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Angela Merkel, Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland, 2008

Sicherheitsbedenken

Kassel sagt Gedenkveranstaltung für NSU-Opfer ab

Die Stadt Kassel hat eine für den kommenden Freitag angesetzte Gedenkveranstaltung für Halit Yozgat aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Türkische Gemeinde kritisiert die Absage: Man könne die Menschen nach wie vor nicht schützen.

Halit Yozgat, Halitzplatz, NSU, Rechtsextremismus
By Benutzer:Hafenbar (Own work (Original text: eigene Photographie)) [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Die Stadt Kassel hat die Gedenkveranstaltung anlässlich des zwölften Todestages von Halit Yozgat am kommenden Freitag, 6. April, abgesagt. Das hat die Stadt in einer Presseerklärung mitgeteilt. Halit Yozgat war in seinem Internetcafé an der Holländischen Straße am 6. April 2006 mutmaßlich von der rechtsextremen terroristischen Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) erschossen worden.

„Sicherheitsbedenken zwingen uns leider zu diesem Schritt“, teilte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) in der Pressemitteilung mit. Es sei nicht auszuschließen, dass es während der eigentlich geplanten Gedenkveranstaltung zu sicherheitsrelevanten Vorkommnissen hätte kommen können. Der Charakter und würdige Rahmen einer Gedenkveranstaltung würde dadurch massiv beeinträchtigt.

„Ich habe großen Respekt davor, dass auch die Familie Yozgat vor diesem Hintergrund eine Absage der Gedenkveranstaltung für angebracht hält“, so Geselle. „Die Stadt Kassel wird ihres Mitbürgers Halit Yozgat ein ehrendes Andenken bewahren und auch weiterhin mahnend an die Verbrechen des NSU erinnern“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Türkische Gemeinde kritisiert Absage

Kritik an der Absage äußert die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD). Damit sende die Politik das Signal aus, heute wie damals die Menschen nicht schützen zu können, sagte der Bundesvorsitzende der Gemeinde, Atila Karabörklü, am Dienstag in Berlin. Vor dem Hintergrund brennender Flüchtlingsunterkünfte und Moscheen sei das Gedenken an die Opfer und die Angehörigen wichtiger denn je.

Der NSU sei einer der „größten bundesdeutschen Katastrophen“ für den Rechtsstaat und Demokratie. „Bis heute haben es die Politik und die Sicherheitsbehörden versäumt, die Morde und das Netzwerk hinter diesen Morden restlos aufzuklären“, so der TGD-Bundesvorsitzende. Karabörklü verlangt verlangen von der Stadt Kassel, „alles dafür zu tun, dass Vertrauen seiner BürgerInnen in seine staatlichen Institutionen wiederherzustellen.“ Die Absage von Gedenkveranstaltungen sei ein Schritt in die falsche Richtung. (epd/mig)

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2 Kommentare
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  1. -Ute Plass sagt:

    Angesichts der Tatsache, dass bis heute die versprochene ‚lückenlose Aufklärung‘ über die Verbrechen der rechtsterroristischen Untergrundzelle
    NSU nicht erfolgt ist, erscheinen mir die „Sicherheitsbedenken“ von
    Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle alles andere als glaubwürdig.

  2. Alo? sagt:

    Die Begründung ist inakzeptabel. Sie ist völlig inhaltslos. Vielleicht ist die Absage ja begründet, aber dann müsste die Stadt mehr Infos raus geben. Gab es z.B. Drohungen? Von wem geht die Gefährdung aus? Woher weiß man davon? […]



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