Wenn klamme deutsche Rentner in Thailand leben, heißt das „Selbstverwirklichung“. Wenn Arme nach Deutschland kommen, sind sie „Wirtschaftsflüchtlinge“. Deutschlands vergessene Auswanderungsgeschichte und Doppelmoral - zum 75. Jahr der Genfer Flüchtlingskonvention. Von Kiflemariam Gebre Wold
Die Simpsons liefern das passende Bild: Friedrich Merz als Burns, Carsten Linnemann als treuer Smithers. Der viel beschworene Fachkräftemangel hat offenbar auch die Union erreicht. Von Sven Bensmann
Für seinen Kinderwunsch überwand Jens Spahn Grenzen und nutzte seinen Wohlstand. Eine Leihmutter, die aus wirtschaftlicher Not nach Deutschland käme, würde seine Migrationspolitik an der Grenze zurückweisen. Von Birol Kocaman
Die WM in den USA zeigt uns nicht nur unsere sportliche Mittelklasse, sondern auch unsere drittklassige Debattenmoral – und den deutschen Freundschaftsrabatt für westliche Werte, denen wir gerne universelle Geltung zuschreiben. Von Birol Kocaman
Mehr Therapieplätze sind wichtig, lösen aber nicht jede Hürde. Eine Psychologin an einer Schule in Berlin-Neukölln über Scham, soziale Herkunft, Migrationserfahrungen – und darüber, warum Hilfe nicht immer als Hilfe erlebt wird. Von Esma Coşgun
Transparenz ist lästig, Grundrechte sind teuer und soziale Sicherheit gefährdet angeblich den Standort. Praktisch, dass sich all diese Probleme mit Überwachung, Kürzungen und weniger Mitsprache lösen lassen – zumindest aus Sicht der Profiteure. Von Sven Bensmann
Baden-Württembergs Polizei nennt künftig grundsätzlich die Nationalität von Tatverdächtigen. Damit wird Herkunft amtlich markiert – und ein ohnehin verzerrter Verdacht weiter verschärft. Von Ekrem Şenol
Die AfD wird stärker, rechtsextreme Einstellungen werden sichtbarer, demokratische Institutionen geraten unter Druck. Doch Gegenwart ist keine festgelegte Zukunft: Demokratie bleibt dort offen, wo Menschen gemeinsam handeln. Von Joachim Glaubitz
Staatliche Pressearbeit hat Macht, weil Behörden mit amtlicher Autorität sprechen. Wenn Medien diese Perspektive ungeprüft weitertragen, können sich falsche Vorwürfe verfestigen. Ein Erfahrungsbericht Von Marvin Oppong
Bunte Werbung kann Rassismus nicht überdecken, wenn Ausschluss im Alltag weiter wirkt. Die Frage ist nicht, wer im Spot vorkommt, sondern wer Wohnungen bekommt, befördert wird und Entscheidungen trifft. Von Kiflemariam Gebre Wold