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Migration und Integration in Deutschland

Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

TV-Tipps des Tages

10.10.2013 – Migranten, Asyl, Türken, Einbürgerung, Integration

TV-Tipps des Tages sind: Die Schulstunde als Talkshow: Deutschland. Mein Land? Seit sie ihre Ausbildung in der Zahnarztpraxis begonnen hat, denkt die 19-jährige Keziban Özkan über die deutsche Staatsbürgerschaft nach; Arbeiten für die Seele – Integration von psychischen Kranken; Asül für Alle

VONÜmit Küçük

DATUM10. Oktober 2013

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Die Schulstunde als Talkshow
Deutschland. Mein Land? Seit sie ihre Ausbildung in der Zahnarztpraxis begonnen hat, denkt die 19-jährige Keziban Özkan über die deutsche Staatsbürgerschaft nach. Keziban ist in Deutschland geboren, hat aber einen türkischen Pass. Ihre Familie, besonders ihr Bruder Ozman, ist gegen eine deutsche Staatsbürgerschaft. In der Berufsschule und in der Praxis unter den Arbeitskollegen wird oft darüber geredet: Wäre die deutsche Staatsbürgerschaft für Keziban besser als die türkische? Einige von Kezibans türkischstämmigen Freundinnen haben bereits den deutschen Pass, können wählen gehen und in vollem Umfang politisch mitbestimmen.

Kezibans Familie lebt seit vierzig Jahren in Deutschland, aber die Türkei bezeichnet sie als ihre Heimat. Keziban muss sich entscheiden: Beantragt sie den deutschen Pass, hat sie mehr Rechte in Deutschland. Sie verliert dann aber die türkische Staatsbürgerschaft und hätte als einzige in ihrer Familie einen deutschen Pass. Do, 10. Okt • 11:00-11:15 • HR

Arbeiten für die Seele – Integration von psychischen Kranken
Psychische Erkrankungen sind mittlerweile die Hauptursache dafür, dass Menschen arbeitsunfähig werden und Invaliditätspensionen beziehen. Viele Betroffene sind allerdings durch die Behandlung mit Medikamenten und Psychotherapien arbeitsfähig geworden. Sie suchen Arbeit, aber meist vergeblich. Die Stigmatisierung psychisch Kranker ist in der Arbeitswelt noch sehr groß. In Wien bekommen sie in einem Neu- und Wiedereinstiegs-Projekt eine neue Chance. Die gemeinnützige Gesellschaft Reintegra verhilft ihnen zu Arbeitsplätzen, die auf ihre besonderen Bedürfnisse abgestimmt sind.

Je nach Fähigkeit und Begabung werden sie in Tätigkeiten wie Schweißen, Stanzen, Verpacken, Tischlern oder Bemalen eingeschult und teilzeitbeschäftigt. Sie arbeiten in den Wiener Werkstätten von Reintegra oder bei Firmen wie dem Hersteller von Druckkapseln- und Geräten iSi oder dem Bauteilhersteller Electroplast. Die meisten Beschäftigten leiden unter Schizophrenie, Depressionen oder Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Arbeit ist Balsam für ihre Seele. Zu Hause wird ihre Krankheit durch die Eintönigkeit und das Nichtstun verschlimmert. Die geordnete Tagesstruktur und die Wertschätzung des Arbeitslebens hingegen ist ihnen ein Halt im Leben. Do, 10. Okt • 19:30-20:15 • BR-alpha

Asül für Alle
Kabarett – Wenn eine Ausländerbehörde von Django Asül geleitet wird, ist das Chaos nicht weit. Wenn ihm dabei Rolf Miller ambitioniert zur Seite steht, naht das Inferno. Ihre tägliche Arbeit dreht sich um die Frage: Wer wird reingelassen? Wer wird rausgelassen? Und wer passt überhaupt hierher? Mit schrägen Denkansätzen spüren die beiden grundverschiedenen Kabarettisten diesen und anderen aktuellen Fragen nach. Sie treiben ihr Unwesen streng nach dem Motto: Echte Gaudi entsteht erst dann, wenn der Ernst der Lage bereits da ist. Erst recht, wenn Michl Müller und Wolfgang Krebs im Büro auftauchen. Do, 10. Okt • 21:00-21:45 • BR

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