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Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

Ismail Ertuğs Meinung

Gelegenheit zur Versöhnung

Der Anschlag in Norwegen richtet sich gegen alle Demokraten, ob Muslime oder Christen. Ismail Ertuğ (SPD), Mitglied des Europäischen Parlaments, plädiert in seiner neuesten MiGAZIN Kolumne für mehr Toleranz und Offenheit.

VONIsmail Ertuğ

 Gelegenheit zur Versöhnung
Ismail Ertug (SPD) ist Mitglied des Europäischen Parlaments. Er ist Mitglied des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr. Außerdem ist er Mitglied der Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zu Israel und der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei. In seiner MiGAZIN Kolumne kommentiert er aus Straßburg. www.ertug.eu

DATUM3. August 2011

KOMMENTARE68

RESSORTAktuell, Meinung

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In den Stunden nach dem ersten Anschlag in Norwegen debattierten Journalisten, Intellektuelle, Professoren, Politiker, Islam-Experten, Sicherheitsexperten bereits eifrig Details: wie wird sich die liberale, demokratische Gesellschaft Norwegens verändern, wie geht sie in Zukunft mit Islam und Muslimen um? Wird es schärfere Sicherheitskontrollen geben? Wird Norwegen der ISAF seine Unterstützung entziehen oder umso stärker den Kampf gegen den islamistischen Terrorismus führen? Bevor man überhaupt wusste, wer den Anschlag verübt hatte, wurde bereits über Konsequenzen diskutiert, weil es ja offensichtlich war, dass diese Anschläge wieder die Handschrift eines islamistischen Terroristen trugen. In Internetforen häuften sich sekündlich islamophobe Kommentare zu einem Haufen intellektuellen Unrats.

Das erschütterte Weltbild
All diese Spekulationen lösten sich auf, als das Bild eines blonden, blauäugigen und sich als christlich bezeichnenden Norwegers in den Medien kursierte. Mit diesem Erscheinungsbild hatte vermutlich keiner gerechnet und niemand konnte seine Tat erklären. Es passte nicht in das Weltbild, das Medien und Politik, zum Teil auch die Wissenschaft, seit dem 11. September 2001 beschwörten. Es waren diesmal keine islamistischen Gotteskrieger, die die Ungläubigen in der westlichen Welt angriffen und dafür selbst ins Paradies kommen sollten. Die Verunsicherung führte von diesem Zeitpunkt an zu einer von Grund auf neuen Suche nach Antworten. Der Umgang mit Vorurteilen wurde dabei vorsichtiger.

Norwegens Politiker allen voran: sie setzten die Tat des Fundamentalisten nicht mit dem Christentum und der Mehrheit der Christen gleich. Sie suchten keine Passagen in der Bibel, die man interpretieren könnte, um diese Tat zu legitimieren. Die norwegische Antwort auf dieses Verbrechen wird sogar noch mehr Offenheit und mehr Demokratie sein: Der norwegische Premierminister sagte, dass diese grausame Tat die norwegische Demokratie und das Engagement für eine bessere Welt nicht zerstören könne.

Besonnenheit und ehrliche Fragen
Selbst der sonst gegen religiös motivierten Terror so offensiv ankämpfende deutsche Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich verhielt sich ruhig und steckte diesen Fall in die Kategorie rechts-extremer Einzeltäter. Hätte er auch so wünschenswert besonnen reagiert, wenn der Täter ein Muslim gewesen wäre? Auf der letzten Islamkonferenz bot Friedrich den muslimischen Verbänden eine Sicherheitskooperation mit den deutschen Behörden an. Dieses Angebot betrachteten viele Teilnehmer empört als Unterstellung, dass Muslime pauschal als potentielle Terroristen eingeschätzt werden. Nun redete Friedrich nicht davon, eine Konferenz der christlichen Gemeinden einzuberufen und ihnen eine Sicherheitskooperation anzubieten.

