MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Gedenken an Holocaust Teil unserer gemeinsamen Leitkultur.

Armin Laschet, Nordrhein-Westfälischer Integrationsminister, MiGAZIN, 28. Januar 2010

Die typisch Deutschen

Ich liebe, also bin ich!

Wenn es eines gibt, was alle Menschen auf dieser Welt Ausnahmslos vereint, dann gibt es für meine Begriffe nur eine geltende Antwort: Die Liebe. Wäre es nicht förderlich für unsere Gesellschaft, wenn wir uns gegenseitig nach diesem Prinzip behandelten?

VONSezen Tatlıcı-Ince

 Ich liebe, also bin ich!
Geb. 1983 in Berlin; Gründer- in und Vorsitzende des Ver- eins „Typisch Deutsch e.V.“; Bachelor of Arts (Business Administration); hat Auslandserfahrung in V.A.E. und U.S.A. gesammelt; ehem. Assistentin von Otto Schily; ehem. Lehrkraft bei der Helmut Ziegner Stiftung; ehem. Revisorin und Projektmanagerin bei „DeuKische Generation e.V.“; ihre Eltern stammen aus Hatay (Türkei, an der syrischen Grenze), daher hat sie syrische Vorfahren, die jedoch in der Türkei aufgewachsen sind.

DATUM23. Februar 2012

KOMMENTARE1

RESSORTAktuell, Meinung

SCHLAGWÖRTER , , ,

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Wenn es eines gibt, was alle Menschen auf dieser Welt AUSNAHMSLOS vereint, dann gibt es für meine Begriffe nur eine geltende Antwort: Die Liebe. Wäre es nicht förderlich für unsere Gesellschaft, wenn wir uns gegenseitig nach diesem Prinzip behandelten?

Nein, hier ist nicht von Romantik die Rede, obwohl wir diese beiden Begriffe fälschlicherweise immer wieder zusammenbringen. Ich rede von der Liebe nicht nur zu Menschen, sondern auch zu Tätigkeiten. Es geht um die Liebe zum Beruf oder zum Hobby, die Liebe zur Familie und den Kindern, die Liebe im Geben, die Liebe in den kleinsten wunderschönen Tätigkeiten und vielem mehr.

Je unterschiedlicher die Menschen, desto unterschiedlicher ihr Lebensstil. Es gibt viele Dinge, die uns voneinander unterscheiden. Aber abgesehen davon, wie alt sie sind, wo sie herkommen, welchen Geschlechts sie sind, welcher Rasse sie angehören, in welchem Land sie leben, gibt es nur eine Sache, die uns alle ungeachtet dieser Unterschiede ohne Zweifel verbindet: Es ist die Liebe.

Jeder Mensch wird mindestens eine Sache in seinem Leben finden, die er liebt. Etwas, das ihn erfüllt. Etwas, das er am allerliebsten tut. Jeder einzelne Mensch auf dieser Welt hat Liebe, gibt Liebe, möchte Liebe, erhält Liebe. Eben nur in unterschiedlicher Intensität und zu den verschiedensten Dingen. Wenn wir wirklich ausnahmslos jeden einzelnen Menschen betrachten könnten, wäre es nicht das wirklich einzige, was uns sieben Milliarden Menschen wirklich verbindet? Die bedingungslose Liebe zu Menschen oder zu Beschäftigungen.

Wer würde bestreiten, dass es die Liebe ist, die wir jeden Tag aufs Neue suchen? Dass sie es ist, die uns antreibt.

Folglich ist es auch das, was wir für unsere Gesellschaft erkennen müssen. Sehnt sich nicht jeder Mensch danach die Liebe in jeden Lebensbereich zu bringen? Sehnen wir uns nicht alle danach, das zu tun, was wir lieben? Das zu sehen, was wir lieben? Unsere Zeit mit dem zu verbringen, was wir lieben? Ist es nicht das, was uns wirklich glücklich macht? An dieser Stelle soll ganz deutlich werden, dass es mir nicht um die Liebe zu materiellen Dingen (wie Autos, Schuhe, etc.) geht. Auch wenn wir glauben mit materiellen Dingen diesen Durst zu stillen. Denn abgesehen von all dem Reichtum, den wir anhäufen, sind wir doch immer auf der Suche nach Liebe. Auf der verzweifelten Suche diese Sehnsucht befriedigt zu sehen und wirkliche Zufriedenheit zu erlangen, kommen wir manchmal an einen Punkt, an dem wir nicht mehr an sie glauben.

Und genau an diesem Punkt beginnt das Engagement jedes Einzelnen in unserer Gesellschaft. Denn selbstverständlich sehe auch ich, dass sie in vielen Bereichen unserer Welt scheinbar nur noch selten anzutreffen ist. Für mich heißt das aber nicht, dass sie nicht in uns allen existiert. Entgegen der allgemeinen Meinung, glaube ich, dass man die Liebe nicht zu den Menschen bringen muss. Der eine ist sich dieser „Kompetenz“ bewusst. Der andere glaubt nicht, dass er lieben kann. Jeder trägt sie aber bereits in sich. Ich denke, dass man die Liebe nur in den Menschen wecken muss. Man muss es schaffen, dass diese Liebe ihren Weg nach außen findet. Wäre es nicht ein Zugewinn für unser Land, wenn wir jeden Tag nach den Prinzipien der Liebe beginnen und im Umgang mit unseren Mitmenschen leben würden? Ist die höchste Form der Liebe nicht die, die man gibt?!

Die Liebe erhält 277.000.000 Treffer bei einer Suchmaschine. Hass hingegen nur 20.600.000

Wir werden immer danach streben, die Liebe in unserer Umgebung und in unseren Tätigkeiten zu finden. Und sobald wir sie haben, erst dann werden wir authentische Glückseligkeit finden.

Die Liebe verbindet Menschen. Und diese Verbundenheit ist das, was in unserer Gesellschaft fehlt. Hin und wieder kann man sie aber sehr klar erkennen. Beispielsweise beim Beobachten meines Lieblingsschusters. Er geht in seiner Aufgabe völlig auf. Er hat sie verinnerlicht – jeder Handgriff sitzt. Wissenschaftler sagen, er ist im „Flow“. Kennen wir das nicht alle, dass die Zeit „wie im Flug“ vergeht, wenn man tut, was man liebt – wenn man mit Menschen zusammen ist, die man liebt?

Daher ist es unser Bestreben, die Liebe in den Menschen zu wecken – für sich selbst, jedoch am allermeisten für andere. Damit jeder sich auf die Suche nach dem begibt, was er wirklich zutiefst liebt. Damit jeder Mensch aus dieser Liebe heraus handelt und andere auch so behandelt. Denn wer es schafft zu lieben und die Menschen um sich herum mit Liebe zu betrachten, wird sich selbst helfen. Und so hilft er unserer Gesellschaft, wirklich vereint zu sein.

Ja zugegeben, dies alles klingt ein wenig pathetisch. Aber was wäre das Leben ohne ein bisschen Pathos und gar ohne die all umfassende Liebe?

Letztendlich bekenne ich mich schuldig im Sinne der Anklage zu Pathos und Naivität. Als Schlussplädoyer möchte ich aber noch eines vorbringen: Liebe Skeptiker, liebe Schmunzelnden, liebe Pessimisten:

Ich liebe – also bin ich!

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

Ein Kommentar
Diskutieren Sie mit!»

  1. magibaer sagt:

    Liebe ist das einzigste was uns am Leben hält.



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...