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Migration und Integration in Deutschland

Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

Studie

Viele Flüchtlinge arbeiten als Fachkräfte

Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht „erste Erfolge bei der Integration“ von Flüchtlingen. Einer aktuellen Studie zufolge sind mehr als die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Flüchtlinge als qualifizierte Fachkräfte tätig.

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Fachkräfte in Deutschland © kris krüg @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Zahlreiche Flüchtlinge, die einen Job haben, sind einer Studie zufolge als qualifizierte Fachkräfte beschäftigt. Insgesamt haben etwa 140.000 Menschen aus den Hauptherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien in Deutschland einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz, wie aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln hervorgeht. Von ihnen seien knapp 60 Prozent als qualifizierte Fachkräfte angestellt. Das Institut sprach von „ersten Erfolgen bei der Integration“.

40 Prozent der Beschäftigten üben der Studie zufolge Helfertätigkeiten aus, für die keine abgeschlossene Berufsausbildung nötig sei. Grundlage der Untersuchung sind den Angaben nach Daten der Bundesagentur für Arbeit mit Stand vom 31. März.

Zahl der Beschäftigten stark angestiegen

Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Beschäftigten aus den acht Asylherkunftsländern um knapp 47.000 Menschen und damit um etwa 50 Prozent gestiegen, hieß es. Allerdings entfiel ein gutes Drittel des Anstiegs den Angaben zufolge auf geringfügig Beschäftigte.

Fast ein Viertel aller Beschäftigten aus den acht Asylherkunftsländern sind demnach Syrer. Ein weiteres Fünftel seien Afghanen, gefolgt von Irakern (15 Prozent) und Iranern (14 Prozent). Auffällig sei der hohe Anteil von Fachkräften unter den Afghanen mit mehr als 50 Prozent, hieß es.

Flüchtlinge selten in großen Betrieben beschäftigt

Die Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen laut der Studie darüber hinaus ein besonderes Engagement von kleinen und mittleren Betrieben. Drei Viertel der Menschen aus den acht Hauptasylherkunftsländern arbeiteten in kleinen und mittleren Unternehmen. Während insgesamt in Deutschland jeder dritte Beschäftigte bei einem Großbetrieb arbeite, sei es unter den Beschäftigten aus Asylländern nur knapp jeder Vierte.

Hauptarbeitgeber der Beschäftigten aus Asylherkunftsstaaten sind der Wach- und Sicherheitsdienst, die Gebäudebetreuung sowie der Garten- und Landschaftsbau. Fast neun Prozent aller Beschäftigten aus Asylherkunftsländern sind im Rahmen der Zeitarbeit beschäftigt, hieß es weiter. Zum Vergleich: Bei allen abhängig Beschäftigten in Deutschland beträgt der Anteil 2,6 Prozent. (epd/mig)

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