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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Der Triebtäter

Stille Nacht, heilige Nacht?

Wer’s glaubt! Was Sie schon immer über Weihnachten wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten. Alles was man dazu wissen muss und noch mehr: im neuen Triebtäter!

VONSven Bensmann

 Stille Nacht, heilige Nacht?
Der Verfasser (geb. 1983 bei Osnabrück), hat Philosophie, mittlere und neuere Geschichte, sowie europäische Ethnologie in Kiel studiert und einige Jahre von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ein politisches Blog betrieben. Heute ist sein Blog erreichbar unter s10n.tk

DATUM17. Dezember 2013

KOMMENTARE18

RESSORTAktuell, Meinung

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Ho, Ho, Ho! Es weihnachtet sehr in diesem Lande, und für all die Ungläubigen da draußen, die nicht so ganz genau wissen, worum es bei diesem Fest geht, will ich heute mal eine Auszeit von den Hitlervergleichen nehmen und mich stattdessen als kultureller Vermittler anbieten, will ich erklären, was genau es damit eigentlich auf sich hat.

An Weihnachten nämlich Gedenken die Feiernden traditionell einer Zeit, in der noch alles einfacher war: Der Vorweihnachtszeit, in der abgesehen vom manchmal hektischen Gesuche nach Geschenken die pure Ruhe herrschte: Eine Ruhe vor dem Sturm. Dies tun sie stets passend zur Wintersonnenwende, wenn also die Abende wieder länger werden und somit die Grillsaison eingeleitet wird.

Dazu finden sich die Menschen in größeren Familienverbänden zusammen, um bei fettigem Essen und Alkohol so lange so eng aufeinander zu hocken, bis einer weint: Gewöhnlich ist das Mutter, weil sie zu all dem Ärger mit den Anverwandten auch noch all das Essen anrichten und den Alkohol servieren muss – ein Vernichtungskrieg gegen das zentrale Nervensystem, dem früher oder später aber ein jeder erliegt, erliegen muss.

Diese Form der Familienfeier, die sich dieser Tage größter Beliebtheit erfreut, ist dabei erstaunlich jung: Erst vor rund hundert Jahren erfand ein us-amerikanischer Brausehersteller Weihnachten, kleidete verlauste, unrasierte Penner in die Firmenfarben, die, einem Zufall sei Dank, auch die Firmenfarben der Deutschen Bahn waren, und schickte sie mit ebendieser durchs Land.

Ursprünglich zum Nikolaustag sollten sie dann Kindern mit süßer koffeinhaltiger Plörre eine kleine Freude machen – allein, mit der Bahn hatte niemand gerechnet, weshalb die ersten Weihnachtsmänner erst ab dem späten 24. Dezember an ihren Bestimmungsorten eintrudelten, viele gar noch später: Erst hieraus ergab sich die Notwendigkeit, Weihnachten auf zwei Tage plus den „Heiligabend“ zu erweitern.

Weitgehend geklärt scheint inzwischen auch die Herkunft der Begriffe Heiligabend und Weihnachten. So gehen Forscher davon aus, dass sich der Begriff des „Heiligabend“ erst in den Fünfziger Jahren allmählich durchsetzte, als es schon üblich geworden war, den Kindern selbst kleine Geschenke zu machen. Das oft minderwertige Spielzeug war schlicht nur am ersten Abend noch „heilig“ (neudeutsch: funktionstüchtig, heil, intakt), wanderte deshalb schon am nächsten Tag direkt in den Müll.

„Weihnachten“ hingegen entstammt bereits den frühesten Erfahrungen mit Familienfesten, die, wie bereits beschrieben, zumeist im „Weyhnkrampfe“ (Weinkrampf) gipfelten und bis heute traditionell darin gipfeln, die vormoderne Rechtschreibung „Weihnachten“ blieb bis heute erhalten und hat sämtliche Rechtschreibreformen überlebt.

Wer will es den Menschen da verdenken, dass im Anschluss an diese Tortur das alte Jahr dicht gemacht und in die Luft gesprengt wird, anlässlich eines Rituals das gemeinhin als Silvester bekannt ist.

