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Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Belgrad

Trotz geschlossener Grenzen verlieren Flüchtlinge nicht die Hoffnung

Die meisten kommen aus Syrien, dem Irak und dem Iran. Frauen und Kinder kampieren in dürftigen Zelten, die Männer unter freiem Himmel, die meisten ohne eine Decke. Alle wollen eins: offene Grenzen. Ein Lagebericht aus einem „Flüchtlingspark“ in Belgrad.

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Ein Müllcontainer in Belgrad © Belit Onay

VONJörg Nielsen

DATUM21. September 2015

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RESSORTAktuell, Gesellschaft

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In einem kleinen Park neben dem Hauptbahnhof der serbischen Hauptstadt Belgrad sammeln Hunderte Flüchtlinge Kraft für ihre nächste Etappe, den Marsch zur ungarischen Grenze. Unter einer Kastanie haben einige Freiwillige der Kinderrechtsorganisation „Save the children“ und ihrer Partnerorganisation „Group 484“ auf dem steinharten Lehmboden eine Plane ausgebreitet und laden Kinder zum Malen und Spielen ein. An einer langen Schnur haben sie ihre Bilder aufgehängt. Auf ihnen sind Häuser und viele Herzen zu sehen.

„Wir können uns zwar nicht unterhalten, aber Kinder können ganz einfach kommunizieren“, sagt Dradjinka, die sich als Freiwillige um die Kinder im Park kümmert. „Mit Erwachsenen ist das viel komplizierter“, sagt die junge Frau. „Für sie sind wir so etwas wie ein Info-Büro.“ Die Menschen bäten um Hilfe, um Informationen, fragten, wohin sie gehen sollen.

Etwas weiter sitzen einige junge Männer, die von der rund 200 Kilometer entfernten Grenze wieder zurückgekommen sind. Sie mussten einsehen, dass der Weg nach Deutschland, Schweden oder in die Niederlande derzeit schlicht versperrt ist.

Im übrigen Belgrad ist von den vielen Flüchtlingen kaum etwas zu spüren. Nur wenige Straßenecken weiter pulsiert eine moderne Metropole mit edlen Bekleidungsgeschäften, Restaurants und Cafés. Doch das Schicksal der Flüchtlinge lässt die Belgrader nicht kalt: Jeden Tag kommen zahlreiche Bürger mit prallen Plastiktüten voller Kleidung, Essen oder Babyartikeln in den Park, berichtet Dradjinka.

„Die Leute müssen hier nicht hungern. Sie haben genug zu essen, genug zu trinken, selbst genug Hygieneartikel.“ Doch Waschgelegenheiten sind rar. Lediglich an einem öffentlichen Brunnen mit mehreren Trinkwasserhähnen können sich die Menschen mit kaltem Leitungswasser waschen.

Täglich treffen die Freiwilligen in dem Park andere Menschen an. Die meisten kommen aus Syrien, dem Irak und dem Iran. Auch Flüchtlinge aus dem afrikanischen Niger und Eritrea suchen immer wieder für einige Tage oder Stunden Ruhe in dem Park.

„Etwa 3.000 Flüchtlinge irren derzeit im Niemandsland an der ungarischen Grenze umher“, sagt Dradjinka. Einige hätten dort ein Lager aufgeschlagen, andere versuchten nun, über Kroatien weiterzukommen. „Sie sind verwirrt und wissen nicht, wohin sie gehen sollen.“ Die Situation im Grenzgebiet verändere sich von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde.

Frauen und Kinder kampieren in kleinen Zelten. Die Männer lagern sich in langen Reihen unter freiem Himmel, die meisten ohne eine Decke. „Es ist bemerkenswert“, sagt Dradjinka. „Die Leute sind müde, aber voller Hoffnung und freundlich.“ An den Parkeingängen stehen zwar einige Polizisten, doch die Szene wirkt entspannt.

„Eigentlich brauchen sie nur noch offene Grenzen“, sagte Dradjinka mit einem Lachen und fügt dann ernst hinzu: „Sie brauchen Informationen, wohin sie in Belgrad oder Zagreb gehen können, wie es für sie weitergehen kann.“ (epd/mig)

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