleichtert. Wer gut Deutsch spricht und integriert ist, kann jetzt bereits nach sechs statt nach acht Jahren Aufenthalt in Deutschland eingebürgert werden. Auch die Ergebnisse des Einbürgerungstest belegen: Wir bauen keine Hürden bei der Einbürgerung auf“, betonte Böhmer. So hätten im ersten Quartal dieses Jahres fast 99 Prozent der Teilnehmer den Einbürgerungstest bestanden.

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„Einbürgerung ist ein Indikator von vielen, mit denen wir Integration messen. Entscheidend ist, dass wir die Migranten dazu befähigen, die Voraussetzungen für eine Einbürgerung zu erfüllen“, so die Staatsministerin. Wichtig sei, Deutsch sprechen zu können und über Grundkenntnisse von Staat und Gesellschaft zu verfügen. „Und dabei sind wir auf einem guten Weg. Das zeigt die hohe Beteiligung an den Integrationskursen. Mehr als eine halbe Million Menschen haben sich seit 2005 entschieden, in den Kursen die deutsche Sprache zu erlernen. Das ist ein großer Erfolg“, betonte Böhmer. Um mehr Einbürgerungen zu erreichen, müssten sich beide Seiten – Zuwanderer und Einheimische – anstrengen und einbringen. Die Migranten sollten Sprache als Voraussetzung und Bildung als Schlüssel für Integration ansehen. Die Einheimischen müssten die Vielfalt der Menschen in unserem Land verstärkt als Chance begreifen. „Besonders für die Einbürgerungsbehörden gilt: Sie müssen sich flächendeckend zu wirklichen Service-Stellen und Integrationsagenturen entwickeln. Denn die Potenziale der Migranten sind oft ein verborgener Schatz, den es zu heben gilt“, erklärte die Staatsministerin.

„Einbürgerung ist häufig auch eine Frage der emotionalen Bindung. Diese lässt sich nicht verordnen. Staat und Politik können nur die Bedingungen verbessern und den Rahmen setzen. Es geht darum, die Herzen der Menschen zu erreichen, damit sie sich mit unserem Land identifizieren. Und dies kann nur gelingen, wenn wir alle offen füreinander und bereit sind, vor einander zu lernen“, so Böhmer. „Integration gelingt nur gemeinsam.“

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  1. emire sagt:

    Wenn es ohne viel Papierkram möglich wäre ,
    würde ich heute statt morgen meine Deutsche Staatsangehörigkeit zurück geben.

    • Bernd sagt:

      Viele Migranten die gemerkt haben, daß sie hier als moderne Sklaven mißbraucht werden, und auch bei den einheimischen nicht so gut ankommen , möchten gern wieder in ihre Heimat zurück. Jedoch werden sie wirtschaftlich an der kurzen Leine gehalten, so daß eine Rückreise in ihr Heimatland garnicht möglich ist. Was Frau Böhmer hier fordert, ist „noch legaler“ Menschenhandel..

  2. ibo sagt:

    Böhmer: “Einbürgerung ist ein Indikator von vielen, mit denen wir Integration messen.“
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    die Scheinheiligkeit der Bundesregierung ist schon frech. Was soll denn das bedeuten?
    D.h. doch soviel wie, ohne eine Einbürgerung würde die Integration zum Teil nicht funktionieren? häh?
    Für mich sollte die Einbürgerung überhaupt nicht als Indikator genutzt werden. Da sind ganz, ganz andere Indikatoren von Wichtigkeit.
    1. Sprache
    2. ein gutes miteinander und Respekt der Kulturen
    3. Akzeptanz !!!!!
    4. Einhalten der Gesetze

    Ansonsten müssten hier auch alle Italiener, Griechen usw. einen dt.Pass beantragen?
    Tun diese dies? Nein. Die Nationalität bei der Integration darf keine Rolle spielen.

    Einerseits wird geworben, andererseits wird alles getan, um das Leben hier zu erschweren.
    Es geht hier nur um wirtschaftliche Vorteile, die die Bunderregierung versucht zu nutzen.

    Die Glaubwürdigkeit ist in meinen Augen gleich NULL. Wenn man andere Themen, wie die Visaproblematik betrachtet, fällt sofort auf, dass eine Tür geöffnet wird, aber gleich die nächste wieder „zugeknallt“ wird, so dass man wieder am selben Punkt sich befindet.

    Ich sehe überhaupt keinen Vorteil den dt. Pass zu beantragen. Man müsste schon seinen Namen ablegen, damit es überhaupt einen Sinn hat.

  3. HL sagt:

    @ Frau Böhmer
    „…Wichtig sei, Deutsch sprechen zu können und über Grundkenntnisse von Staat und Gesellschaft zu verfügen…“

    Dann müssen viele viele Integrationskurse in erster Linie für die einheimischen Deutschen eingerichtet werden ;-)