Kampf gegen Mitgliederschwund
CDU will Einwanderer mit mehrsprachigen Infos locken
Im Kampf gegen den Mitgliederschwund möchte die CDU in Zukunft gezielt Einwanderer ansprechen – mit Informationsmaterialien in ausländischer Sprache. Einen entsprechenden Beschluss stellte CDU-Generalsekretär Tauber vor.
Mittwoch, 19.08.2015, 8:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20.08.2015, 17:06 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Vom Bevölkerungsdurchschnitt ist die Zusammensetzung der CDU Mitglieder meilenweit entfernt. Der Altersdurchschnitt der CDU Mitglieder liegt bei 59 Jahren, gerade mal jedes vierte Parteimitglied der CDU ist eine Frau. Auch der Migrantenanteil unter den CDU Mitgliedern dürfte weiter unterhalb des Bevölkerungsdurchschnitts liegen.
„Deshalb werden wir mehr junge Leute, mehr Frauen und mehr Bürger mit Einwanderungsgeschichte für eine Mitarbeit in der CDU begeistern“, heißt es in einem am Montag vorgestellten Beschluss des Bundesvorstandes, den Generalsekretär Peter Tauber vorgestellt hat.
Auffällig ist, dass die CDU in dem Papier durchweg den psychologisch positiver belegten Begriff des „Einwanderers“ benutzt statt des in der Öffentlichkeit verbreiteten „Zuwanderers“. Auch der sogenannte „Migrationshintergrund“ scheint bei den Christdemokraten keine Zukunft mehr zu haben. Er kommt in den fast 30 Seiten kein einziges Mal vor.
CDU mehrsprachig
Und noch eine Lanze bricht die CDU im Kampf gegen den Mitgliederschwund. Sie möchte „Einwanderern“ künftig verstärkt mehrsprachige Materialien anbieten“. In Deutschland lebten viele Menschen, die „die deutsche Sprache noch nicht ausreichend beherrschen“, heißt es in dem Papier.
Auch die Zusammensetzung der Amts-, Funktions- und Mandatsträger der CDU sollen laut Beschluss die Gesellschaft „so gut wie möglich“ abbilden. „Deshalb wollen wir auch für die Besetzung von Ämtern und Funktionen in der Partei sowie für Kandidatenaufstellungen zu öffentlichen Wahlen mehr Junge, Frauen und Menschen mit Einwanderungsgeschichte gewinnen“, so die Vorgabe. Unter den großen Parteien belegt die CDU in diesem Punkt bisher eher hintere Plätze. (hs) Aktuell Politik
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