Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt befeuert Ängste in der Zivilgesellschaft. Organisationen fordern einen Schutzschirm und Streichung der Residenzpflicht. Vize-Kanzler Klingbeil warnt vor einer „Politik der Ausgrenzung“ – und berät über Kürzungen im Bereich Integration und Demokratieförderung.
Während Integrationskurse gekürzt und Beratungsangebote geschwächt werden sollen, stehen für Abschiebungen und Return Hubs Millionen bereit. Dahinter zeichnet sich mehr als ein Sparkurs ab. Von Filiz Polat
In Deutschland lebten zur Jahresmitte rund 3,5 Millionen Geflüchtete - etwa 20.000 weniger als zu Jahresbeginn. Als Gründe nennt die Bundesregierung Abschiebungen, Ausreisen und Einbürgerungen. Die Bundesregierung hält weiter an Verschärfungen fest. Die Linke fordert schnellere Integration. Von Karsten Frerichs und Jürgen Prause
Rudabeh lernt Deutsch, sucht Arbeit und plant in Deutschland ihre Zukunft. Gleichzeitig entscheidet eine von den Taliban beeinflusste Botschaft über den Pass ihrer Familie. Gleichzeitig wächst die Sorge vor Abschiebungen. Von Irene Dänzer-Vanotti
Bundespräsident Steinmeier fordert eine klare Absage an die Ausgrenzung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Gleichzeitig müsse die Politik Sorgen über Migration aufnehmen und dort handeln, wo das Vertrauen in ein gelingendes Zusammenleben verloren gegangen sei.
Wer selbst um Anerkennung kämpfen musste, kann die Maßstäbe der Mehrheitsgesellschaft gegen Neuankommende richten. So entstehen interne Hierarchien, Konkurrenz um Zugehörigkeit und eine Solidarität, die gerade gegenüber Geflüchteten und Armen brüchig wird. Von Kiflemariam Gebre Wold
Die Familie war 2020 mit deutschen Pässen eingereist, später wurden ihr die Dokumente entzogen. Nun gibt es neue Hoffnung: Der Kreis Siegen-Wittgenstein prüft, ob die drei Frauen und fünf Kinder dauerhaft bleiben können.
Tim Raue blickt auf seine Jugend bei den „36 Boys“ zurück – auf Gewalt, Gemeinschaft und das Gefühl, endlich Teil von etwas zu sein. Die deutsche Integrationspolitik jener Jahre kritisiert er scharf. Von Andreas Rabenstein
Nach langer Suche arbeitet die Afghanin Zahra Sarwari in der Mensa der TU Dresden. Ein gefördertes Projekt bringt geflüchtete Frauen mit dem Studentenwerk zusammen und zeigt, wie Integration am Arbeitsplatz gelingen kann. Von Jörg Schurig
Grünpflege statt Deutschkurs? Die CDU in Niedersachsen will die Arbeitspflicht für Geflüchtete flächendeckend umsetzen. Kommunen warnen vor hohem bürokratischem Aufwand, der Flüchtlingsrat sieht Symbolpolitik statt echter Wege in Arbeit und Integration. Von Christopher Weckwerth und Christian Brahmann