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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Partiziano

Migrantangelo aus Migrantopólitis

Die kognitive Dissonanz trifft Kehraus-Kohl und ist ein Dilemma, das auch das Backstage-Leben der Migranten beim anstehenden volljährigen Urnengang nicht verschont. Die Lösung: Politik all’italiana machen und die Kenter-Kanutin Josefa Idem als neue Feministerin fürs olympische Kabinett vorschlagen.

VONMarcello Buzzanca

 Migrantangelo aus Migrantopólitis
Geb. 1972 in Frankfurt/Main. Studium der Romanistik, Amerikanistik und Germanistik in Frankfurt und Málaga. U.a. tätig als Autor, Texter, Redakteur, Übersetzer, Blogger und Kolumnist bei MiGAZIN. Sein erstes Buch: „Periodischer Patriotismus: Erfahrungen eines provisorischen Italieners“ erschien Ende Mai 2013 im Verlag Sibylla Wegener“

DATUM8. August 2013

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RESSORTAktuell, Meinung

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Affen-culo
Das hat die italienische Polizei übrigens versäumt und schon wurde die aus Afrika stammende, italienische Integrationsministerin Cecile Kyenge mit Bananen beworfen. Die erste dunkelhäutige Ministerin des Stiefelstaates aber rügte die Polizia und Carabinieri ebenso wenig wie die Angreifer, sondern konterkarierte die erbärmlichen rassistischen Angriffe genial und gelassen: Es sei eine Ohrfeige für die Armut und eine Verschwendung von Lebensmitteln.

Dass sie der Affe und Vizepräsident des Senats, Roberto Calderoli, kurz davor als Orang Utan bezeichnet und ihr nahe gelegt hatte, doch in ihrem Land Ministerin zu werden, machte die aus dem Kongo stammende Politikerin natürlich wütend, doch letztlich hat sie sich nun mit der Lega Nord versöhnt.

Kehraus-Kohl und die Jungtürken
Das aber könnte am Ende ein Eigentor sein, auch wenn noch keine geheimen Sitzungsprotokolle Bettino Craxis (italienischer Ministerpräsident 1983) aufgetaucht sind, in denen davon die Rede ist, dass irgendwann alle Ausländer aus Italien verbannt werden sollten. Schließlich verstand sich der in Sachen Korruption und Vetternwirtschaft legitime Vorgänger Berlusconis ja selber als Jungtürke, so wie übrigens auch Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher. In diesem Sinne kann also Entwarnung gegeben werden: Kehraus-Kohl wollte eigentlich nicht die Türken aus Deutschland fegen, sondern die Jungtürken der FDP domestizieren.

Und Bettino Craxi, der – wie der Spiegel es ausnahmsweise so treffend formuliert – in seiner Amtszeit gleichsam die Nationalmannschaft italienischer Ex-Premiers im Kabinett hatte, wollte sich einfach nicht auswechseln lassen und löste das kognitive Dissonanz-Dilemma schließlich mit einem Eigentransfer nach Tunesien.

Ja, da erweist sich der Fußball wieder einmal als willkommene Allegorien-Spielwiese. So fordern nämlich die einen mittels Online-Petition die zwangsweise und endgültige Auswechslung des Roberto Calderoli und andere rufen die italienischen Politiker dazu auf, ein Zeichen gegen rassistische Sprechchöre zu setzen – kommen sie nun von der populistischen und politischen Bank oder aus den Kehlen minderbemittelter Fußballfans– und immer dann den Senat zu verlassen, wenn der unterentwickelte Primaten-Präsident Roberto Calderoli anwesend ist.

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Ein Kommentar
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  1. […] und sich zumindest als Kehraus-Konsorten nützlich machen. Apropos sauber machen und Kompagnons: Silvio Berlusconi entscheidet sich gegen einen Zwangsurlaub im goldenen Käfig und dafür, Sozialstunden zu […]



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