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Ulrich Freiherr von Gienanth, Der Arbeitgeber, 1966

Schüler mit Sprachförderbedarf

Zwei Drittel der Lehrer fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet

Zwei Drittel der Lehrer fühlen sich nicht ausreichend auf Schüler mit Sprachförderbedarf vorbereitet obwohl 71 Prozent von ihnen Schüler unterrichten, die gefördert werden müssten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung.

83 Prozent der Lehrer in Deutschland unterrichten Kinder mit Migrationshintergrund, 71 Prozent von ihnen Schüler mit Sprachförderbedarf – 66 Prozent fühlen sich jedoch durch ihr Studium nicht ausreichend darauf vorbereitet. Dies ist das Ergebnis einer am Dienstag (5.6.12) veröffentlichten repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag des neu gegründeten „Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache“ durchgeführt hat.

Erstmals wurden darin Lehrer in ganz Deutschland zu den Themen Sprachförderbedarf und Qualifizierung befragt. 71 Prozent der Befragten forderten, dass Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) verbindlicher Teil der Lehrerausbildung sein sollten. 48 Prozent wünschen sich, bei ihrer Arbeit durch speziell qualifizierte Sprachförderkräfte unterstützt zu werden.

Download: Die Ergebnisse der Umfrage „Sprachförderung in deutschen Schulen – die Sicht der Lehrerinnen und Lehrer“ kann kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Prof. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator: „Unser Ziel ist es, herauszufinden, welche Förderinstrumente am besten funktionieren und die größte Wirkung erzielen. Darüber wissen wir noch viel zu wenig. Außerdem brauchen wir dringend eine Aus- und Weiterbildung, die Lehrern die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten für den Umgang mit sprachlich heterogenen Klassen vermittelt.“

Verbesserung der Sprachförderung
Mit der Gründung des bundesweit bislang einzigartigen Mercator-Instituts reagieren die Stiftung Mercator und die Universität zu Köln auf den wachsenden Sprachförderbedarf in deutschen Schulen und die Defizite in der Lehrerausbildung. „Das Institut besetzt eine Schnittstelle zwischen Bildungspolitik, Bildungspraxis und Bildungsadministration“, erläutert Prof. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts. „So soll es dazu beitragen, langfristig die Sprachförderung an deutschen Schulen nachhaltig zu verbessern.“

Das Institut wird Politik und Bildungsadministration beim qualitativen Ausbau sprachlicher Bildung beraten, Bundesländer dabei unterstützen, die Sprachförderung in der Lehrerbildung zu stärken, bundesweit Forschungsaktivitäten in diesem Bereich fördern sowie Qualifikationsmaßnahmen für Schlüsselpersonen in der Sprachförderung initiieren. (sb)

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Ein Kommentar
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  1. Z. sagt:

    Ich bin keine Migrantin aber in der Lehrerausbildung, sprich ich werde Lehrerin.

    Ich war vor kurzem auf einem Seminar der SPD als Gast. Dort habe ich einen Professor der FU angesprochen, wie denn das Problem in der Zukunft angegangen wird. Sprich, ich als Deutsche mit wenig Kontakt zu Migranten habe kaum Möglichkeiten im Leben gehabt die Macken und Ticks der Migranten kennenzulernen :-). Interkulturelle Unterschiede werden uns ja nicht beigebracht und nur zwei Kurse zum Thema DaZ sind bei uns im Master drin. Das alles halte ich nicht für ausreichend. Und was sagt der angestammte Professor dazu? Er ist heillos überfordert und hält das „nicht für seine Aufgabe.“ 67 Jahre alt. Ich sag nur eines dazu. Wenn alle Professoren so denken, sehen wir in der Lehrerausbildung ganz ganz ganz alt aus………………..immer wieder wird der schwarze Peter von einem zu anderen geschoben. Wissen sie wie interkulturelle Kurse aussehen? Wir sollen ein Projekt vorstellen….ja super, die kennen wir alle schon. Aber niemand setzt sich wirklich mit dem Problem auseinander. Da muss zuerst der Begriff der „Kultur“ analysiert werden…….von Germanisten…….so langsam glaube ich, dass wir alle nicht forschen, sondern nur oberflächlich am Thema dranbleiben „wollen“ damit ihr als Migranten ruhig gestellt werdet. So auf gut deutsch: „Was interessierts mich, ich geb dem kleinen Kind erstmal einen Lolly.“

    Ich bleibe jedoch dran am Thema und werde als deutsche Lehrerin niemanden fallenlassen, da für mich jeder ein Mensch ist, und da kann er zur Not auch blau anlaufen. Zum Thema Lehrerbildung sag ich in Berlin nur eines zur Förderung: „Mangelhaft, setzen.“



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