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Migration und Integration in Deutschland

Erwerbsquoten der inländischen (43 %) und ausländischen (70,8 %) Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1970.

Friedrich Heckmann, Die Bundesrepublik als Einwanderungsland?, 1981

Törens liberale Kolumne

Die Islamkonferenz aus Sicht der FDP

Serkan Tören, der integrationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion fordert im Zusammenhang mit der Deutschen Islamkonferenz Ergebnisse und macht sich stark für eine Willkommenskultur für Muslime.

VONSerkan Tören

 Die Islamkonferenz aus Sicht der FDP
Serkan Tören, geboren 1972 in Fatsa/Türkei, hat Rechtswissenschaft in Hamburg studiert, ist seit 1993 Mitglied der FDP und wurde 2009 zum integrationspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.

DATUM20. Oktober 2010

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RESSORTAktuell, Meinung

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Das Gelingen der Deutschen Islamkonferenz (DIK) ist für mich von entscheidender Bedeutung. Ich begleite diesen Prozess konstruktiv mit. Der Deutsche Bundestag als unmittelbar demokratisch legitimiertes Verfassungsorgan muss in den politischen Entscheidungsprozess der Islamkonferenz einbezogen werden. Schließlich ist dies der Ort, wo konkrete Gesetze beschlossen werden.

Das Verhältnis zwischen dem deutschen Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen muss durch die Islamkonferenz auf eine tragfähige Grundlage gestellt werden.

Die Islamkonferenz als funktionierende Dialogplattform ist aus Sicht der Liberalen bereits jetzt ein Erfolg. Mit der neuen Legislaturperiode und der Wahl einer christlich-liberalen Koalition findet eine Zäsur statt. Leitende Idee ist der Praxisbezug sowie der stärker koordinierende Charakter der Islamkonferenz.

Als Liberale unterstützen wir die von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière vorgenommene Fortsetzung. Es ist richtig, mehr Praktiker auf dem Podium einzubinden, gerade für die Felder Religionsunterricht, Imam-Ausbildung, Koedukation und Förderung von Einwanderern im Staatsdienst. Es muss nun vornehmlich Aufgabe der Islamkonferenz sein, Ergebnisse zu präsentieren, welche eine breite gesellschaftliche Akzeptanz in Deutschland finden.

Die Freien Demokraten sehen unter anderem dringenden Handlungsbedarf bei der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Staat und Muslimen. Grundlage ist hier das Religionsverfassungsrechts. Nur so kann der gesellschaftlichen Zusammenhalt gestärkt werden. Wir brauchen die Förderung eines gemeinsamen Wertekonsens. Das Leitbild, welches uns alle eint, ist das Grundgesetz.

Wir unterstützen die Etablierung islamisch-theologischer Lehrangebote an deutschen Hochschulen. Die Aus- und Fortbildung von Imamen sowie die Einführung von islamischem Religionsunterricht ist eine Kernforderung der Liberalen.

Die FDP möchte eine grundlegende Veränderung im Verhältnis von Staat und Muslimen. Der Prozess der Integration muss beschleunigt werden. Es ist notwendig unter Muslimen eine Wertschätzung für die freiheitlich demokratische Grundordnung zu entwickeln.

Vor dem Hintergrund der aktuell aufgeheizten Debatte brauchen wir vor allem eine Willkommenskultur für Muslime in Deutschland. Muslime sollen ihren Glauben in Übereinstimmung mit der Werteordnung des Grundgesetzes ausüben und damit den religiösen Pluralismus in Deutschland bereichern.

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