MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

TV-Tipps des Tages

23.10.2012 – Türkei, Islam, UNESCO, Migranten, Integration, Berlin Neukölln

TV-Tipps des Tages sind: Im Land der Feenkamine: Kappadokien in der Zentraltürkei; 7 Tage – Wir tauschen unser Leben: Die Lübbenauer Familie Schwerdtner und Familie Altiok aus Berlin-Neukölln leben rund 80 Kilometer voneinander entfernt

Im Land der Feenkamine
Kappadokien in der Zentraltürkei – Die ersten Christen, die ins zentralanatolische Hochland geflohen waren, schufen sich im weichen Tuffstein ein Netz von mehr als tausend unterirdischen Kirchen und Klöstern, ganze unterirdische Städte. Der Film führt in die zerfurchten, ruinengleichen Täler Kappadokiens. Jedes Jahr reist Bartholomaios I., der Patriarch der orthodoxen Weltkirchen, aus seinem Amtssitz Istanbul für einige Tage in die Schluchten des kappadokischen Hochlandes. Für ihn beginnt damit auch eine Reise zurück zu den Wurzeln des Christentums.

Dies sei auch eine Annäherung an die einstigen muslimischen Nachbarn, mit denen die Christen dort fast 1.500 Jahre zusammenlebten, bis sie 1923 umgesiedelt wurden, um Platz zu schaffen für türkischstämmige Familien aus Nordgriechenland. Filmautor Martin Thoma ist dem greisen Kirchenmann im Sommer 2005 gefolgt. Die heutige muslimische Bevölkerung geht eher pragmatisch mit dem in Stein gehauenen Nachlass der ersten Christen um. Ali Sirli, ein alter Schäfer aus Uchisar, hat seine Schafe in einer alten byzantinischen Höhlenkirche untergebracht, ein weiterer Tuffkegel dient als Behausung für seine Tauben. Er lebt noch heute mit seiner Familie in einem „Feenkamin“, den einst sein Urgroßvater in einen Tuffkegel geschabt hat – nicht ganz legal, denn seit die UNESCO die bizarre Tufflandschaft um Göreme und Uchisar 1982 zum Weltkulturerbe erklärt hat, verschwanden die meisten Familien im Zuge einer staatlich verordneten Umzugsaktion in die schnell errichteten Betonhäuser der Neustädte. Seitdem ist Ali den Behörden ein Dorn im Auge, wie sein Nachbar Hassan, ein pensionierter Wildhüter. Mittlerweile hat der lokale Tourismus das Weltkulturerbe für sich entdeckt. Die Jungen verdingen sich als Reiseführer, eröffnen eine Billigpension oder ziehen in die Großstädte. Irgendwann habe man hier nur noch Geisterstädte und Tuffruinen, meint Hassan, die Dörfer sterben aus, und mit ihnen gehe der Stolz der alten Anatolier zum Teufel. 14:30-15:15 • HR

7 Tage – Wir tauschen unser Leben
Die Lübbenauer Familie Schwerdtner und Familie Altiok aus Berlin-Neukölln leben rund 80 Kilometer voneinander entfernt. Sie wagen ein außergewöhnliches Experiment: Für eine Woche tauschen sie ihr Leben. Im zweiten Teil kümmert sich Remzi um den Durst seiner Geranien, während Jörg quer zur Marathonstrecke joggt, um rechtzeitig die Ballondekoration in den Hochzeitssaal zu schaffen. Im Spreewald beginnen parallel Diskussionen über das Thema Integration von Migranten.

Mutig sprechen Freunde von Romy mit Selcuk und Seyda über negative Erlebnisse mit Türken. Auch der Damenstammtisch hat dazu an Nejla große Fragen. Iris, Jörg und Romy sind da bereits in die türkische Community integriert: Sie sind anstelle der Altioks Chormitglieder im Berliner Ensemble für klassisch-türkische Musik. „Harter Tobak“, urteilt Jörg, gibt aber sein bestes, um Remzi zu ersetzen. Am letzten Tag des Experiments ist Bayram, letzter Tag des Ramadans und der höchste Feiertag der Moslems. Zum Abschluss begegnen sich beide Familien sich im Spreewald zu diesem Familienfest und tauschen ihre Erfahrungen aus. 07:15-08:00 • RBB Berlin

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...