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Der IS war’s! Wetten?

Der Islam ist das neue Monster, kaum jemand hat mehr Angst vorm Ivan, oder gar vorm Adolf, und der IS ist der Champion dieser Liga. Von Sven Bensmann

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MiGAZIN Kolumnist Sven Bensmann © privat, bearb. MiG

VONSven Bensmann

Sven Bensmann (geb. 1983 bei Osnabrück) hat Philosophie, mittlere und neuere Geschichte, sowie europäische Ethnologie in Kiel studiert und einige Jahre von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ein politisches Blog betrieben.

DATUM6. Dezember 2016

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Seit über 15 Jahren wird uns der Islam nun schon als der neue Ivan verkauft, der in allen Schatten lauert und den wir mit dem Licht des Wasauchimmergeradeopportunist vertreiben müssen. Das bedeutet, dass bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr wortwörtlich Menschen wählen werden, die keine Zeit kennen, in der die Medien nicht paranoid dem nächsten islamistischen Anschlag entgegenfieberten, weil das Fiebern so gut für die Quote war.

Selbst wenn die terroristischen Anschläge in der Zwischenzeit, zumindest in Deutschland, weitestgehend von Nazis und dem Verfassungsschutz begangen wurden, oder von Psychoten, die so sehr nach Aufmerksamkeit dürsteten, dass sie vor einem Fast Food-Restaurant herumballerten, Naziparolen herumschreien und sich dann mit dem IS assoziierten. Denn, wie bereits angedeutet, der Islam ist das neue Monster, kaum jemand hat mehr Angst vorm Ivan, oder gar vorm Adolf, und der IS ist der Champion dieser Liga.

  • Die Abgaswerte bei VW sind gefälscht? – Der IS bekennt sich dazu.
  • Schon wieder Überstunden? – Der IS hat sich bereits dazu bekannt.
  • Das Abendessen schmeckt nicht? – Der IS ist schuld.
  • Der letzte Kunde war ein nerviges Arschloch? – Der IS hat bereits einen Tweet dazu abgesetzt.

– Obwohl „Der IS hat sich dazu bekannt“ langsam aber sicher zum Treppenwitz dieser Geschichte wird, wohnt diesen zwei Buchstaben immer noch einige Macht inne. Und das macht ihn so erfolgreich. Der IS ist das Monster unter unserem Bett, das sich erst in Luft auflöst, wenn wir unter das Bett schauen, bevor wir schlafen gehen.

Der neueste Fall ist jener „Verschwörer“, die beim Verfassungsschutz „aufgeflogen“ ist: Ein katholischer Banker mit Verbindungen in die rechtsextreme Szene, der sich Che Guevara auf die Brust tätowieren lies und von seiner Frau auf die Straße gesetzt wurde, als er Schwulenpornos drehte. Das ist also der Mann, der uns nun als hart gesottener Islamist verkauft werden soll? Ich bin unterwältigt.

Oder ist das vielleicht doch nur wieder eine dieser gescheiterten Existenzen, die laut „IS“ schreit, wie jener Junge, der da „Wölfe“ schrie? Sicher, anders als bei originären Monstern wissen wir beim IS, dass er wirklich existiert. Aber das tun Wölfe auch.

Und gerade wer seinem Leben möglichst spektakulär ein Ende setzen will, wird dem immer auch einen Grund und einen Sinn geben wollen – früher haben solche Leute eigene Manifeste über die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft geschrieben. Aber das ist anstrengend und zeitraubend; und lesen wird das auch kaum jemand. Hier kommt nun das Zauberwort „IS“ ins Spiel, das maximale Aufmerksamkeit sichert. Und Einstellungstests haben die ja auch nicht.

Das heißt aber eben nicht, dass alles, zu dem sich der IS bekennt, auch wirklich von diesem geplant oder ausgeführt, oder auch nur mit dessen Wissen geplant oder ausgeführt wurde, noch heißt es, dass jeder, der sich mit dem IS assoziiert, auch nur je mehr von diesem gehört hat, als das, was in der BILD steht. Tatsächlich fährt der IS nur eine der innovativsten Marketingkampagnen unserer Zeit und ist vielleicht bereits jetzt eine der wertvollsten Marken auf der Welt – nur einen Wohlfühl-Spot vom iState entfernt. Terror ist eben auch nur ein Geschäftsmodell, zumindest für die weiter oben.

Um aber doch noch mit einer versöhnlichen Erkenntnis zu enden: Donald Trump hat eine recht ähnliche Kampagne im Rennen um die US-Präsidentschaft gefahren, und der konnte schließlich verh…dammt. Dann müssen wir es wohl doch selbst in die Hand nehmen. Und wissen Sie was? Die Wahl Trumps? Der IS hat sich bereits dazu bekannt.

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Ein Kommentar
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  1. Rainer Ohliger sagt:

    Wenn der Text wenigstens eine anständige Satire mit Zwischentönen und klugen Spitzen geworden wäre, hätte die Lektüre gelohnt. So ist es (wieder einmal) ein schnell zusammengeschustertes Textkonglomerat geworden, das an Flachheit nicht zu unterbieten ist. Dafür aber meinungsfreudig. Die Leser werden intellektuell nicht überwältigt, nur schlicht unterfordert. Der analytische Mehrwert geht gegen null, zur Aufklärung trägt der Text nichts bei, die historischen Analogien zum Kalten Krieg und zum NS sind von stupender Unkenntnis geprägt. Ein peinlich schlechter Text.



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