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Migration und Integration in Deutschland

[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Interview mit Mustafa Yeneroğlu

"Im Übrigen bin ich ganz bei Bundeskanzlerin Angela Merkel"

Mustafa Yeneroğlu, in Deutschland groß geworden, steht kurz vor seinem Einzug ins Parlament. Allerdings kandiert er nicht für die CDU, sondern für die türkische AK Partei. MiGAZIN sprach mit ihm über seine Ziele, über Deutschland und die Türkei, über die AK Partei und wieso er Deutschland erhalten bleibt.

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Mustafa Yeneroğlu (AK Partei) © privat, bearb. MiG

VONDerya Kalava

Die Verfasserin hat in Deutschalnd Politik- und Sozialwissenschaften studiert. Inzwischen lebt und arbeitet sie in Istanbul.

DATUM26. Mai 2015

KOMMENTARE13

RESSORTInterview, Leitartikel

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Was macht Sie zuversichtlich, dass Deutschland keine Einwände erhebt – etwa im Hinblick auf zweisprachige Schulen?

Yeneroğlu: Da bin ich optimistisch. Schließlich steht nichts auf der To-Do, was neu wäre aus Sicht Deutschlands. Die Yunus Emre Institute beispielsweise sind das türkische Pendant zu den deutschen Goethe-Instituten, die rund um den Globus deutsche Sprache und Kultur verbreiten – auch in der Türkei. Es gibt weltweit über 1.000 Schulen in denen Deutsch auf dem Lehrplan steht, viele davon unter direktive des deutschen Außenministeriums. Es gibt viele bilaterale Kulturabkommen mit Staaten, in denen Deutsche als Minderheiten leben.

Kultureller Reichtum hat bisher keinem Land geschadet. Im Gegenteil, es erfreut die Wirtschaft und die Kultur, vor allem stärkt es die Völkerverständigung und die bilateralen Beziehungen. Schließlich sind auch in Deutschland griechische oder italienische Schulen keine Seltenheit. Inwiefern sollten da zweisprachige, also deutsch-türkische Schulen ein Problem darstellen? Ganz im Gegenteil. Türkische Schulen würden erheblich mit dazu beitragen, den allgemeinen Bildungsstand der türkeistämmigen Kinder und Jugendlichen mit anzuheben.

Im Übrigen bin ich ganz bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Hinblick auf die deutsche Sprach- und Kulturpolitik für die im Ausland lebenden Deutschen hat sie einmal gesagt, dass es ein ureigenes und natürliches Bedürfnis von Menschen ist, die eigene Sprache zu sprechen und die eigenen Traditionen, Sitten und Bräuche zu leben und zu beleben. Und deshalb werde Deutschland dies auch in Zukunft fördern. Da sind wir einer Meinung. Deutschland ist in der Minderheitenpolitik sehr weit.

In den letzten 10 Jahren wurde allein für die Stärkung der mit 30.000 zählenden deutschsprachigen Minderheit in Rumänien 88 Millionen Euro aus Bundesmitteln ausgegeben. In Russland wurden über 450 Einrichtungen errichtet für die Erhaltung der Sprache und Kultur der deutschsprachigen Minderheit. Es gibt sogar ein bilaterales Abkommen mit der Russischen Föderation mit dem Ziel, deutschsprachige Minderheit in Russland zu fördern, damit sie sich dort politisch stärker engagieren.

Aber lassen sich deutsche Minderheiten, die teilweise schon seit Jahrhunderten im Ausland leben, und türkische Minderheiten mit einer relativ jungen Migrationsgeschichte denn überhaupt vergleichen?

Yeneroğlu: Wir könnten nun eintauchen in die Theorien über allochthone und autochthone Minderheiten oder über anerkannte und nicht anerkannte Minderheiten und Haarspalterei betreiben. Fakt ist doch: Wir leben mehr und mehr in einer „Weltgesellschaft“, sind mobil, denken stärker denn je transnational und erfreuen uns alle daran. Ein Mensch, der heute in ein anderes Land zieht, hat ähnliche – wenn nicht sogar stärkere – Bedürfnisse im Hinblick auf Schutz und Wahrung seiner Kultur und Sprache wie jemand, der schon länger im Ausland lebt. Es muss uns doch darum gehen, den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden anstatt uns in Haarspalterei zu üben. Außerdem wäre Minderheitenschutz nur für solche, die schon ein Museumsdasein pflegen, nicht der Rede wert.