Aber das ist eine andere Geschichte…

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18 Kommentare
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  1. Klaus Woizek sagt:

    Schöner Text! Vielleicht sollten über alle religiösen Feste solche Texte geschrieben werden. Damit der Unsinn endlich mal aufhört.

    Unfrohe Weihnachtszeit

  2. Die Emotionale sagt:

    So kann nur einer schreiben, der zwar die Weihnachts-Vermieser aber keine Weihnachtskenner kennt. Es gibt sie noch, die Menschen, die wissen, das Advent warten auf die Ankunft Christi bedeutet – also eine stille und besinnliche Zeit ist.

    Teilnahme an der Christmette am Heiligen Abend um 22 Uhr vieler Menschen bezeugt, dass der Glaube gelebt und nicht der Kommerz hochgehalten wird. Ein Familienverband sitzt sehr entspannt – vielleicht mit unruhigen Kindern – beim Weihnachtsessen bevor Bescherung ist. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, solche Familien gibt es auch (in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis).

    Wie bei Allem kommt es auf das richtige Maß an 😉 Ich wünsche auf jedem Fall allen Menschen Frieden und den Miesepetern die in dem Artikel beschriebenen Vorkommnisse 🙂

  3. miss piggy sagt:

    Ich bin auf seine Einlassung zum Ramadan gespannt.

  4. posteo sagt:

    Wie man an der vorliegenden Glosse sieht, scheint es den Zauber der Weihnacht tatsächlich zu geben. So einen unverbissenen und witzigen Text hat der Autor bisher noch nicht abgeliefert.

  5. Gerd Richter sagt:

    Nachdem ich nun zwei Artikel von Herrn Bensmann gelesen habe, verstehe ich einfach nicht was er bezwecken will.
    Aber ich habe 3 Theorien:
    1. Er versucht die Vorurteile zu bedienen die Migranten gegenüber Deutschen hegen und macht sich darüber lustig in dem er übertreibt (Alle als Nazis darzustellen oder zu behaupten alle wären zu Weihnachten besoffen)?
    2. Oder meint er es so wie er es schreibt und unterliegt seinen massiven Fehlinformationen und recherchiert nicht mal bevor den Artikel veröffentlicht (Weihnachtsmann wurde von Coca-Cola erfunden)?
    3. Oder sind seine Artikel als Satire ohne informellen Anspruch zu verstehen, aber leider auch ohne den dafür notwendigen Humor und als solche demnach auch nicht erkennbar?

    Herr Bensmanns Texte scheinen selten über die provokative Note hinauszugehen. Und leider scheinen sich seine Provokationen immer nur auf die gleichen Gruppen zu reduzieren: Deutsche und Christen.

  6. Lynx sagt:

    Wie viele Christen wissen überhaupt, daß Jesus Christus gar nicht in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember (richtiger: Dekember) geboren wurde und auch nicht in einem Stall in der Stadt Betlehem, sondern irgendwann im Spätsommer etwas weiter östlich unter einer Dattelpalme?
    Dr. Brahim Mokrani stellt in seinem Buch „Der Islam ist der Erbe des Judenchristentums und des messianischen Judentums, Kontinuität in den monotheistischen Religionen“ fest, daß der („falsche“) Apostel Paulus und seine Anhänger den damals im Römischen Reich verbreiteten Mithras-Kult nahezu eins zu eins der Person Jesu Christi übergestülpt und so aus dem historischen einen verklärten Jesus gemacht haben, und zählt eine Reihe von erstaunlichen Gemeinsamkeiten auf. Somit feiern die heutigen Christen – ohne es zu wissen – eigentlich den Geburtstag des Lichtgottes und Erlösers Mithras, der auch mit dem Sonnengott Sol Invictus gleichgesetzt wird. Am 21. Dez. ist Wintersonnenwende, und ab diesem Datum steigt die lebensspendende Sonne jeden Tag wieder etwas höher, als ob sie um diese Zeit jedes Jahr neu geboren wird.
    Der Koran berichtet (siehe Sure 19, 16–35), daß Maria (Maryam), als sie mit Jesus schwanger war, sich an einen „östlichen Ort“ zurückzog. Östlich von Betlehem fällt das Bergland zum Nordostufer des Toten Meeres ab, und nahe des letzteren stößt das Grundwasser auf undurchlässige Gesteinsschichten und tritt in Rinnsalen aus dem Boden aus. An solchen schwer zugänglichen Stellen wachsen wilde Dattelpalmen. Genau auf diese Umgebung trifft die Ortsbeschreibung im Koran zu, und Datteln sind im Spätsommer reif. Unabhängig davon haben nichtmuslimische Wissenschaftler ebenfalls den Spätsommer des Jahres 7 v. Chr. als Geburtszeit für Jesus Christus ermittelt.
    In der Weihnachtsgeschichte heißt es, die Hirten seien nachts bei ihren Tieren im Freien auf der Weide gewesen, als ihnen die Engel die frohe Botschaft von der Geburt des „Erlösers“ verkündeten. Wer die Gegend kennt, weiß, daß es dort im Winter empfindlich kalt ist (es kann sogar schneien) und die Hirten nicht nachts mit ihren Herden draußen bleiben.

