Die „Letzte Verteidigungswelle“ agierte jugendlich-unprofessionell, aber gefährlich. Ziel der jungen Terroristen: die Vernichtung von Ausländern und politischen Gegnern. Nun wurden sie verurteilt. Von Martin Fischer
Am 22. Juli vor zehn Jahren tötete ein Rassist am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen, die er gezielt auswählte. Beim Gedenkakt forderte Bundespräsident Steinmeier „mehr klare Kante“ gegen Rassismus. Zeitgleich erinnerte Norwegen an die Anschläge von Oslo und Utøya. Was die Taten verbindet.
Sie suchten stundenlang nach ihren Kindern, erhielten widersprüchliche Auskünfte und wurden mit der Todesnachricht allein gelassen. Der rechtsextreme Anschlag am Münchner Olympia-Einkaufszentrum vor zehn Jahren endete nach wenigen Minuten – das Leiden der Familien hält bis heute an. Sie verlangen Aufklärung, Respekt und Erinnerung. Von Susanne Schröder
15 Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag auf der norwegischen Ferieninsel Utøya berichten Überlebende und Angehörige, wie der 22. Juli ihr Leben weiterhin prägt. Erinnerungen, Trauer und Wachsamkeit kehren besonders vor dem Jahrestag mit großer Wucht zurück. Von Julia Wäschenbach
Neun Menschen mit Migrationsgeschichte wurden am Olympia-Einkaufszentrum vor zehn Jahren ermordet. Obwohl zahlreiche Hinweise auf ein rassistisches Motiv deuteten, hielten die Behörden jahrelang an der Einordnung als unpolitischer Amoklauf fest - ein Rückblick. Von Daniel Staffen-Quandt
Beim rassistischen Anschlag am Münchner OEZ wurde der 14-jährige Can getötet. Für seine Eltern setzte sich das Leid nach dem Anschlag in den Reaktionen von Polizei, Behörden und Politik fort - die rassistische Dimension der Tat wurde lange bestritten. Von Cordula Dieckmann und Johannes Mörz
Mit Krankenkassenkarte und Personalien half Susann E. der NSU-Terroristin Zschäpe. Sie galt als engste Vertraute der Neonazis. Das Gericht sieht ihre Schuld als erwiesen an – ins Gefängnis muss sie trotzdem nicht. Damit ist aktuell kein einziger NSU-Unterstützer hinter Gittern.
Nach dem Auffliegen des NSU versprach der Staat den Angehörigen umfassende Aufklärung - und brach es. Nun ist auch das zugesagte Dokumentationszentrum nicht finanziell gesichert – obwohl es im Bundeshaushalt kaum ins Gewicht fallen würde. Von Sedat Dursun
Der NSU-Komplex zählt zu den schwersten Nazi-Verbrechen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Susann E. soll die Neonazi-Terrorzelle unterstützt haben. Die Bundesanwaltschaft ist von ihrer Schuld überzeugt. Der Prozess in Dresden zeigt: Es gibt keinen Schlussstrich für Mitwisser.
Der NSU-Ausschuss in Mecklenburg-Vorpommern zieht nach 123 Sitzungen Bilanz. Im Zentrum stehen massive Versäumnisse von Sicherheitsbehörden – von Ermittlungen gegen Angehörige bis zu nicht ausgeschöpften Möglichkeiten im Komplex „Nordkreuz“. AfD relativiert.