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Bei der Arbeit © Chemie-Verbände Baden-Württemberg @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Arbeitgeber

Betriebe bei Flüchtlings-Integration auf gutem Weg

Dem Arbeitgeberveband zufolge ist jeder fünfte Flüchtling in Deutschland bereits in einen Betrieb eingebunden und beschäftigt. Die Integration sei auf einem guten Weg. Kommunen hingegen sind überhaupt nicht zufrieden, sie kritisieren die Arbeitsmarktprogramme für Flüchtlinge.

Montag, 18.09.2017, 4:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 19.09.2017, 17:25 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die deutschen Arbeitgeber sehen die Integration von Flüchtlingen auf einem guten Weg. „Eine Million Menschen sind in den vergangenen Jahren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, und 200.000 davon arbeiten bereits in Betrieben, sei es als Praktikanten, in Ausbildung oder als Beschäftigte“, sagte Ingo Kramer, Präsident des Arbeitgeberverbands BDA der Zeitung Die Welt. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund kritisierte unterdessen das millionenschwere Arbeitsmarktprogramm „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“ über Ein-Euro-Jobs. Es gehe am tatsächlichen Bedarf in den Kommunen vorbei.

Arbeitgeber-Chef Kramer bewertete den Stand der Integration in Betriebe dagegen positiv: 200.000 arbeitende Flüchtlinge, das sei ein großer Anteil, vor allem wenn man bedenke, dass viele Flüchtlinge noch in Deutschkursen seien, Kinder und Alte nicht arbeiten könnten und viele Frauen aus traditionellen Gründen gar keine Arbeit suchten.

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Großteil der Jobs im Mittelstand

Es sei falsch, bei der Bewältigung der Flüchtlingsintegration immer nur auf die großen Konzerne zu schauen, erklärte Kramer zudem. Den Großteil der Arbeitsplätze gebe es in Deutschland im Mittelstand. Es seien die kleinen und mittleren Betriebe, denen es an Lehrlingen fehle und die sich im Zweifel freuten, wenn sich Flüchtlinge bewerben. „Die Last der Ausbildung trägt der Mittelstand und so dürfte es bei der Ausbildung der Flüchtlinge auch sein“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Von dem überwiegend geringen Qualifikationsniveau der Flüchtlinge zeigte sich der BDA-Chef nicht überrascht. „Ich hatte nie erwartet, dass diese Menschen groß qualifiziert sind“, sagte Kramer. Jeder Unternehmer hierzulande wisse, dass die Berufsausbildung außerhalb Deutschlands bei uns oft nicht ausreiche. Und jedes deutsche Unternehmen, das ins Ausland gehe, bilde seine Angestellten vor Ort noch einmal neu aus. „Klar, dass wir diejenigen, die hierherkommen, auch ausbilden müssen“, sagte der Arbeitgeberpräsident.

Landsberg: Ein-Euro-Jobs gehen an der Realität vorbei

Für den Hauptgeschäftsführer des Deutsche Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, geht das Arbeitsmarktprogramm „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“ über Ein-Euro-Jobs in seiner jetzigen Form an der Realität vorbei. „Viele zu uns gekommene Flüchtlinge haben Interesse an Beschäftigungen, bei denen sie ein höheres Einkommen erzielen, als es bei den Ein-Euro-Jobs der Fall ist“, sagte Landsberg der Neuen Osnabrücker Zeitung. Auch darin sei ein Grund zu sehen, warum das Programm bisher in den Kommunen floppe.

Ursprünglich wollte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) mit dem im August 2016 gestarteten Programm 100.000 Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge schaffen. 2016 wurden von den eingeplanten Mitteln in Höhe von 75 Millionen Euro nach einem Bericht der Zeitung aber bislang nur rund 255.000 Euro abgerechnet. Für 2017 sind 200 Millionen Euro vorgesehen, von denen bis Ende Juli erst rund zehn Millionen Euro abgerufen wurden. (epd/mig)

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