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Migration und Integration in Deutschland

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Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

V-Mann Felten

Nur ein toter Flüchtling ist ein guter Asylant

Die Bundesregierung packt nun endlich zielstrebig und entschlossen das Problem mit dem Zustrom von Asylsuchenden in Deutschland an und schlägt mit einer Klappe gleich drei Fliegen, berichtet V-Mann Felten.

VONWerner Felten

 Nur ein toter Flüchtling ist ein guter Asylant
Der Autor übernahm 1999 die Leitung des ersten türkischsprachigen Radios in Berlin. Von Radio hatte er eine Ahnung, von Türken nicht. Radio ist Radio dachte er sich. Das änderte sich aber schlagartig am 11.9.2001, als die Deutschen entdeckten, dass die Türken Muslime sind. Da ging es dann mit Integrationsdebatten los. Felten fand sich schnell in unzähligen Debatten, Gipfeln und Podiumsdiskussionen zu diesem Thema wieder. Ihn wunderte es, dass seine von ihm geschätzten türkischen Kollegen, Mitarbeiter und Freunde auf einmal alle Problemfälle sein sollten. Nachdem er 2007 die Leitung des Radiosenders abgegeben hatte, veröffentlichte er sein Buch „Allein unter Türken“, in dem er auf die Absurditäten der Debatte über die Integration hinwies. Heute schreibt er u.a. für die Deutsche Welle, moderiert und macht Comedy zum Thema Integration. Felten lebt gerne in Berlin, auch wenn er manchmal überlegt, ob er in die Türkei emigrieren solle.

DATUM26. September 2014

KOMMENTARE1

RESSORTAktuell, Meinung

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Die Bundesregierung packt nun endlich zielstrebig und entschlossen das Problem mit dem Zustrom von Asylsuchenden in Deutschland an. Angesicht von 200.000.000 Flüchtlingen, die auf Grund des Klimawandels in den nächsten 30 Jahren ihre Heimat verlassen werden, war das auch dringend notwendig.

Damit nicht alle nach Deutschland und Europa kämen und den armen Europäern die Kassen plündern werden, wurde eine grundlegende Untersuchung des Problems in Auftrag gegeben. Die eingesetzte Expertenkommission hat nun endlich ihren Abschlussbericht vorgelegt und ihre Empfehlungen ausgesprochen.

Das Problem muss da bekämpft werden, wo es entsteht, so die einhellige Meinung der Experten. Da gerade Krisengebiete, Bürgerkriege und blutigen Umverteilungskämpfe die Bewohner geradezu auffordern, nach Europa zu flüchten, wurde beschlossen, die Kriegsparteien mit Waffen zu beliefern. Wenn die dortigen Kriegsherren die Zivilisten gleich vor Ort liquidieren entstehen weniger Flüchtlinge.

Moralische Einwände gegen dieses Procedere wurde mit dem Argument entkräftete, man würde schließlich nur die „Guten“ beliefern. Das aus den „Guten“ mal die „Bösen“ werden könnten, wurde mit dem Hinweis, dass die Erde in 30 Jahren sowie kollabieren würde, abgewiesen. „Was interessiert mich mein Geschwätz von Morgen“, soll die Bundeskanzlerin verlautbaren lassen.

Lediglich das Verteidigungsministerium war traurig, jammerte, dass es seine schönen alten Waffen nun abgeben müssten. Daraufhin wurde beschlossen, die Lieferung über das Ministerium für Entwicklungshilfe zu finanzieren. Da zeigte sich, dass es eine hervorragende Entscheidung gewesen war, auch Vertreter der Waffenindustrie in die Expertenkommission zu berufen.

Bei der abschließenden Pressekonferenz konnte man nur zufriedene Gesichter sehen.

Man hätte für Deutschland nicht nur eine Win-Win-Situation geschaffen, sondern sogar ein Triple-Win-Win-Win erreicht. Der Strom der Asylsuchenden würde an der Quelle bekämpft werden, der deutschen Waffenindustrie würden neue Absatzmärkte erschlossen und den Parteien am rechten Spektrum würde der Wind aus den Segeln genommen.

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Ein Kommentar
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  1. Mika sagt:

    Tja, was will man mehr in Deutschland? Alle drei auf einen Schlag!

    Hervorragender Artikel, Herr Velten



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