MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Das Beitragsaufkommen [in den Rentenversicherungen beträgt] auf Grund der Beschäftigung der ausländischen Arbeitnehmer jährlich rd. 1,2 Milliarden DM, während sich die Rentenzahlungen an ausländische Arbeitnehmer jährlich auf rd. 127 Millionen DM, also etwa ein Zehntel, belaufen.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

TV-Tipps des Tages

25.03.2012 – Religion, Integration, Türken, Zypern, Migranten, Gauck, Sarrzin

TV-Tipps des Tages sind: Die Dirigentin aus dem Hotzenwald. Eine türkisch-deutsche Geschichte- Menschen unter uns; Inseln des Mittelmeeres Zypern; Cosmo TV: Unser neuer Präsident – wie Gauck bei den Migranten ankommt; Sarrazins Deutschland: Wie eine Debatte das Land spaltet. Mit Deutschland schafft sich ab schrieb Thilo Sarrazin das erfolgreichste Sachbuch seit Jahrzehnten.

VONÜmit Küçük

DATUM25. März 2012

KOMMENTAREKeine

RESSORTTV-Tipps

SCHLAGWÖRTER

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Die Dirigentin aus dem Hotzenwald
Eine türkisch-deutsche Geschichte – Menschen unter uns

Fernab von ideologischen oder religiösen Grabenkämpfen, gibt es sie noch: die heile Welt. In Herrischried, im Süd-Schwarzwald beispielsweise. Dort hat die Trachtenkapelle Hogschür die Türkin Kevser Sagkol zu ihrer Dirigentin ernannt. Im ausgeschnittenen Hotzenwald-Dirndl leitet sie seitdem die Traditionskapelle mit 35 Freiwilligen, viele aus der örtlichen Feuerwehr.

Kevser Sagkol, geboren in Bad Säckingen, ist die Tochter eines 1974 in Izmir angeworbenen türkischen Gastarbeiters, der sich, zusammen mit seiner Frau, auf den Höhen des Südschwarzwalds niederließ. Als sie zwölf Jahre alt war, tauchte ein Vertreter des örtlichen Musikvereins bei ihren muslimischen Eltern auf und fragte, ob ihre Tochter nicht bei der Trachtenkapelle mitspielen wolle. Es begann ein Annäherungsprozess zweier Kulturen, der von gegenseitigem Respekt und Zuneigung geprägt war. Die Leute im Dorf haben die Familie aus der fernen Türkei voll integriert. Bei Musikfesten mit Spanferkeln besorgen sie für ihre türkischen Gäste Hähnchengerichte. „Integration“, sagen sie, „ist keine Einbahnstraße. Auch wir müssen dafür etwas tun.“

Am Beispiel von Kevser Sagkol und der Trachtenkappelle Hogschür beschreibt der Film, wie, fernab von ideologischen oder religiösen Grabenkämpfen, Integration in Deutschland auch aussehen und gelingen kann. 10:30-11:00 • SWR RP

Inseln des Mittelmeeres (2/2) Zypern
Dokumentation (Kultur – Alltagskultur) – Film von Jochen Frank – „Der Gedanke an die Teilung meiner Heimat hat schon immer meine künstlerische Arbeit beeinflusst“, erklärt Larkos Larkou. Der 1973 geborene Musiker gründete nach Öffnung der Demarkationslinie im Jahr 2003 die gemischt-zyprische Band Kyprogenia. Für ihn ist die Musik ein Weg mit der Teilung seiner Heimat umzugehen. Seit 1974 ist die drittgrößte Insel des Mittelmeeres in eine griechische Süd- und eine türkisch besetzte Nordhälfte geteilt. Als Geburtsstätte der Liebesgöttin Aphrodite hielt Zypern Eingang in die großen Mythen der Antike. Die Insel, Brückenkopf zwischen Orient und Okzident, wurde über Jahrtausende von Eroberern begehrt: Griechen, Römer, Byzantiner, Kreuzfahrer und Osmanen bis hin zu den Briten haben ihre Spuren hinterlassen. Zypern bietet zudem eine beeindruckende Naturkulisse: zerklüftete Küstenabschnitte, Sandbuchten und malerische Häfen. Der zweite Teil der Dokumentation „Inseln des Mittelmeeres“ zeigt den Alltag der Menschen in Nord- und Südzypern. 14:45-15:30 • 3sat

