Vorgezogene Arbeitserlaubnis klingt nach Hilfe für Geflüchtete, ist aber ein Spar- und Ausbeutungsmodell: arbeiten, zahlen, warten, leben in Unsicherheit – und am Ende droht die Abschiebung. Von Prof. Dr. Franz Hamburger
Neue Asylregeln: Wer in der EU Schutz sucht, kann bald schneller abgeschoben werden – anders als bisher nicht in das Herkunftsland, sondern auch in Drittstaaten außerhalb der EU. Das Vorhaben ist umstritten.
Griechenland plant zusammen mit Deutschland und anderen EU-Ländern sogenannte Return Hubs in afrikanischen Staaten. Dort sollen Menschen inhaftiert werden, die nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können.
Hessens Innenminister Poseck fordert kurz vor den Kommunalwahlen Handyortungen und Observationen von Geflüchteten. Begründung: viele tauchten vor Abschiebeterminen unter. Der Flüchtlingsrat spricht von „feuchten Fantasien“, die Polizei von „perfider Menschenjagd“.
Paradox: Gewalt und Unterdrückung haben im Iran deutlich zugenommen, gleichzeitig sinkt die Schutzquote von Geflüchteten aus dem Land. Pro Asyl kritisiert das Bundesamt. Gerichte kassieren inzwischen fast jeden zweiten Asyl-Bescheid als fehlerhaft. Von Jens Bayer-Gimm
Seit Dezember schiebt Deutschland vereinzelt wieder Geflüchtete nach Syrien ab – und will die Zahl der Rückkehrer weiter anheben. Damaskus zeigt sich grundsätzlich offen dafür, warnt aber vor dem falschen Zeitpunkt. Das Land sei noch nicht so weit.
Italiens Regierung treibt die nächste Stufe ihrer Abschreckungspolitik voran. Ein neues Gesetz soll Seeblockaden, schnellere Abschiebungen und Auslagerung von Asylverfahren ermöglichen.
Die Sozialminister der Länder drängen darauf, „wirtschaftlich inaktive“ EU-Bürger zur Rückkehr zu bewegen – notfalls durch Abschiebung. Problematisch ist nicht nur die Härte des Kurses, sondern auch die Art. Von Joachim Krauß
Ein Flüchtling aus dem Südsudan, der sich in einem Hamburger U-Bahnhof mit einer Iranerin vor einen Zug geworfen hat, sorgt für Entsetzen. CDU-Politiker fordern Konsequenzen aus der Tat: schnellere Abschiebung.
Ein aus Mauretanien stammender Mann war wegen Sozialbetrugs aus Deutschland ausgewiesen und ihm eine Rückreise verwehrt worden. Weil der ehemalige Guantánamo-Häftling inzwischen EU-Bürger ist, muss die Stadt Duisburg das Verbot aufheben.