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Migration und Integration in Deutschland

Warum werden sie hineingelassen? Um die Bürger des Staates von harter und unangenehmer Arbeit zu befreien?

Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

Integration im 16:9 Format

Ein bisschen Frieden

Der Krieg in Gaza geht mir sehr nahe. Meine Eltern haben die Auswirkungen des Korea-Krieges (1950 – 1953) miterlebt. Über 2,5 Millionen Menschen starben oder wurden schwer verwundet, im sogenannten vergessenen Krieg.

VONMartin Hyun

 Ein bisschen Frieden
Martin Hyun, 1979 in Krefeld geboren, Sohn koreanischer Gastarbeiter, studierte Politik, International Business und Relations in den USA und Belgien, war der erste koreanischstämmige Bundesligaspieler in der DEL und Junioren Nationalspieler Deutschlands. Im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialog 2008 engagierte er sich als Botschafter in Deutschland. Er gehörte dem Leadership-Programm der Bertelsmann-Stiftung an und nahm als ein Vertreter der Koreaner in Deutschland an der Jahreskonferenz 2008 Forum Demographischer Wandel teil, die vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler initiiert wurde. Seit 2008 promoviert er zum Thema Arbeitsmigration. Sein aktuelles Buch:

DATUM29. August 2014

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RESSORTAktuell, Meinung

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Mein Vater verlor seinen älteren Bruder und seinen Vater. Auch meine Mutter verlor ihren Vater. Wie gerne hätte ich sie kennengelernt, wie viele meiner türkischen Bekannten ihre Großväter. Die Türkei unterstützte Korea und stellte eines der größten Truppenkontingente. Bis heute ist Korea an der 38. Breitengrade geteilt und Familienzusammenführungen von der Laune Nordkoreas abhängig.

Im Krieg werden Grenzen überschritten und Tabus gebrochen. Das Leid hat die Zivilbevölkerung zu tragen. Fast täglich berichten die Medien von Kindern, die bei einem Bombenangriff versehentlich getötet wurde. Kollateralschaden. Vielleicht gab es unter den Kindern einen künftigen Nobelpreisträger, einen Ingenieur oder Arzt. Wir werden es nie erfahren. Was wir wissen, sind traurige Statistiken über zivile Opfer, der Kollateralschaden.

Aus Furcht bleiben viele Bundestagsabgeordnete lieber stumm. Sie wollen nicht in die Ecke des Antisemiten gedrängt werden. Einigen Politikern, die sich kritisch über die Politik Israels äußerten, kostete es ihre Karriere. Und die Bundesregierung verteidigt Israel aufgrund seiner historisch-politischen Verantwortung.

Der verstorbene Präsident der Jüdischen Weltorganisation (1956 – 1968) Nahum Goldmann hatte in einem Artikel für ein Journal im Jahr 1981 geschrieben: „Wir müssen begreifen, dass das Leid der Juden, das sie durch den Holocaust erlitten, nicht mehr als Schutzschild dienen kann, und wir müssen ganz sicher davon Abstand nehmen, den Holocaust zur Rechtfertigung unseres Tuns heranzuziehen. Wenn Menachem Begin die Bombardierung des Libanon unter Verweis auf den Holocaust rechtfertigt, begeht er eine Art ‚Hillul Haschem‘ (ein Sakrileg), eine Banalisierung der heiligen Tragödie der Shoah, die nicht als Begründung für eine politisch zweifelhafte und moralisch verwerfliche Politik missbraucht werden darf“.

Goldmann starb im Jahr 1982 als Persona non grata. Die israelische Regierung verweigerte Goldmann jegliche Beileidsbekundung. Der damalige PLO-Chef Arafat schickte ein Kondolenzschreiben.

Der verstorbene amerikanische Historiker Howard Zinn, der im Zweiten Weltkrieg als Bombardier diente, schrieb in seinem Buch „Failure to quit“ (frei übersetzt): „Drei Jahre lang führst du Krieg. Und am Ende fragst du dich, wo du wirklich bist und stehst. Nordkorea ist immer noch eine Diktatur, Südkorea ebenso. Nur eine Millionen Menschen sind gestorben. Was macht Krieg? Wenn er mit einer Ungerechtigkeit beginnt, vermehrt er Ungerechtigkeit. Wenn er auf Grundlage von Gewalt beginnt, multipliziert er die Gewalt. Selbst wenn er als Selbstverteidigung beginnt, macht er eine Bestie aus dir.“

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2 Kommentare
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  1. Tom sagt:

    Da fällt mir nur ein „WAR – what is it good for, absolutely nothing“



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