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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

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Der Dolchstoß

Die AfD kann nicht im Parlament, nicht in antifaschistischen Demos besiegt werden. Sie muss in ihrer Keimzelle getroffen werden: In den Fußballstadien und den Stammtischen. Von Sven Bensmann

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MiGAZIN Kolumnist Sven Bensmann © privat, bearb. MiG

VONSven Bensmann

Sven Bensmann (geb. 1983 bei Osnabrück) hat Philosophie, mittlere und neuere Geschichte, sowie europäische Ethnologie in Kiel studiert und einige Jahre von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ein politisches Blog betrieben.

DATUM3. Juli 2018

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Ein paar Tage ist es nun her, die Analysten haben analysiert, die Moderatoren haben es moderiert und die Zuschauer zugeschaut. Taktische Raffinessen wurden besprochen und festgestellt haben sie alle: das spielerische Potenzial, es war ja da. Die deutschen Frontschweine, sie hätten bis nach Moskau, ins Endspiel; marschieren können. Allein an der Moral hat’s wohl gefehlt. Und warum?

Auf eine begeisternde WM 2014, bei der Deutschland endlich wieder wer war, folgten 4 Jahre voll von Leuten, die nicht neben einem dieser Nationalspieler wohnen wollten, voll von Hassrednern, denen die Deutschen nicht deutsch genug waren, und verlangten, dass diese sich gefälligst nicht mit Politikern anderer Länder treffen dürfen – voll von Jammerlappen eben, die von der Heimatfront aus die Moral unserer Truppe zersetzten.

Dieser Dolchstoß der AfD und der angeschlossenen Nationalisten und Rassisten gegen unsere Jungs ist – im Angesicht von Gegnern wie Mexiko oder Südkorea, die diese Bezeichnung kaum verdienen – es, der allein das Scheitern in der Vorrunde der russischen Fußballweltmeisterschaft plausibel erklären kann – was sie zur ersten plausiblen Dolchstoßlegende überhaupt macht. Wie leicht hätten wir doch den Titel verteidigen können, wenn all die semi-intelligenten, betrunkenen jungen Männer mal nicht „Türken raus!“, sondern „Özil vor!“ gerufen hätten.

Die Untersuchungen zeigen ja, dass gerade in deutschen Fußballstadien die Schnittmenge zwischen „Fans“ und Rechtsextremen besonders groß ist, dass die Tribüne der Brückenkopf nationalistischer Propaganda in den Mainstream ist, weil sich genau hier die schlichten Gemüter Samstag für Samstag treffen. Und auch wenn die Anwesenheit im Stadion doch weitgehend der Selbstversicherung dient: Es würden doch nicht Woche für Woche Hunderttausende ihre Vereine angröhlen, wenn es nicht auch was brächte – oder?

Das Vorenthalten jener vorbehaltlosen Unterstützung, die genau diese Leute in jedem noch so sinnlosen Krieg unseren Landsern nicht verwehren wollen: es gibt keinen Zweifel daran, dass das der entscheidende Faktor für das Vorrundenaus ist. Der Hass der AfD auf alles, was deutsch ist, er ist der moderne Dolchstoß: Am Misserfolg der Auswahl des DFB ist sicher nicht der russische Winter schuld – immerhin ist Hochsommer – sondern einzig und allein die AfD, Pegida und deren Gesinnungsgenossen. Schmiert es ihnen täglich aufs Brot, wo sie „in Ruhe“ Fußball schauen wollen. Denn die AfD kann nicht im Parlament, nicht in antifaschistischen Demos besiegt werden. Sie muss in ihrer Keimzelle getroffen werden: In den Fußballstadien und den Stammtischen.

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