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Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.

Hessischer Integrationsminsiter Jörg-Uwe Hahn (FDP), Frankfurter Neue Presse, 7.2.2013

Prof. Klaus J. Bade

„Umgang mit Islam und Integration ist an einem kritischen Punkt angelangt“

Der renommierte Wissenschaftler Prof. Klaus J. Bade sieht den Umgang mit dem Thema Islam und Integration an einem kritischen Punkt angelangt. Sollte sich nichts ändern, könnte Deutschland am Beginn einer rechtsterroristischen Epoche mit entsetzlichem Erinnerungswert stehen.

Im politischen Deutschland gibt es nur selten parteiübergreifenden Konsens. Gerade wenn es um Integrations- und Migrationsthemen geht, scheiden sich die Geister. Nicht so, wenn Klaus J. Bade mitmischt. Zwar hat er nicht immer Beifall geerntet, dies war aber nicht selten dem Umstand verschuldet, dass er seiner Zeit voraus war. Nur eins ist sicher: auf den Weichen, die er gestellt hat, sind am Ende alle gefahren.

Das war der Tenor auch bei seiner Verabschiedung als Chef des Sachverständigenrates Deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), dessen ideeller Anstifter, Konzeptgeber und Gründungsvorsitzender er war. Von Cem Özdemir als Parteivorsitzendem der Grünen und Aydan Özoğuz als stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD über die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer (CDU) bis hin zu den beiden kritischen Multikulturalisten bzw. konservativen Republikanern in der CDU, Heiner Geissler und Dieter Oberndörfer – von allen höchste Anerkennung quer durch die Parteienlandschaft für den parteilosen Politikberater. Dokumentiert in der jetzt erschienenen Festschrift zu seiner Verabschiedung.

Bade bleibt aktiv und warnt
Besonders erfreulich ist daher, dass Bade die Ankündigung in seinem kleinen politischen Testament zum Abschied vom SVR wahr gemacht hat, aktiv zu bleiben an der „schmutzigen Front“ gegen Kulturrassismus, Islamfeindlichkeit und damit gegen die von ihm so genannte „negative Integration“ im Sinne der Selbstvergewisserung der Mehrheit durch ihre Abgrenzung von Minderheiten, hierzulande vor allem vom Islam und zunehmend auch von Muslimen. Im Frühjahr soll sein neues Buch „Von der Kritik zur Gewalt: Sarrazin-Debatte, ‚Islamkritik‘ und rechter Terror in Deutschland“ im Schöningh-Verlag erscheinen.

Bade dazu: „Unser Umgang mit dem Thema Islam und Integration ist an einem kritischen Punkt angelangt. Jetzt muss sich zeigen, ob der Schock der NSU-Verbrechen einen verantwortlichen Diskussions- und Lernprozess einleitet oder ob das demagogische Spiel mit gefährlichen Vorurteilen weitergeht. Sonst könnte Deutschland am Beginn einer rechtsterroristischen Epoche mit entsetzlichem Erinnerungswert stehen.“ (es)

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4 Kommentare
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  1. glamorama sagt:

    Danke für den Hinweis! Prof. Bades Rede, die in der Festschrift abgedruckt ist, macht Hoffnung. Hoffnung, dass es jenseits der Sarrazin’schen Rhetorik, jenseits der unerträglich einseitigen Migrations- und Integrationsdebatte und jenseits von PI und Co. noch Menschen gibt, die sich mit Verstand und Mut für ein Deutschland einsetzen, das auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht immer nur mit 100 Jahre alten „Lösungen“ reagiert.

  2. halil sagt:

    Integration und NSU.
    Bekanntlich ist Zschäpe halb Rumänin.Was war das jetzt für eine Integration?

  3. Ludwig sagt:

    Zitat Bade
    von seiner hier verlinkten „Festschrift“:
    „…
    Wir hatten, empirisch gesichert, schon in unserem
    ersten
    Jahresgutachten
    „Einwanderungsgesellschaft
    2010“ die Einwanderungsgesellschaft als informiert, be-
    lastbar und verhalten integrationsfreudig beschrieben.
    Das war ein wissenschaftlich fundiertes Gegenbild gegen
    das vorwissenschaftliche, von der publizistischen Desin-
    tegrationsindustrie intonierte skandalisierende Gejam-
    mer auf hohem Niveau über die angeblich in Deutschland
    flächendeckend ‚gescheiterte Integration‘. Deswegen
    rückten der SVR und vor allem sein Vorsitzender und
    Sprecher alsbald ins Feindbild von Desintegrationspubli-
    zistik, ‚Islamkritik‘ und dem ihr hörigen kommunikativen
    Untergrund ein….“

    Würde mich mal interessieren, wann Bade die Belastbarkeit der Einwanderungsgesellschaft als überschritten sieht!
    Bei Zuständen wie Malmö, Marseille, Brüssel…?

  4. No Problem sagt:

    Vielen Dank Herr Bade für Ihre Bemühungen, auch wenn Sie sich dadurch sehr viele Feinde weit Rechts und mittlerweile auch in der Mitte der Gesellschaft machen.



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