Damit hat er Recht. Natürlich sollte keine christliche Konferenz einberufen werden, denn Terror und Gewalt haben keine Religion. Gewalt entsteht aus Hass und aus Intoleranz, beides hat mit Religion, die aus der Liebe zum Nächsten lebt, nichts zu tun.

Der norwegische Weg
Deshalb ist es jetzt an der Zeit, festzustellen: Es fehlt an Toleranz in der muslimischen Welt gegenüber dem Westen. Und es fehlt auch an Toleranz im Westen gegenüber dem Islam und den Muslimen. Daran muss und kann jeder einzelne Muslim und Christ arbeiten. Wir müssen gemeinsam, so wie es Norwegen tut, gegen Vorurteile, Paranoia und Populisten vorgehen.

Die westliche Gesellschaft ist seit dem 11. September, den Anschlägen in Madrid und London verängstigt. Verantwortungslose mediale und politische Kampagnen führten zu einer Art Paranoia. Populisten wie Geert Wilders in Holland, seine Kollegen in Dänemark, Finnland, Frankreich, Österreich und Ungarn, profitieren von dieser Angst. Sie schüren sie und lassen sich von Verängstigten in die Parlamente wählen. Sie schaffen für Personen wie Thilo Sarrazin, den ich nicht als meinen Genossen betrachte und dessen Parteiausschluss ich nach wie vor befürworte, ein Klima, in dem aus Hassschriften Bestseller werden.

„Man wird doch wohl noch sagen dürfen“
Die Floskel „Man wird doch wohl noch sagen dürfen“ ist deshalb so inakzeptabel, weil sie erstens ein Redeverbot unterstellt, zweitens aus dem Sprecher eine Art Märtyrer für die gerade von ihm selbst eingeschränkte Redefreiheit macht und drittens, weil ihr meiner Erfahrung nach große Sinnleere folgt.

Während Muslimen erklärt wird, dass sie Demokratie, freie Meinungsäußerung und Menschenrechte achten sollten, wird oftmals vergessen, zu Hause über den Islam aufzuklären, Vorurteile als solche zu enttarnen und für Toleranz zu werben. Wollen wir uns von Profit gesteuerter Presse und Populisten auf einen Wissensstand des Mittelalters und der Kreuzzüge reduzieren lassen?

Der Höhepunkt in diesem Zusammenhang ist vermutlich, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel den umstrittenen dänischen Karikaturisten Westergaard mit dem Medienpreis für Pressefreiheit würdigte. Dies war eine Ohrfeige für Millionen Muslime in Deutschland. Die Kanzlerin hat eine sonderbare Interpretation für Freiheit. Sie hat nicht begriffen, dass die eigene Freiheit dort endet, wo die Freiheit des Anderen beginnt. In diesem Fall könnte man meinen, dass die Freiheit und die Gefühle von Muslimen weniger wert sind, als die Karikaturen eines dänischen Künstlers. Westergaard bedauerte es nie, dass aufgrund seiner Karikaturen eine erhebliche Welle der Gewalt ausbrach, bei der Menschen ihr Leben ließen. Es gehört nicht viel Mut dazu, die Gefühle von 1,5 Milliarden Menschen zu verletzen, sondern Bosheit, Arroganz und Dummheit.

Nach aktuellem Wissensstand war der Norweger Anders Breivik Einzeltäter, aber er war gewiss kein Einzeldenker. Seine Tat ist der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Islamfeindlichkeit in unserer Gesellschaft hat sich sogar gegen uns selbst gewendet. Anders Breivik erschoss 68 junge Menschen, weil diese explizit keine Islamhasser waren und an eine freie und multikulturelle Gesellschaft glaubten.

Wir dürfen und müssen noch Vieles sagen
Ja, man wird noch vieles sagen dürfen und müssen: Zum Beispiel, dass wir uns das Gut der Aufklärung, die Religionsfreiheit, die Trennung von Glauben und Staat nicht von fundamentalen Muslimen, Christen oder sonstigen Hetzern zerstören lassen sollten. Das dies möglich ist und auf welche Weise, beweisen uns gerade die Norweger.

