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Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

In Deutschland zu Hause - Vielfalt

Finanzministerium verewigt Vielfalt auf Sonderbriefmarke

Yılmaz, Kaminski oder Tozzi. Das sind mittlerweile selbstverständliche Namen an Klingelschildern. Diese Selbstverständlichkeit wird nun dokumentiert – in Form einer Sonderbriefmarke, die das Finanzministerium herausgibt.

Geht man durch die Straßen in Berlin oder anderen deutschen Städten ist es inzwischen alltäglich und selbstverständlich, dass an den Haustüren Klingelschilder mit Namen zu finden sind, die auf die unterschiedliche Herkunft der Namensträger schließen lassen. Diese soll die Sonderbriefmarkte „In Deutschland zu Hause – Vielfalt“ würdigen, die Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Mittwoch (4.7.2012) im Berliner Bundeskanzleramt vorstellte.

Die Gäste stimmten bei der Briefmarkenpräsentation dem Bundesfinanzminister in seiner Einschätzung zu, dass die Vielfalt in Deutschland nicht nur Normalität, sondern auch Bereicherung sei. Immerhin hat ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland Wurzeln in nahezu allen Ländern der Welt. In Deutschland zu Hause sind rund 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, darunter etwa 8,5 Millionen deutsche Staatsbürger.

Vielfalt ist Normalität
Ihr Anteil ist in den jüngeren Generationen und in Ballungszentren am größten. Auf diese Vielfalt in unserem Land zu setzen, die unterschiedliche Herkunft und die verschiedenen kulturellen Hintergründe als Chance zu verstehen, sei in einer globalisierten Welt ein wichtiger Erfolgsfaktor, bekräftigte der Bundesfinanzminister.

Ein Album mit Erstdrucken der Briefmarke überreichte der Bundesfinanzminister an die Staatsministerin Maria Böhmer (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. „Die knapp 16 Millionen Migranten in unserem Land sind Teil unserer Gesellschaft. Viele von ihnen sind in Deutschland aufgewachsen und leben mittlerweile in der 3. oder 4. Generation bei uns. Sie gehören selbstverständlich dazu: Deutschland ist ihr Zuhause und ihre Heimat! Die Vielfalt der Menschen ist mittlerweile Normalität. Und angesichts des demografischen Wandels eine große Chance für unser Land“, betonte Böhmer.

Paradigmenwechsel im Umgang mit Migranten
Die Staatsministerin appellierte, Menschen mit ausländischen Wurzeln nicht länger als Migranten anzusehen. „Um dies zu erreichen, brauchen wir eine überzeugende Willkommens- und Anerkennungskultur! Notwendig ist ein Paradigmenwechsel im Umgang mit Migranten: von der Abwehrhaltung hin zum Willkommen und zur Wertschätzung“, so die Integrationsbeauftragte. Diese Sicht auf Zuwanderer und Migranten müsse vor Ort gelebt werden: „in den Behörden, den Unternehmen, in Kindergärten und Schulen, in der Nachbarschaft und im Verein. Jeder von uns kann zum Aufbau eines Wir-Gefühls beitragen“, so Böhmer abschließend.

Die Sonderbriefmarke ist ab dem 12. Juli 2012 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post zu erhalten. Wahlweise kann sie auch online bei der Post bestellt werden. Gestaltet wurde sie von den Düsseldorfer Grafikern Jens Müller und Karen Weiland. Die Briefmarke hat einen Wert von 55 Cent. (ls)

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