Wie bewerten Sie die Minderheitenpolitik der Türkei in Bezug auf Minderheiten im eigenen Land – etwa in Bezug auf Kurden oder christliche Minderheiten? Da hagelt es Kritik in Richtung Türkei.

Yeneroğlu: Die Türkei hat seit der Republikgründung de facto keine Minderheitenpolitik gehabt, sondern eine Assimilationspolitik. Sowohl religiöse als auch nationale Minderheiten wurden unterdrückt, sie durften ihre Sprache nicht sprechen, ihre Religion und Kultur nicht leben. Wir reden hier über eine Politik, die sogar religiöse Mehrheiten wie die Muslime über Jahrzehnte schikaniert hat. In der Türkei durfte man bis vor knapp 10 Jahren nur so viel Sunnit, so viel Alevit, Türke oder Kurde sein, wie es die Doktrin bei der Republikgründung beziehungsweise das Militär vorsah. Noch in den 90er Jahren verschwanden täglich unzählige Menschen in den Kurdengebieten, selbst der berühmte Sänger Ahmet Kaya musste noch Ende der 90er Hals über Kopf aus der Türkei flüchten, nur weil er vorhatte, kurdisch zu singen. Am nächsten Tag hieß es auf der Titelseite von Hürriyet noch „Verschwinde“. Aleviten und Sunniten wurden gegeneinander aufgebracht, religiöse Menschen permanent schikaniert. Minderheiten im besten Falle ignoriert. Es wurden keine freien Bürger, sondern vermeintlich ideale Türken erzogen. Unter dieser Politik hat die Türkei viele Jahrzehnte gelitten. Seltsamerweise sprach damals niemand von einer Diktatur. Heute gehört das fast zur intellektuellen Haltung gegenüber dem türkischen Präsidenten.

Dabei wurde die Indoktrination aller Bevölkerungsteile erst durch die AK Partei mit Recep Tayyip Erdoğan an der Spitze aufgebrochen. Keine Regierung zuvor hat auch nur annähernd so viele Reformen zugunsten der Demokratisierung und der Freiheitsrechte vor allem von Minderheiten auf den Weg gebracht wie die AK Partei. Man muss sich nur mal vor Augen führen, dass bis vor 15 Jahren Religiosität bekämpft wurde und faktisch verbotene Sprachen gab. Heute sind solche Undinge kein Thema mehr. Auf jede einzelne Reform können wir hier leider nicht eingehen, das würde den Rahmen sprengen. Deshalb – bei allem Respekt gegenüber der sachlich gemeinter Kritik: Es ist nicht fair, die Leistung der AK Partei-Regierung auf diesem Gebiet außen vor zu lassen. Im Gegenteil: Das verdient großen Respekt und auf diesem Weg wird die Türkei weiter voranschreiten.

Die Kritik ist also nicht berechtigt?

Yeneroğlu: Sicher gibt es noch viel zu tun. Das wird auch nicht bestritten. Seit Jahrzehnten festgesetzte Strukturen aufzubrechen und zu ändern, geht aber nicht von heute auf Morgen. Manche Dinge brauchen Zeit. Reformen brauchen die Unterstützung der Mehrheit in der Gesellschafft, deshalb braucht Manches länger.

Hinzu kommen die vielen Zerreisproben, vor denen das Land immer wieder steht. Angesichts des Terrors, den die Türkei nicht nur durch die PKK erfahren hat, ist es geradezu ein Wunder, das Land nicht in totalitäre Zustände ausgebrochen ist. In Deutschland verfallen wir ja schon in Hysterie und Ohnmacht, wenn irgendwo auf dem Globus ein Terrorakt verübt wird. Da werden dann mal ganze Überwachungs- und Sicherheitspakete durchgewunken.

