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Migration und Integration in Deutschland

Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

Statistik für 2013

Scheidungen binationaler Ehen gehen zurück

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland deutlich weniger Ehen geschieden als im Vorjahr; noch deutlicher ging die Zahl der Scheidungen von binationalen Ehen zurück. Im Gesamtdurchschnitt hält eine Ehe in Deutschland knapp 15 Jahre.

Die Zahl der Scheidungen in Deutschland geht zurück. Im vergangenen Jahr scheiterten rund 169.800 Ehen und damit 5,2 Prozent weniger als 2012, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden im Juli mitteilte. Auf der Grundlage dieser Zahl werden den Statistikern zufolge in den kommenden 25 Jahren etwa 36 Prozent aller in einem Jahr geschlossenen Ehen geschieden.

Wie das Statistische Bundesamt auf Nachfrage des MiGAZIN weiter mitteilte, ging auch die Zahl der Ehescheidungen von binationalen Paaren mit einem Minus von 6,9 Prozent deutlich zurück (22.148). Die Scheidungsrate binationaler Ehen betrug gemessen an allen Ehescheidungen 13 Prozent. Damit setzt sich der seit 2006 anhaltende Trend fort: Damals machten Ehescheidungen binationaler Paare noch über 16 Prozent aus.

Ehen halten knapp 15 Jahre
Bei etwas mehr als 2.600 dieser Ehen waren beide Ehepartner ausländisch und mit unterschiedlicher Staatsbürgerschaft. Bei etwa 19.500 Ehescheidungen war ein Ehepartner deutscher Staatsbürger. Bei 38,7 Prozent dieser Scheidungen hatte die Frau die deutsche Staatsbürgerschaft und bei 36 Prozent der Mann. Zum Vergleich: Jedes Jahr geben etwa 25.000 deutsche Männer einer ausländischen Partnerin das „Ja-Wort“ und 19.000 deutsche Frauen einem ausländischen Mann.

Ob binationale Ehen länger halten als das „Ja“ von Eheleuten mit gleicher Staatsbürgerschaft, konnte das Statistische Bundesamt nicht sagen. Wie aus einer Studie allerdings hervorgeht, scheitern binationale Ehen in Deutschland häufiger als Ehen von Paaren mit ähnlichen Wurzeln. Die Wissenschaftler stellen die Faustformel auf: je unterschiedlicher die kulturellen und sozialen Hintergründe der Eheleute, desto größer deren Scheidungswahrscheinlichkeit.

Den Zahlen des Bundesamtes zufolge lag die durchschnittliche Dauer aller im Vorjahr geschiedenen Ehen bei 14 Jahren und 8 Monaten. Somit setzte sich der Trend zu einer längeren Ehedauer bis zur Scheidung weiter fort. 1993 hatte eine geschiedene Ehe im Schnitt noch 11 Jahre und 7 Monaten gehalten.

Jede zweite Ehe mit Kindern geschieden
Der Antrag auf Scheidung ging meist von der Frau aus (52 Prozent der Fälle). Der Mann reichte in 40 Prozent der Fälle den Antrag ein. In den übrigen Fällen beantragten beide Ehegatten gemeinsam die Scheidung.

Fast die Hälfte der 2013 geschiedenen Paare hatte gemeinsame Kinder im Alter unter 18 Jahren. Insgesamt waren rund 136.000 minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Das waren knapp fünf Prozent weniger als im Vorjahr. (mig/epd)

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