Liebe Mit-Europäer und Mit-Menschen im hohen Norden, wie tapfer ihr mit dem Schmerz umgeht, der euch angetan wurde, geht uns nahe. Wir trauern mit euch. Wir fühlen uns durch diesen Hass, der sich gegen Menschlichkeit richtet, ebenfalls verwundet. Europas Bürgerinnen und Bürger können von den Norwegern lernen, die sich egal ob christlich oder muslimisch, nicht spalten lassen. Ein Attentäter wollte Hass säen er hat aber dafür gesorgt, dass das Land in seiner Trauer selten so geeint war, wie jetzt in der Verteidigung von Toleranz und einer offenen Gesellschaft.

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68 Kommentare
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  1. Leo Brux sagt:

    Maenam,
    Sie werden nicht von Religion belästigt, oder?
    Wer täte das denn?
    Die katholische Kirche, wenn sie eine Fronleichnamsprozession durchführt oder die Sonntagsglocken läutet? Oder belästigt Sie es, wenn Sie mal aus Versehen einer Nonne begegnen?

    Benjamin Idriz wird NICHT mehr vom Verfassungsschutz beobachtet. Das Innenministerium hat ihn rehabilitiert, den Unfug, den sich der Bayerische Verfassungsschutz eine Zeit lang geleistet hat, abgestellt.
    Mehr dazu
    hier: http://initiativgruppe.wordpress.com/2011/04/13/politischer-freispruch-fur-penzberger-moschee/
    und hier: http://initiativgruppe.wordpress.com/2011/05/17/contra-islam-oder-contra-islamismus-bayerischer-verfassungsschutz-im-zwielicht/

  2. Andreas Streissner sagt:

    a) Herr Brux, warum zitieren Sie auf Ihrer Webseite falsch? Hier die Pressemeldung des Bayerischen Staatsministeriums:

    „Mangels neuer Erkenntnisse im Jahr 2010 heute keine Versagung aus Gründen des Verfassungsschutzes möglich – IGP bleibt Beobachtungsobjekt“

    Hier Ihre gekürzte Version, mit Punkt am Ende:

    “Mangels neuer Erkenntnisse im Jahr 2010 heute keine Versagung aus Gründen des Verfassungsschutzes möglich.”

    Schon krass, oder?

    b)
    „Benjamin Idriz wird NICHT mehr vom Verfassungsschutz beobachtet.“
    Zitat Leo Brux

    Wo steht das geschrieben? Der Penzberger Gemeinde wurde lediglich der Status der Gemeinnützigkeit wiedergegeben, es steht nirgends geschrieben, dass sie nicht mehr im nächsten Bericht auftauchen wird.

    Grüße
    Andreas

  3. Leo Brux sagt:

    Herr Streissner,
    der Verfassungsschutz muss ja auch irgendwie sein Gesicht wahren … De facto ist damit, dass die Gemeinnützigkeit wieder zuerkannt wird, der Verdacht zu den Akten gelegt, und man kann davon ausgehen, dass die absurde Verdächtigung damit erledigt ist.
    Dass sie grotesk war, hat die Bundesjustizministerin deutlich gemacht, als sie anlässlich der der Nennung im Verfassungsschutzbericht demonstrativ nach Penzberg gereist ist und die Moschee und Imam Idriz geehrt hat; dass der Präsident des Katholischen Kirchentags, Alois Glück (CSU), dessen Buch in der Öffentlichkeit vorgestellt hat, um nur zwei der öffentlichkeitswirksamen Protestaktionen gegen den Bayerischen Verfassungsschutz zu erwähnen.

    Natürlich haben Sie recht, wenn Sie meine Formulierung im letzten Posting korrigieren – „Unser Verfassungsschutz wird das auch weiterhin beobachten”, heißt es offiziell und wird von mir auch auf der Website so zitiert – ich hätte mich da genauer erinnern sollen.