Worauf ich hinaus will, ist: Wenn wir die Türkei kritisieren, was durchaus legitim und an vielen Stellen angebracht ist, dürfen wir die jeweiligen Besonderheiten und Herausforderungen, vor denen das Land steht, nicht außer acht lassen. Sonst hinkt der Vergleich und wird allenfalls müde belächelt.

Herr Yeneroğlu, vielen Dank für das Gespräch!

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13 Kommentare
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  1. derkritiker sagt:

    eben solche männer sind der deutschen gesellschaft ein dorn im auge . man will lieber muslime wie pierr vogel und ezb haben ,statt vernünftige menschen die sagen was sache ist

    auch die qoutentürken in der politik und die verlogenheit sehr gut zur sprache gebracht . in großenteilen der bevölkerung sieht man in migranten und vorallem türken/araber/etc „muslimen“ grenzdebile untermenschen .

    es wird nicht auf augenhöhe mit den menschen geredet sondern nur über sie .

    […]

  2. Kritika sagt:

    Hier fallen Worte wie „Vielfalt fördern, als Bereicherung ansehen“ usw. Tja, dem Gegenüber steht eine rechtskonservative Partei CDU, die am rechten Rand ihre Mitglieder provokant fischt, mit einer Kanzlerin an der Spitze, die immer wieder zu verstehen gegeben hat, daß Ausländer nicht in die deutsche Gesellschaft gehören. Da fallen mir Sätze ein wie „Die Integration ist gescheitert“ oder „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ usw.

    Die ausländischen Parteimitglieder sind eh nur die Quotenkanaken, um die Partei als Weltoffen zu repräsentieren, ohne tatsächliche Einflussmacht. Wertlos. Muss man sich nicht wundern, daß immer mehr Deutsch-Türken sich von Deutschland politisch oder teilweise gesellschaftlich abwenden und ihr Heil woanders suchen.

  3. surviver sagt:

    @Kritika
    So viel ich weis hat die Kanzlerin „Der Islam gehört zu Deutschland“ gesagt.
    Nur WAS bedeutet diese Aussage von der Kanzlerin…?
    WAS wurde bisher gesellschaftspolitisch bisher unternommen, um die Integration voranzutreiben?

    Das zeigt wieder einmal, wie „desinformiert“ die Bürger in der BRD sind.

    Herr Yeneroglu war für mich bis heute ein Unbekannter.
    Habe vom Migazin erfahren wer er ist und habe mir daraufhin mal you tube ein 10min. Interview von ihm bei TRT angeschaut, wo es um Pegida Demonstrationen und zunehmende Ausländerfeindlichkeit ging.
    Der Mann redet „Tacheles“ und spricht in der Gesellschaft sehr ernstzunehmende Probleme an, die bis heute, leider, viele Deutsche Politiker gar nicht erst so in der Form angesprochen haben.

    Warum erfährt der Bürger in der BRD nicht von den „ÖR“, Namen brauche ich wohl nicht erwähnen, wichtige Informationen, die man leider nur noch über Alternative Medien in Erfahrung bringen kann.

    Herr Yeneroglu sagt in dem Interview auch, dass in Deutschland lebende Türken bis zum 11.9.2001 als Ausländer oder Gastarbeiter angesehen wurden, nach dem 11.9. aber alle zu „Muslimen“ wurden.

    Wieso hat die Politik oder die Presse so ein großes Interesse daran, alle Muslime unter „Generalverdacht“ zu stellen und sie dadurch in der Gesellschaft als Bürger 2. Klasse zu deklassieren.
    Wieso ist denen die Spaltung der Gesellschaft so wichtig. Ich denke, damit wird auch viel Geld gemacht oder einige gehen damit auf Stimmenjagt.
    Wieso betreibt die Deutsche Presse/Politik so eine immense „Einmischung“ in die innere Angelegenheiten der Türkei/Türkische Regierung durch kontinuierliche Anti-Türkei-Propaganda?
    Herr Yeneroglu erwähnt von direkter und indirekter Unterstützung der Linken und den Grünen von Anti-Erdogan-Parteien wie die HDP….etc. etc.

