Premiere

Das Wort zum Freitagsgebet vom Arbeitsamt

Der Chef der Hamburger Arbeitsagentur Rolf Steil sprach am Freitag vor rund 1500 Gläubigen in der Centrum-Moschee in St. Georg. In den Hamburger Moscheen informiert die Arbeitsagentur die Gemeinde während des Gebets "über die Wichtigkeit der schulischen und beruflichen Bildung".

Montag, 16.03.2009, 15:56 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 29.08.2010, 11:36 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Ramazan Ucar, Imam der Centrum-Moschee, hat den Chef der Hamburger Arbeitsagentur, zum Freitagsgebet in die Moschee eingeladen, um Jugendliche mit Migrationshintergrund über die Bedeutung von Bildung und Integration für den Arbeitsmarkt aufzuklären.

In Deutschland stammten 15 Millionen Menschen aus Zuwandererfamilien. Darunter seien sieben Millionen Ausländer, bei denen die Arbeitslosigkeit trotz guter Wirtschaftslage im Jahr 2008 bei 18 Prozent gelegen habe. „Von 1348 arbeitslosen Jugendlichen ohne deutschen Pass haben 1100 keine abgeschlossenen Berufsausbildung und 412 keinen Hauptschulabschluss“ so Steil.

Das Ziel der Hamburger Arbeitsagentur ist junge Leute über die Voraussetzungen des Berufseinstig zu informieren. Steil sprach auch über die besondere Rolle der Eltern bei der Berufswahl und Berufsorientierung der Jugendlichen. „Die persönliche Teilhabe in der Gesellschaft definiert sich insbesondere durch einen Schulabschluss, der wiederum Schlüssel für den Einstieg in eine qualifizierte Berufsausbildung ist“, erklärte Rolf Steil.

Der Imam der Centrum-Moschee Ucar betonte: „Wir sehen es als unsere Aufgabe und gesellschaftliche Pflicht an, unsere Gemeindemitglieder für den Themenbereich Bildung zu sensibilisieren“. Daher werde dieser Auftritt kein Einzelfall bleiben. Es seien noch vier weitere Informationsveranstaltungen während des Freitagsgebets in den Hamburger Moscheen geplant.

Steil bedankt sich ausdrücklich bei dem Imam Ramazan Ucar, der diesen besondern Termin in der Islamischen Gemeinde ermöglicht hat: „Es ist für mich eine Ehre, während des Freitagsgebets direkt ein Wort an die ca. 1500 Gläubigen zu richten. Gleichzeitig bekräftigt diese Geste den Willen der Islamischen Gemeinde, das Thema der schulischen und beruflichen Qualifizierung zu unterstützen.“

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  1. Eine lobenswerte Aktion und meinen Respekt für beide Seiten.
    Es wird Zeit, dass auch die Türken in Deutschland der Bildung den gleichen hohen Stellenwert zumessen, wie das in der Türkei bereits seit längerem der Fall ist. Dass soviele türkischstämmige Jugendliche (und deren Eltern) die immense Wichtigkeit einer guten Bildung vermissen lassen, trifft hier in der Türkei in meinem (zumeist dem Mittelstand angehörenden) Bekanntenkreis auf absolutes Unverständnis.

    Im übrigen kommt in der Türkei kein Elternpaar auf den Gedanken, die Sorge um Erziehung und Bildung dem Staat zu überlassen. Was man nicht selbst in die Wege leitet, geschieht nicht. DAVON könnten selbst viele deutsche Eltern lernen….

    Gruss aus der Türkei
    Martina Yaman