Wer selbst um Anerkennung kämpfen musste, kann die Maßstäbe der Mehrheitsgesellschaft gegen Neuankommende richten. So entstehen interne Hierarchien, Konkurrenz um Zugehörigkeit und eine Solidarität, die gerade gegenüber Geflüchteten und Armen brüchig wird. Von Kiflemariam Gebre Wold
Die Familie war 2020 mit deutschen Pässen eingereist, später wurden ihr die Dokumente entzogen. Nun gibt es neue Hoffnung: Der Kreis Siegen-Wittgenstein prüft, ob die drei Frauen und fünf Kinder dauerhaft bleiben können.
Tim Raue blickt auf seine Jugend bei den „36 Boys“ zurück – auf Gewalt, Gemeinschaft und das Gefühl, endlich Teil von etwas zu sein. Die deutsche Integrationspolitik jener Jahre kritisiert er scharf. Von Andreas Rabenstein
Nach langer Suche arbeitet die Afghanin Zahra Sarwari in der Mensa der TU Dresden. Ein gefördertes Projekt bringt geflüchtete Frauen mit dem Studentenwerk zusammen und zeigt, wie Integration am Arbeitsplatz gelingen kann. Von Jörg Schurig
Grünpflege statt Deutschkurs? Die CDU in Niedersachsen will die Arbeitspflicht für Geflüchtete flächendeckend umsetzen. Kommunen warnen vor hohem bürokratischem Aufwand, der Flüchtlingsrat sieht Symbolpolitik statt echter Wege in Arbeit und Integration. Von Christopher Weckwerth und Christian Brahmann
Sachsen sieht sich bei der Integration von Zugewanderten auf gutem Weg. Zugleich benennen die Daten Defizite bei Schulabschlüssen, Spracherwerb, Erwerbstätigkeit und Diskriminierung. Eine neue Förderrichtlinie soll mehr Chancen ermöglichen.
Deutschland wirbt in Indonesien, auf den Philippinen und in Usbekistan um Personal. Doch im Wettbewerb um Fachkräfte zählen nicht nur Jobs und Löhne, sondern auch Anerkennung, Familie, Sprache – und Schutz vor Rassismus. Von Martina Herzog, Michael Donhauser und Carola Frentzen
Wer Stigmata abbauen will, darf Menschen nicht erst als „gefährliche Ausländer“ markieren. Begriffe wie „Gastrecht“ machen Zugehörigkeit zur Bewährungsprobe – und treffen am Ende nicht nur Straftäter. Von Birol Kocaman
Die AfD Mecklenburg-Vorpommern stellt Migration in ihrem Programmentwurf zur Landtagswahl 2026 als Bedrohung für „Heimat“ und „Identität“ dar. Teilhabe wird dabei zur Frage von Herkunft, Nutzen und Anpassung. Von Sedat Dursun
Integration wird in Deutschland oft als Bringschuld von Zugewanderten beschrieben. Dabei gelingt Ankommen erst, wenn Nachbarn, Kollegen und Gesellschaft nicht nur Erwartungen formulieren, sondern im Alltag Zugänge schaffen. Von Anissa Kirch