    Der Bürger bekommt NICHTS mit und wird in seiner Meinungsbildung manipuliert, nach dem Motto: „das sind die Guten, das sind die Bösen“.
    Wieso sind Brücken in Deutschland marode?
    Wieso wird sozialer Wohnbau nicht gefördert, nur Ghettos?
    Wieso sind in allen Straßen nur noch Schlaglöcher?
    Wieso………..wo geht das Geld der Steuerzahler hin?……etc etc

    Wozu führt das?
    Zur Spaltung der Gesellschaft und Unzufriedenheit der Bürger.
    Der Bürger kommt sich verarscht vor und gründet eine neue Partei, wie die AfD.

    Ich denke, diese Art der Politik basiert auf das System vom Römischen Reich: „Teile und herrsche“.

    Mann muss die Gesellschaft versklaven, enteignen und spalten um sie kontrollieren zu können, denn ansonsten würden einige Banken, Verlage u/o Politiker keine Macht mehr über das Volk haben.
    Sie würden Mia. verlieren und bevor sie diese Mia. verlieren, bringen sie …….
    Einigen scheint leider Geld und Macht wichtiger zu sein als das Wohl seiner Bürger.
    Die Quittung dafür bekommt werden sie sehr wahrscheinlich 2017 bei den Wahlen bekommen.
    Das hat sich diese „fremdgesteuerte“ Fehlpolitik selbst zuzuschreiben.

    Der Bürger ist aufgewacht.

  4. Ali sagt:

    Herr Yeneroglu, bitte beeilen Sie sich mit der Gründung einer zweisprachigen Schule. Meine Kinder kommen bald ins schulfähige Alter und ich möchte, dass sie Türkisch und Deutsch auf dem selben Niveau sprechen und schreiben lernen.

  5. Gast sagt:

    Auch wenn ich die politischen Ansichten von Herrn Yeneroglu bzgl. der AKP nicht teile, gebe ich ihm weitesgehend Recht. Er spricht deutlich und präzise die Probleme der ehemaligen Gastarbeiter und deren Kinder an, die gewiss anders sind als der später zugewanderten Migranten oder Flüchtlinge.

    Deutschland muss akzeptieren, dass wir es mit ca. 3-4 Mio Menschen zutun haben, die hier von Anfang an um ihren Lohn gekämpft haben und mit diesem Selbstbewusstsein fordern sie eine Teilhabe und Anerkennung.

    Diese Menschen sind nicht als Flüchtlinge gekommen, sondern als Gastarbeiter, d.h. sie wurden eingeladen zum Arbeiten. Diesen Menschen, mit dem doppelmoralischem Fingerzeig auf die Türkei, ihre ureigenen Rechte zu verwehren ist heuchlerisch.

    Wenn selbst doppelsprachlicher Unterricht, die doppelte Staatsbürgerschaft oder das Engangement in Türkischen Vereinen misstrauisch beäugt und sogar bekämpft werden (s. Nebahat Güclü), darf man nicht von Gleichberechtigung reden.

    Die Deutsche Politik und Medien versuchen die Türkischen Einwanderer innerhalb eines Oberbegriffs der Muslime oder Migranten in eine allgemeine Migranten Identität zu assimilieren.
    Dagegen wehren sich die Türken zurecht.
    Wir fordern eigene spezifische Rechte, wie das Recht unseren Kindern unsere Sprache unterrichten zu dürfen oder nicht vor die Wahl einer Deutschen oder Türkischen Identität gestellt zu werden.

    Wir fordern die Erhaltung unserer kulturellen Identität in UNSEREM Sinne!

    Wir als Türkische Gastarbeiter und deren Nachkommen fühlen uns übergangen und daran tragen wir auch eine Mitschuld. Ich hoffe Menschen wie Herr Yeneroglu werden in Zukunft dieses Unrecht korrigieren.

