Türkische Gemeinde in Deutschland

Große Sorgen über die Ausländerfeindlichkeit unter Jugendlichen in Deutschland

„Wir sind auch in Anbetracht der Weltwirtschaftskrise und ihren Folgen für Deutschland in großer Sorge über die Zahlen zu den rechtsextremen, ausländerfeindlichen und antisemitischen Haltungen von Jugendlichen in Deutschland“ so Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD).

Mittwoch, 18.03.2009, 14:16 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 29.08.2010, 11:45 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Studie, die gestern von Innenminister Dr. Schäuble und dem Kriminologen Prof. Dr. Pfeiffer vorgestellt wurde, sieht einen hohen Anteil ausländerfeindlicher und antisemitischer Haltungen unter den Jugendlichen sowohl in West- als auch in Ostdeutschland.

Die Zahlen der Studie machen nach Auffassung der Türkischen Gemeinde in Deutschland deutlich, dass Rassismus und Antisemitismus kein Randgruppenproblem sind. Rassistische und antisemitische Haltungen sind längst in der Mitte der Gesellschaft vorzufinden. „Wir müssen handeln und auch verstärkt eine Antidiskriminierungskultur in Deutschland ausbauen. Rechtsextreme Haltungen und Gewalttaten sind nur die Spitze des Eisberges“, so Kolat weiter.

Kolat hoffe jedoch, dass die demokratischen Kräfte in Deutschland diesen Entwicklungen Einhalt gebieten werde. Deswegen rufe die Türkische Gemeinde in Deutschland alle demokratischen Kräfte auf, alles zu tun, um den Anfängen der möglichen Gefahren zu wehren.

Die Pfeiffer-Studie stelle auch fest, dass die Verbesserung der Bildungschancen sich präventiv auf Jugendkriminalität auswirke. „Dies zeigt, dass der höhere Anteil straffällig gewordener Jugendlicher mit Migrationshintergrund kein ethnisches sondern ein soziales Problem ist. Es ist zum Wohle aller und mehr denn je erforderlich, die Chancengleichheit im Bildungssystem zügig voran zu treiben.“ so Kolat weiter.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland leistet mit ihrer bundesweiten Bildungskampagne, die sich sowohl auf Eltern als auch Schüler/innen türkischer Herkunft richtet und das Bildungsbewusstsein steigern möchte, dazu ihren Beitrag als Migrantenselbstorganisation. Die hausgemachten strukturellen Barrieren, die Chancengleichheit verhindern, können jedoch nur durch die Politik angegangen werden.

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