    Aber das Ganze kann man nun glücklicherweise vergessen, es ist bloß eine gesichtswahrende Geste der Behörden, was da zuletzt noch gekommen ist. Es gibt nichts, was die Penzberger irgendwie ins schiefe Licht des Islamismus oder Fundamentalismus bringen könnte. Imam Idriz muss nur aufpassen, dass er schnell ein paar Schritte nach links oder rechts oder sonstwohin wegspringt, wenn er aus Versehen mal auf jemanden trifft, der von Milli Görüs sein könnte.

    Die PI-Zelle im Bayerischen Verfassungsschutz hat diesen Kampf verloren.

    Ist es nicht bemerkenswert, wie gewisse Kreise gerade die am stärksten an der Aufklärung orientierte Moscheegemeinde verdächtigen will? Auch Sie sollten mal Benjamin Idriz‘ Buch lesen oder einen seiner Vorträge hören. Ich könnte mir schon vorstellen, dass Ihnen Pierre Vogel viel lieber ist – da hat man eher einen Islam, den man als Buhmann missbrauchen kann.

  4. Andreas Streissner sagt:

    Hallo Herr Brux,

    ich stimme Ihrer Antwort soweit zu. Bis auf:

    „Ich könnte mir schon vorstellen, dass Ihnen Pierre Vogel viel lieber ist – da hat man eher einen Islam, den man als Buhmann missbrauchen kann.“

    Was soll das? Ich weise Sie auf zwei massive, formelle Fehler hin, die man durchaus als Manipulation bezeichnen könnte, und Sie verdächtigen mich im Gegenzug erstmal pauschal der Islamophobie oder wie Sie das hier zu nennen pflegen? Ist das das Niveau, auf dem Sie einen fruchtbaren Diskurs gedeihen lassen wollen? Weit werden Sie damit wohl nicht kommen, oder anders ausgedrückt: Zweifler werden Sie damit wohl nicht auf Ihre Seite ziehen. Denken Sie mal darüber nach!

    Wer dieser Pierre Vogel ist, musste ich im Übrigen erstmal recherchieren. Nur ein Naivling kann glauben, dass das der Islam ist, den sich alle Moslems wünschen. Es ist eine Sekte, nichts weiter. Soviel dazu.

    Fragen wir doch mal die Muslime hier: Was halten Sie von diesem P. Vogel und seinen Gefolgsleuten eigentlich? Wird der ernst genommen, wird über ihn gelacht? Oder schämt man sich auch ein Stück weit für diesen Mann? Was ist mit den Inhalten? Was ist, wenn Eure Kinder diesen Schund lesen, den dieser Mann publiziert? Werden diese daran gehindert, aufgeklärt?

  5. Leo Brux sagt:

    Herr Streissner,
    vielleicht hab ich ja nun schon zum zweiten Mal was zu korrigieren — aber damit warte ich lieber noch, bis Sie sich über Pierre Vogel kundig gemacht haben. Erst sagen Sie, Sie müssten da erst einmal recherchieren, wer der Mann sei, und dann sagen Sie, Pierre Vogel produziere Schund … Also kennen Sie ihn doch?

    Ich würde es nicht als Schund bezeichnen, was er produziert. Auch Breivik hat keinen Schund produziert. Es ist schon ein bisschen schwieriger – auf beiden Seiten. Insofern finde ich Ihre Fragen an die Muslime hier durchaus berechtigt.

    Sie könnten aber auch, nachdem Sie Pierre Vogels Islam ausreichend erkundet haben, ganz von selbst durch Lektüre der Artikel des MiGAZINs feststellen, dass da eine fundamentale Kluft zwischen diesen Artikeln einerseits und dem salafistischen Islam andererseits besteht, während zwischen Breiviks Manifest und seinen vielen wohlbekannten Gewährsmännern (Wilders, Fjordmann, Broder, etc.) so eine Kluft nicht besteht.

