Saarland

SPD will Integration vorantreiben

Die saarländische SPD will im Falle eines Wahlsieges die Integrationspolitik umgestalten. „Die CDU-Landesregierung hat in diesem Politikfeld völlig versagt. Beweis dafür ist die Untersuchung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung von Anfang dieses Jahres. Die SPD will daher dafür sorgen, dass das Saarland in Sachen Integration nicht länger Schlusslicht in Deutschland ist.“ Das erklärt der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Heiko Maas, vor Journalisten in Saarbrücken.

Donnerstag, 26.03.2009, 11:50 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 12.08.2010, 7:37 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Situation im Auffanglanger Lebach sei beispielhaft für eine misslungene Integrationspolitik. „Wenn Menschen dort über viele Jahre hinweg leben müssen, hat das nichts mit Integration zu tun. Es ist unwürdig“, so der SPD-Chef.

Desintegrativ und reaktionär war die Integrationspolitik der Landesregierung vor allem bei der Schulpflicht für Flüchtlingskinder. „Die SPD musste die CDU jahrelang vor sich hertreiben, so dass diese Frage im Sinne der Kinder und der Integration gelöst werden konnte. Erst im Juni letzten Jahres konnte die SPD die Landesregierung davon überzeugen, dass mit diesem Schritt eine große Benachteiligung von Ausländerinnen und Ausländern im Saarland beseitigt wurde“, so Maas.

___STEADY_PAYWALL___

Die SPD will in der Integrationspolitik eine Trendwende einleiten. „Die Ergebnisse all der PISA-Studien, wonach Kinder mit Migrationshintergrund durch das saarländische Bildungssystem benachteiligt sind, wollen wir ernst nehmen und demzufolge Veränderungen herbeiführen. Denn Fakt ist: Bildung ist eine der entscheidenden Maßnahmen für eine bessere Integration. Maßnahmen, die im Kindesalter ansetzen, haben die größte Aussicht auf Erfolg. Daher muss der Schwerpunkt der Bemühungen um Integration in der Bildung, bei den Jugendlichen und bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen liegen. Die SPD will die Bildungs- und Weiterbildungsangebote für Migrantinnen und Migranten zielgenau auf deren Bedarf zuschneiden.“

Zudem will die SPD die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am Arbeitsmarkt verbessern. „Die saarländische Wirtschaft wird zunehmend international. Interkulturelle Kompetenz wird zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, zum Ausbau der Absatzmärkte und der Erweiterung der Produktpalette immer wichtiger. Ausländische Beschäftigte bringen Erfahrungen und Kompetenzen (u.a. Sprachkenntnisse) mit, die von vielen Unternehmen im internationalen Wettbewerb benötigt werden. In diesem Sinne will die SPD Unternehmen, Personal und Betriebsräte sowie Migrantinnen und Migranten beraten und qualifizieren.“

Unabdingbar für eine bessere Integration ist auch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Flüchtlinge im Saarland. „Die Verweildauer im Lager Lebach muss auf drei Monate begrenzt werden. Ein jahrelanger Aufenthalt im Lager ist menschenunwürdig und trägt nur dazu bei, dass sich die Betroffenen zurückziehen. Die Folge sind Parallelgesellschaften“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrich Commerçon. Genauso erforderlich sei es, von der Versorgung mit Lebensmittelpaketen Abstand zu nehmen und auf Geldleistungen umzustellen. Da immer weniger Flüchtlinge ins Saarland kämen, sei diese Art der Versorgung nicht mehr notwendig und nicht mehr zeitgemäß.

Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. Serdar sagt:

    Das kommt mir nicht ehrlich rüber,denn die SPD war es,die die CDU beim neuen Zuwanderungsgesetz unterstützt haben und deswegen viele Menschen aufgrund von deutschen Sprachkenntnissen voneinander getrennt haben.