  7. Die Emotionale sagt:

    Ach Lynx wie für dumm halten Sie die Menschen und im speziellen Deutsche und Christen,?

    wir leben ja nicht im Zeitalter „vor Christus“ sondern in der „Neuzeit“ 2014. Also kann es nur so sein, dass – im Gedenken eines historischen Vorfalles – in diesem Fall am 24.12. eines jeden Jahres – die Geburt Jesu von der Deutschen Kath. Christenheit gefiert wird. Andere Länder Europas oder auch Amerika haben andere Feiertags-Termine zu der Geburt Jesu.

    Wenn man also „schlechten Willens“ ist, dann verdreht man einfach das Geschriebene, gell? 😉

  8. miss piggy sagt:

    Noch ein Kommentar. Ich kann nicht verstehen,dass dieser Hr.Bensmann hier weiterhin publizieren darf. Seine Kommentare sind komplett mit Hass und Abneigung gegenüber denjenigen durchsetzt,die nicht in sein kleines Weltbild passen. Hier wird doch permanent Toleranz gepredigt. Hier werden Leute beleidigt,die Weihnachten sehr ernst nehmen. Bitter,wenn er über seine persönlichen Erfahrungen berichtet. Im Übrigen kann man wissen,dass Weihnachten nicht von Coca-Cola erfunden wurde und der sog. Weihnachtsmann ursprünglich aus den Niederlanden stammt.
    Habe ich das richtig gelesen? Er bezeichnet Obdachlose als Penner,die auch noch unrasiert und verlaust sind? Wenn sich das migazin tatsächlich die Förderung von gegenseitiger Toleranz und Verständnis auf die Fahnen geschrieben hat,dann sollten Sie,liebe Verantwortlichen den Herrn Bensmann zur Bild-Zeitung schicken. Frohes Fest.

  9. Gerd Richter sagt:

    @Lynx
    Das hat etwas mit der europäisierung des Christentums zu tun und der Vermischung von heidnischen und christlichen Traditionen. Der Weihnachtsbaum und Weihnachten sind älter, als das Christentum und eine ureuropäische Tradition. Man muss also überhaupt kein Christ sein um diese Fest mitzufeiern, es reicht sich darüber zu freuen, dass es tagsüber wieder länger hell ist!

    Dass die Christen diese heidnischen Feste übernommen haben wäre für heutige Verhältnisse ein unmöglicher Vorgang, da die Menschen heutzutage leider zu dogmatisch mit ihrer Religion umgehen. Heutzutage wird jedes aus einer anderen Religion übernommenes Element, als Verrat an seine eigene Religion wahrgenommen und verfestigt das nebeneinanderherleben.

  10. Achmed sagt:

    Das Weinachtsfest ist doch nur Kommerz. Überall nur Kaufen, Kaufen, Kaufen und alle sind besoffen vom Glühwein! Richtige Christen gibt es doch gar nicht mehr. Und das es ein Heidenfest ist, macht es nicht besser.


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