MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

BAMF

Warten auf Integrationskurs doppelt so lange wie geplant

Die Wartzeit auf einen Integrationskurs betrug im vergangenen Jahr mehr als drei Monate. Damit verfehlt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sein selbst gestecktes Ziel von sechs Wochen deutlich. Auch andere Ziele wurden nicht erreicht.

integration, integrationskurs, einwanderung, sprache, bildung
Integrationskurs © cdsessums auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verfehlte im vergangenen offenbar seine Ziele bei der Integration, zu der etwa der Spracherwerb gehört. So ist die Wartezeit für Integrationskurse im Laufe des Jahres bis auf 12,5 Wochen angestiegen, wie Medien unter Berufung auf die Behörde berichteten. Das Bundesamt lag demnach Ende 2017 weit hinter seinem Anfang des Jahres selbst gesteckten Ziel von sechs Wochen. Im Januar hatte die durchschnittliche Wartezeit noch bei 10,9 Wochen gelegen.

BAMF-Präsidentin Jutta Cordt hatte die Integration von Geflüchteten mit Bleibeperspektive in der Vergangenheit als eine „zentrale Aufgabe“ bezeichnet. Eine Sprecherin sagte, man müsse „noch besser darin werden, die Menschen schneller und gezielter in die Integrationskurse zu bringen“. Die Wartezeit bis Kursbeginn müsse und werde reduziert, damit ein Zugang nach spätestens sechs Wochen sichergestellt sei.

Weitere Zielmarken verfehlt

Die Nürnberger Behörde, die dem Bundesinnenministerium unterstellt ist, arbeitet nach eigenen Angaben an einer Umstellung beim Zugang zu den Kursen. Der Gruppe von Asylbewerbern mit guter Bleibeperspektive solle bereits nach der Antragsstellung die „Zuweisung“ in einen Kurs ermöglicht werden, hieß es. Zum Integrationskurs gehören ein Sprachkurs und ein Orientierungskurs, in dem es um die deutsche Rechtsordnung, Geschichte und Kultur sowie um Werte geht.

Abgesehen von der durchschnittlichen Wartezeit für die Kurse hat das Bundesamt für Migration Medienberichten zufolge auch andere Zielmarken noch nicht erreicht. So sollten 2017 insgesamt 430.000 Personen an Integrationskursen teilnehmen. Bis Mitte Dezember waren es allerdings nur etwas mehr als 280.000 neue Teilnehmer. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...