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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Tatmotiv: Rassismus

Allein in Berlin wurden über 250 Menschen verletzt, gejagt und bedroht

Die Berliner Beratungsstelle ReachOut verzeichnet für das Jahr 2014 in Berlin erschreckend hohe Angriffszahlen. Rassismus ist das häufigste Tatmotiv. Mehr als 250 Menschen wurden verletzt, bedroht und verfolgt.

Die Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (ReachOut) hat im vergangenen Jahr 179 Angriffe registriert. Hierbei war Rassismus das häufigste Tatmotiv. Auch die Zahl der antisemitisch motivierten Taten und der Attacken gegen politische Gegner stieg an. Das geht aus dem ReachOut-Jahresbericht hervor.

Im Jahr 2014 wurden insgesamt 266 Menschen verletzt, gejagt oder massiv bedroht. Die Gewalttaten trafen die Opfer völlig überraschend und unvermittelt und ohne, dass sich Angreifer und Opfer vorher kannten. Der überwiegende Teil dieser Angriffe fand in aller Öffentlichkeit statt, auf Straßen, an Haltestellen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln und Bahnhöfen, teilt die Beratungsstelle mit.

Opfer werden alleine gelassen
Erschrecken ist der Befund, dass Fahrgäste und Passanten den Opfern nicht zur Hilfe kommen. Sabine Seyb von der ReachOut-Opferberatung fordert: „Hier sollten die politisch Verantwortlichen Kampagnen starten, um über die Möglichkeiten einzugreifen aufzuklären und somit die Betroffenen besser zu schützen.“

Wie ReachOut weiter mitteilt, fanden die meisten Angriffe (24) im Stadtteil Mitte statt, es folgten Kreuzberg (16), Hellersdorf und Neukölln mit je 15 Gewalttaten. In Charlottenburg und Pankow dokumentierte ReachOut jeweils 12 Angriffe.

Angriffe nicht immer spektakulär
„Im Vergleich zu den Gesamtzahlen geschehen in Mitte mehr als die Hälfte aller Gewalttaten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Bahnhöfen“, so Seyb. Als Beispiel führt sie einen Fall vom 13.10.2014 an. Eine Frau und ihr dreijähriger Sohn werden morgens in der U-Bahn kurz vor dem Bahnhof Friedrichstraße von einem Mann rassistisch beleidigt. Der Mann hält sich nicht einmal vor Schlägen auf das Kind zurück.

Nicht alle Angriffe sind laut ReachOut spektakulär, doch seien sie nicht harmloser. Auch absichtliches Anrempeln und Stoßen seien oftmals rassistisch motiviert. Auch Kinder und Jugendliche seien stark betroffen.

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