    Womit ich den gewaltabstinenten Islamfeinden keine Schuld oder Mitschuld an der Tat gebe – ich stelle nur fest, dass aus Ansichten, wie sie Geert Wilders zum Beispiel öffentlich kundtut, auch mal eine Tat erwachsen kann, wie sie Breivik begangen hat, und dass aus Hass und Paranoia gelegentlich auch Taten erwachsen, die von diesem Hass und dieser Paranoia motiviert sind. Das gilt für islamistischen Fundamentalismus genauso wie für Rechtspopulismus und Islamfeinschaft.

    Man kann eine solche Beziehung zwischen Konservativen und Breivik nicht herstellen, ebenso wenig wie eine Beziehung zwischen nicht-salafistischen Muslimen und islamistischem Terrorismus, denn Konservative teilen die rechtspopulistische Paranoia nicht, und unsere nicht-salafistischen Muslime schätzen die Trennung von Staat und Politik in den europäischen Nationen und streben keineswegs nach einem islamischen Staat.

    Auf Ihre Positionierung in all diesen Auseinandersetzungen habe ich vielleicht etwas voreilig geschlossen, Herr Streissner. Vielleicht gehören Sie zu den integrationsoffenen Konservativen. Dann muss ich mich natürlich entschuldigen.

  6. Lutheros sagt:

    Herr Brux, Sie schrieben
    Seltsam finde ich auch, dass Sie sich auf die verbal vorgebrachte logische Argumentation von Menschen verlassen wollen, nicht aber auf das, was doch sehr viel aussagekräftiger und verlässlicher ist als alle Worte: das wirkliche Leben der Menschen, ihr Alltag, ihre Alltagspraxis.

    Sie weichen aus. Sie können nicht erklären wieso man ein guter Moslem sein kann, aber das islamische Recht nicht anwenden muss. Weil es im Alltag funktioniert? Ist das so? Eine kleine Minderheit von 3-4 Mio bringt Schulalltag und öffentliches Leben mit Forderungen einzelner durcheinander. Ist das eine Minderheit in der Minderheit oder doch die Realität?
    Dann schau ich global: schon die Tatsache dass es „islamische Staaten“ gibt offenbart es: Islam ist eine Gesellschaftsordnung, niht nur eine Religion. Spricht man über die Ausprägungen der islamischen Staaten, heisst es: nein das ist kein Islam, das ist Tradition. Der Hass auf das „westliche“ in der Muslimsichen Welt – kein Alltag?
    Indien und Pakistan: eine Staatenteilung in Moslem und Nichtmoslem. Sudan: Eine Staatenteilung in Moslem und Nichtmoslem.
    Ihre Realitiät des Islams beweist genau das Gegenteil.

    Islamisches Recht ist Teil des Islam. Und ich frage einfach und noch mal: wie kann man ein guter Moslem sein aber das Islamische Recht nicht leben? Was macht man mit dem islamischen Recht als Moslem in einer Demokratie?

    Das moralisierende, dem anderen ständig nationalsozialistischen Gedankengänge unterstellende Antworten ist keine einzige Antwort. So hilflose Aufschreie, wie auch von Biker, ist doch nicht ernsthaft ein Wille zur Sachdiskussion.

  7. Andreas Streissner sagt:

    Hallo Herr Brux,

    „Erst sagen Sie, Sie müssten da erst einmal recherchieren, wer der Mann sei, und dann sagen Sie, Pierre Vogel produziere Schund … Also kennen Sie ihn doch? “

    Sie sind doch Deutschlehrer, ich muss Ihnen doch nicht die Vergangenheitsformen erklären?

    „Wer dieser Pierre Vogel ist, musste ich im Übrigen erstmal recherchieren.“

    „Vielleicht gehören Sie zu den integrationsoffenen Konservativen.“
    Woraus folgern Sie das nun wieder?

