MiGAZIN

Das Fachmagazin für Migration und Integration in Deutschland

Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

Jahresstatistik 2013

Mehrheit besucht Integrationskurs freiwillig

Die Zahl der erteilten Teilnahmeberechtigungen für einen Integrationskurs stieg im Jahr 2013 auf einen Höchststand seit 2005. 61 Prozent der Kursteilnehmer besuchten den Integrationskurs freiwillig. Das teilt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit.

Die Integrationskurse sind „so stark nachgefragt wie noch nie“, meldet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anlässlich der nun vorliegenden Jahresstatistik. Danach wurden im vergangenen Jahr 167.516 Teilnahmeberechtigungen für einen Integrationskurs ausgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 31 Prozent. Dies markiert auch den höchsten Stand seit 2005.

Der Zuwachs an Teilnahmeberechtigungen schlägt sich auch auf die Zahl der Kursteilnehmer nieder – mit 117.354 Personen begannen rund 25 Prozent mehr einen Integrationskurs als im Vorjahr. Ende 2013 konnte der 1 Millionste Teilnehmer in einem Integrationskurs begrüßt werden. Die Zahl der freiwilligen Teilnehmer, also derer, die nicht durch Jobcenter oder Ausländerbehörde zur Teilnahme verpflichtet wurden, ist zudem stark gewachsen: Während im Vorjahr 2012 mit 54 Prozent bereits mehr als die Hälfte der Teilnehmer freiwillig den Integrationskurs besuchten, stieg ihr Anteil im Jahr 2013 auf 61 %.

Polen erstmals vor Türken
Besonders stark gestiegen ist die Zahl der EU-Bürger, die einen Integrationskurs besuchen: 43 Prozent aller neuen Teilnehmer stammten im Jahr 2013 aus einem EU-Land (50.420 Personen ohne deutsche Staatsangehörige). Hauptherkunftsland der Kursteilnehmer war in 2013 erstmals Polen – in den Jahren zuvor hatten die meisten Teilnehmer die türkische Staatsangehörigkeit. Rumänen, Bulgaren und Syrer belegen die nachfolgenden Plätze.

Download: Den gesamten Bericht sowie weitere ausführliche Statistiken zu den Integrationskursen auch speziell für die einzelnen Bundesländer können Sie hier herunterladen.

Der Integrationskurs schließt mit dem „Deutschtest für Zuwanderer“ und dem Orientierungskurstest ab. Das höchstmögliche Sprachniveau B1, erreichten im Jahr 2013 rund 58 Prozent der Prüfungsteilnehmer. Weitere 34 Prozent schafften das darunter liegende Sprachniveau A2. Damit erhielten 92 Prozent der Prüfungsteilnehmer ein Sprachzertifikat, mit dem sie ihre Lernerfolge nachweisen können.

Der Integrationskurs ist das zentrale Instrument zur Unterstützung des Grundspracherwerbs für Menschen mit Migrationshintergrund. „Aber er ist nicht nur Sprachkurs sondern auch Empowerment-Maßnahme, denn Integrationskursteilnehmer wenden die deutsche Sprache in ihrem Alltag häufiger an, haben mehr Kontakt zu Deutschen, nutzen häufiger deutsche Medien und geben häufiger an, in Deutschland bleiben zu wollen“, teilt das BAMF mit. (sb)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

Ein Kommentar
Diskutieren Sie mit!»

  1. […] Nachfrage nach Integrationskursen ist so hoch wie nie. Allein im Jahr 2013 stieg die Anzahl der neuen Kursteilnehmer um 25 Prozent auf gut 117.000. […]



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...