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Filmtipp zum Wochenende

„Willkommen auf Deutsch“

Der Film „Willkommen auf Deutsch“ dokumentiert – exemplarisch am Landkreis Harburg – eindrücklich das Ringen und die Debatte, die um die Unterbringung von Flüchtlingen in ganz Deutschland geführt wird. Dazu wurden fast ein Jahr lang Flüchtlinge, Anwohner und auch der Bereichsleiter einer überlasteten Kreisverwaltung begleitet.

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Szene aus "Willkommen in Deutschland". Protest einer Bürgerinitiative © Brown Sugar Films

VONSonja Lingenauber

DATUM27. März 2015

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Weideland, Backsteinhäuser, heile Welt – mitten in der bürgerlichen Mitte Westdeutschlands, im Landkreis Harburg, zwischen Lüneburger Heide und Hamburg, scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Ganz anders sieht allerdings die Welt von den jungen Männern aus, die Krieg, Armut und Perspektivlosigkeit entfliehen wollen und nun – als Flüchtlinge – in einem 400-Seelen-Dorf dieses beschaulichen Landkreises untergebracht werden sollen.

Was passiert, wenn traumatisierte Flüchtlinge die neuen Nachbarn von Dorfbewohnern werden sollen, die sich wegen ihnen um den Verkaufswert ihrer Eigenheime und die Sicherheit ihre Töchter sorgen? Hier setzt der Dokumentarfilm „Willkommen auf Deutsch“ an. Er zeigt eindrücklich, was passiert, wenn Menschen aufeinanderprallen, die sich fremd sind.

Einer der Regisseure des Films, Hauke Wendler, fordert dazu im Interview mit Die Zeit: „Wir müssen uns offener austauschen. […] Die Argumente für oder gegen Flüchtlingsunterkünfte müssen vom Stammtisch in die Öffentlichkeit. Nur so wird dem Einzelnen klar, dass es nichts bringt, sich hinzustellen und zu sagen: Ich hab grundsätzlich nichts gegen Ausländer, aber bei mir sollen sie bitte nicht wohnen.“

Info: Bundesweiter Kinostart war der 12. März. Weitere Kinotermine finden Sie auf der Homepage des Films.

Fast ein Jahr lang hat der Film Flüchtlinge, Anwohner und auch den Bereichsleiter der überlasteten Kreisverwaltung begleitet und dokumentiert hier – stellvertretend für die 295 Landkreise bundesweit – die Entwicklung und Debatten um die Unterbringung von Flüchtlingen. „Willkommen auf Deutsch“ zeigt, dass die Situation schwierig, aber nicht hoffnungslos ist.

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