  6. burak sagt:

    Bayern München- und Erdogan-Fan? Jessesmaria und Mohammed im Himmel…

  7. magistrat sagt:

    Besten Dank für dieses wunderbare Interview, das dem Außen stehendem die Dinge mal auf den Punkt gebracht erklärt. Herr Yeneroglu hat unser allen Respekt verdient, wie insgesamt die gesamte Generation der Türken die dieses Land mit aufgebaut haben und den widrigsten Ressentiments ausgesetzt waren. Dann wollte man sie einfach mit billigem Geld loswerden. Das sind Menschen mit Rückgrat, Charakter und Moral, solche Leute braucht das modern Deutschland!

  8. Wladislaw Wasilewski sagt:

    Zitat von Gast: „Wir fordern eigene spezifische Rechte, wie das Recht unseren Kindern unsere Sprache unterrichten zu dürfen oder nicht vor die Wahl einer Deutschen oder Türkischen Identität gestellt zu werden“.

    Als gebürtiger Pole erlaube ich mir dazu eine Bemerkung. Genau diese Einstellung verhindert wirkliche Integration. Meine Kinder sprechen fließend polnisch ohne jemals eine polnische Schule besucht zu haben. Sprachvermittlung ist schlicht die Aufgabe der Familien der Immigranten, wenn sie gewünscht ist. Auch können institutionelle Einrichtungen der verschiedenen Sprachgruppen, meinetwegen herkunftsprachliche Volkshochschulen, dabei unterstützend tätig sein. Gebräuche und Folklore der Herkunftländer kann und soll gepflegt werden können. Familiäre Verbindungen und Kontakte sind eine Selbstverständlichkeit.
    Allerdings ist dies nicht die Aufgabe des deutschen Staates. So wenig wie es in Kanada oder Australien staatliche z.B. deutschsprachige Schulen gibt, trotz hunderttausender, in den USA Millionen, deutschsprachiger Einwanderer, (für andere Einwanderergruppen gilt gleiches) sowenig ist dies hier zu Lande erforderlich. Die Einwanderer und ihre Nachkommen haben auch eine Bringschuld gegenüber dem Land in dem sie leben möchten. Dieses darf durchaus erwarten, dass Menschen, die seine Staatsbürgerschaft haben, ihm bevorzugt loyal gegenüber eingestellt sind. Deshalb halte ich auch eine doppelte Staatsbürgerschaft für nicht zielführend. Niemand kann „zwei Herren dienen“! Und niemand wird dazu gezwungen Deutscher zu sein oder zu werden. Wer es nicht sein will, sollte sich aber auch nicht darüber beklagen, dass er dann weiterhin „Gast“ in diesem Land ist.
    Ich trage Polen immer im Herzen, meine und meiner Kinder Identität aber ist uneingeschränkt deutsch. Darf ich sagen, sogar beim Fussball!

  9. LI sagt:

    Ich habe gestern Herrn Yeneroglu bei Anne Will gesehen.

    Und es war ein Wohltat nicht immer nur den Einheitsbash auf die Türkei und in Folge als automatischer Reflex auf hier lebende türkischstämmige Bürger wahrnehmen zu müssen

    Herr Yeneroglu hat sachlich und nachvollziehbar argumentiert und was ganz wichtig war, er war den selbstberufenen Türkei- und Minderheitenanklägern sprachlich und argumentativ mehr als gewachsen.

    LI

  10. Martine sagt:

    “ Ich stehe für eine Politik, die Vielfalt – ob sprachlich, kulturell oder religiös – als Gewinn ansieht und diese nicht nur duldet, sondern aktiv fördert.“

    Also ich bin ja so ein Mensch ich der nicht viel auf Worte gibt…es sind die Taten die zählen.

    Herr Yeneroglu setzt sich also in der Türkei für Christen und den christlichen Glauben ein, damit diese in der Türkei ihren Glauben minestens so frei leben können, wie er als Muslim in Deutschland. Ich glaubsganz ehrlich nicht, denn wenn es so wäre, dann hätte die AKP ihn erst gar nicht aufgenommen, aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen 🙂


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