    Hatte ich jemals Stellung bezogen? Ich machte Sie bisher nur auf einen Formfehler aufmerksam. Im Gegenteil, Herr Brux, ich wähle sogar (zumindest manchmal) Ihre Partei. Ich bin ein Liberaler, wenn Sie es genau wissen wollen.

    grüße

  8. Leo Brux sagt:

    Lutheros,
    und worin besteht das islamische Recht, an das sich alle Muslime halten müssen?
    In Ihrer Vorstellung scheint es nur eines zu geben – wie bei Pierre Vogel auch. Natürlich ein extremistisches.
    Für die allermeisten Muslime in Deutschland verlangt dieses Recht zu erst einmal: Halte dich an die Gesetze des Landes.
    Und im übrigen fallen die Vorstellungen darüber, was nun genau islamisches Gesetz ist, auch unter die jeweilige Interpretation des Islam.
    Eine davon finden Sie bei Benjamin Idriz, den ich Ihnen erneut zur Lektüre empfehle.

    Muslime in Deutschland leben gemäß dem islamischen Recht – und wie das aussieht, das können Sie sich ja einfach mal anschauen, indem sie gläubige muslimische Familien beobachten.

    Dass Sie den Hinweis auf das reale Verhalten für ein Ausweichen halten, zeigt, dass Sie den gesunden Menschenverstand ablehnen.
    Beispiel:
    A sagt, er sei überzeugt, dass Mann und Frau in der Ehe gleichbereichtigt sind, handelt aber praktisch und sichtbar als Pascha und lässt seine Frau nicht hochkommen.
    B lässt gelegentlich einen Machospruch über seine Frau los, aber wenn wir sein Verhalten prüfen, sehen wir, er behandelt sie gleichberechtigte Partnerin.
    Was zählt hier?

    Eine kleine Minderheit von 3-4 Mio bringt Schulalltag und öffentliches Leben mit Forderungen einzelner durcheinander. Ist das eine Minderheit in der Minderheit oder doch die Realität?

    Wenn es mal vorkommt, dass ein muslimischer Vater seine Tochter nicht in den Schwimmunterricht gehen lassen will – bringt er damit den Schulalltag durcheinander? – Und in welcher Weise würden Muslime durch eine Forderung sogar das öffentliche Leben durcheinander bringen? – Das sind abenteuerliche Formulierungen für harmlose, leicht zu bewältigende Probleme. Den zweiten Satz dazu verstehe ich nicht.

    Was die islamischen Länder betrifft: Sind unsere Muslime für die verantwortlich? Richten sich unsere Muslime in Deutschland überwiegend nach denen? Wieder empfehle ich das Hinschauen.

  9. Leo Brux sagt:

    Herr Streissner,
    ich leiste Abbitte und gelobe Besserung.

  10. Lutheros sagt:

    Herr Brux, Sie fragen wie sich Islam auf das öffentliche Leben auswirkt? Ein Beispiel, von heute, was es verdeutlcht: Lesen Sie die BZ, ein Konflikt als Ihr Parteifreund eine Currywurst kauft:
    Die haben mich aufs Übelste beschimpft, weil ich mir als Muslim im Ramadan eine Currywurst bestellt habe

    Wieviele Beispiele möchten Sie gern?
    Sie frage nach dem islamischen Recht. Ramadan zum Beispiel wäre auch so ein Recht. Religon ist wenn der Muslim dies für sich allein betreibt, Gesellschaftsrecht ist es wenn essende MEnschen während des Ramadans angegriffen werden.
    ES gibt Vorschriften zur Geschlechtertrennung, zum Familienrechr, zum Speisegebot, zum Erbrecht. Sie regeln das Leben der Menschen untereinander, nicht aber den göttlichen Weg des Einzelnen. Wie also gehen Moslems damit um? Mein Nachbar ignoriert die Regeln, In Berlin wendet man sie an. Fahren Sie mal mit Ihrer Tochter durch Kreuzberg, im Bus. Dann wissen Sie welche Koranauslegung “ das reale Verhalten“ ist.

    die islamischen Länder sind der BEweis dafür dass islamische Regeln Recht und Gesetz eines landes bestimmen. Dafür sind nciht die Menschen hier verantwortlich, wohl war. Sie nicht. sondern der Koran.

    Meine Frage bleibt: WARUM gelten einige Regeln des Islam, aber andere sollen nicht gelten?


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