Cosmo TV
Unser neuer Präsident – wie Gauck bei den Migranten ankommt

KÖLN. Am Freitag hält der neue Bundespräsident Joachim Gauck seine Antrittsrede im Bundestag. Mit Spannung wird unter anderem erwartet, wie sich das neue Staatsoberhaupt zum Thema Integration äußert. Bei Migranten war Gaucks Vorgänger Wulff beliebt, auch weil er klar gemacht hatte, dass der Islam für ihn zu Deutschland gehört. So richtig viel wollte Gauck vor seiner Rede im Reichstag noch nicht verraten. Nur: „Gehen Sie mal davon aus, dass mir die Tendenz am Herzen liegt.“ Cosmo TV analysiert die Rede und spricht mit Migranten über den neuen Bundespräsidenten.

Flüchtling in Europa
VELBERT. Die Familie Akbari ist aus Afghanistan geflohen. Nach Italien. Und auch von dort sind sie geflohen, weil sie die Zustände dort nicht länger ertragen wollten. Jetzt sitzen sie in Velbert, doch eigentlich dürfen sie hier nicht sein. Denn laut Drittstaaten-Abkommen müssen Flüchtlinge in dem europäischen Land einen Asylantrag stellen, in dem sie das erste mal europäischen Boden betreten haben. Bei den Akbaris wäre das Italien. Wir reisen dort hin und finden vergammelte Baracken, tausende Flüchtlinge in selbstgebauten Slums. Verwaltungsrichter Wolfgang Bartsch sagt, das sei eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung. Cosmo TV fragt: Dürfen Flüchtlinge in solche Bedingungen zurückgeschickt werden? Und: Welche Konsequenz zieht die Bundesregierung angesichts dieser Bilder?

Eine außergewöhnliche Familiengeschichte
KÖLN. Ahmet Kücüks Lebensgeschichte gibt es so wohl nur einmal in Deutschland. Er ist das Kind zweier Gastarbeiter. Klingt normal, nur seine Eltern waren offiziell kein Paar. Im Gegenteil, sie hatten jeweils andere Ehepartner in der Türkei. Ahmet Kücük war ein Kuckuckskind. Seine leiblichen Eltern konnten ihn nicht groß ziehen – gaben ihn zu deutschen Pflegeeltern. Heute ist Kücük erwachsen – seine Familienmitglieder kennen mittlerweile alle seine wahre Geschichte – und er ist akzeptiert. Seit kurzem hat Kücük selber Nachwuchs: Cosmo TV begleitet ihn zur Taufe seiner Tochter – ein großer Schritt Richtung eigenes Familienglück. 16:00-16:30 • WDR

Sarrazins Deutschland
Wie eine Debatte das Land spaltet – Mit Deutschland schafft sich ab schrieb Thilo Sarrazin das erfolgreichste Sachbuch seit Jahrzehnten. Rund 1,5 Millionen verkaufte Exemplare sorgen dafür, dass über verfehlte Einwanderungspolitik gesprochen und noch häufiger gestritten wird.

Doch hat Thilo Sarrazin die Debatte mit seinen markanten Thesen voran gebracht – oder wurde sie vielmehr durch einen großen Spalter um Jahre zurückgeworfen? Gehört Sarrazin ungewollt zu den „geistigen Brandstiftern“ einer europaweit vernetzten islamkritischen und politisch betont inkorrekten Bewegung, die in Internetblogs wie „PI“ immer mehr Besucher registrieren?

Die Reporter Sascha Adamek, Jo Goll und Norbert Siegmund beobachten die deutschen Zustände im Jahr nach der Buchveröffentlichung und treffen Kritiker und Anhänger. Wo immer Sarrazin sich zeigt, polarisiert er. Wie bei einem von Sicherheitskräften flankierten Auftritt im sächsischen Döbeln, wo fast 800 Menschen hin pilgern – in der Mehrzahl Menschen aus der bürgerlichen Mitte. Sie sagen, endlich äußere einer in aller Klarheit, was sie schon lange denken und sie feiern Sarrazin dafür wie einen Popstar. Auch die NPD in dem Landstrich mit unter einem Prozent Ausländeranteil heißt Sarrazin willkommen.

Thilo Sarrazin legt nach. Er arbeitet an einem neuen Werk und das Erscheinen der Taschenbuchausgabe von „Deutschland schafft sich ab“ Anfang Januar 2012 stattete er mit einem aktuellen Vorwort aus. 03:10-04:00 • EinsExtra

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...