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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

Bildung

49 Schüler mit Migrationshintergrund erhalten Stipendium

49 engagierte Schüler mit Migrationshintergrund haben gestern ein Stipendium für gute schulische Leistungen bekommen – Bedarf an Bildungsförderung ist weiterhin hoch

33 Mädchen und 16 Jungen wurden gestern in Nordrhein-Westfalen in das START-Stipendienprogramm für engagierte Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen. Sie erhalten nun eine materielle Unterstützung in Form eines Bildungsgeldes in Höhe von monatlich 100 € und einer PC-Grundausstattung mit Internetanschluss sowie eine intensive ideelle Förderung im Bildungsbereich.

Ihre Aufnahmeurkunden erhielten die Neustipendiaten u.a. aus den Händen der Ministerin für Schule und Weiterbildung, Sylvia Löhrmann. „Ich gratuliere den Stipendiatinnen und Stipendiaten ganz herzlich. Sie sind mit ihrem Engagement ein Vorbild für andere. Das Stipendium ist ein wichtiger Beitrag zu Chancengerechtigkeit und Bildungsaufstieg in Nordrhein-Westfalen“, unterstrich die Ministerin. Die Jugendlichen sind zwischen 14 und 20 Jahre alt. 26 besuchen Gymnasien, sechs Realschulen, drei Berufskollegs, elf Gesamtschulen und drei Hauptschulen. Durchgesetzt haben sich die Jugendlichen unter fast 900 Bewerbern.

Die Jugendlichen stammen aus Afghanistan, Armenien, Benin, Bosnien-Herzegowina. Brasilien, Gambia, Irak, Israel, Kasachstan, Kongo, Kosovo, Libanon, Marokko, Nigeria, Pakistan, Palästina, Sri Lanka, Somalia, Syrien, Togo, Türkei, Tunesien, Uganda, Usbekistan, und Vietnam. Ihnen wird das Stipendium zunächst für ein Jahr gewährt und bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement verlängert.

200 junge Menschen aufgenommen
In den 14 Bundesländern, in denen START in diesem Jahr ausgeschrieben war, haben sich mehr als 2.000 Jugendliche beworben. Davon können insgesamt rund 200 junge Menschen aufgenommen werden. „Wir sind sehr stolz darauf, dass zehn Prozent aller diesjährigen Bewerber von den Angeboten des START-Stipendienprogramms profitieren können“, betonen Mostapha Boukllouâ und Dr. Kenan Önen, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH. „Mit der gezielten Bildungsförderung will START dazu beitragen, dass mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund das Abitur machen.“

In Nordrhein-Westfalen werden aktuell 199 Schüler gefördert. Zum Ende des vergangenen Schuljahrs haben 23 Stipendiatinnen und Stipendiaten das Abitur abgelegt. Damit zählt Nordrhein-Westfalen insgesamt bereits 123 Abiturienten, die sich im START-Alumni-Verein weiterhin vernetzen können.„Der Zugang zu Bildung bzw. zu einem höheren Bildungsabschluss ist ein wichtiger Faktor für eine gelingende Integration. START gibt Kindern von Migranten und Flüchtlingen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, die Chance auf eine gute Schulbildung. Das ist vorbildlich. Dass wir mit einer Unterstützung dieses tollen Projekts zur verbesserten Integration dieser jungen Menschen beitragen können, ist für uns entscheidend“,unterstreicht Günter Burkhardt, Vorstand der Stiftung PRO ASYL, für die START-Partner in Nordrhein-Westfalen.

485 Jugendliche das Abitur abgelegt
In den 14 START-Bundesländern haben seit Beginn des Programms insgesamt 485 Jugendliche das Abitur abgelegt – das sind 97 Prozent aller geförderten Jugendlichen des jeweiligen Jahrgangs. Zu diesem Erfolg trägt die ideelle Förderung maßgeblich bei. Sie umfasst verpflichtende Bildungsseminare beispielsweise zu den Themen „Demokratie und Partizipation“, „Medien in Theorie und Praxis“ und „Rhetorik“ genauso wie frei wählbare Seminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich, die den Jugendlichen ermöglichen, ihren individuellen Interessen und Talenten intensiv nachzugehen. Hinzu kommen Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung und die Vermittlung von Praktika.

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