Tor der Kulturen

Bosporus in Duisburg

Die 32. Duisburger Akzente, seit 1977 ein in Deutschland fest etabliertes Kulturfestival, setzen sich dieses Jahr mit der Kulturhauptstadt 2010 Istanbul als Schwerpunkt des Themas „Türkei“ auseinander.

Von Burak Altas Dienstag, 14.04.2009, 7:49 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 05.09.2010, 19:50 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Unter dem Titel „Bosporus – Tor der Kulturen“ sind zahlreiche Aktivitäten, angefangen von der bildenden Kunst über Kabarett, Literatur bis hin zu Tanz und Wissenschaft, geplant. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, „die sich wandelnde Türkei (…) den Menschen hierzulande näher zu bringen“ – ob mit oder ohne Migrationshintergrund.

Ein anderes „Anliegen“ der „Akzente“ seien öffentliche Diskussionen zu den Fragen Emigration, Migration und Integration, ferner auch die „Öffnung zwischen Deutschen, Türken und Deutschtürken.“ Man wolle die kulturelle Identität sowie die – Differenz „beider Wertesysteme herausfinden und festhalten.“ Dabei sei wichtig, so Oberbürgermeister Sauerland (CDU), dass während des mehr als zweiwöchigen Programms „gängige Klischees und eingefahrene Sichtweisen“ durchbrochen werden.

Ähnliche Töne sind auch von den Veranstaltern des Kulturfestivals zu hören. „Die „Akzente“ wollen alte, starre (Moschee)Bilder ebenso überwinden wie vorurteilsbeladene (Kopftuch)Klischees“ heißt es auf der offiziellen Homepage der „32. Duisburger Akzente.“ So reiche „insbesondere in der (bildenden) Kunst inzwischen der Spannungsbogen von der Tradition bis hin zum ästhetischen Experiment.“

Dieser Spannungsbogen wird vom Minister für Kultur und Tourismus der Republik Türkei Ertuğrul Günay in einem ähnlichen Kontext erneut aufgegriffen: „Mit seinem natürlichen, geschichtlichen und kulturellen Reichtum gleicht Istanbul einem Regenbogen, der sich zwischen Europa und Asien spannt.“ Laut Günay seien die 32. Duisburger Akzente von großer Bedeutung und ein „wichtiges Signal dafür, dass der Wille, die kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu intensivieren, auf Gegenseitigkeit beruht.“ Schließlich zähle Deutschland zu den Ländern, „zu denen die Türkei engste Beziehungen in den Bereichen Tourismus, Kultur und Kunst pflegt.“

Im Programm sind Theaterstücke wie etwa Volker Löschs „Medea“ oder die Fortsetzung von „Schwarze Jungfrauen“ von Feridun Zaimoglu, dem wohl wichtigsten türkischstämmigen Dramatiker in Deutschland, enthalten. „Auch das Zusammenleben von Türken und Deutschen hierzulande“ interessiere schließlich Michael Steindl, künstlerischer Leiter der Theatersparte – ein Grund dafür, weshalb das Stück „Medea“, in welchem auch deutsch-türkische Schauspielerinnen ihre Talente entfalten, nach Duisburg gebracht wird. Großen Zulauf habe das bereits angekündigte Stück „Leyla & Medschnun“ erfahren, eine mit „Romeo und Julia“ vergleichbare türkische Liebesgeschichte.

Mit Ausstellungen wie „Istanbul“, in der Fotos mit Video- und Klanginstallation gezeigt werden, sowie zahlreichen Filmen, Diskussionen, Lesungen und attraktivem Rahmenprogramm sind die Wochen zwischen dem 24. April bis 10. Mai 2009 für alle interessierten Besucher der „Akzente“ im Hinblick auf den kulturellen Austausch zwischen Orient und Okzident sicherlich eine lohnenswerte Attraktivität.

Jungautor Burak Altas

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