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Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Offener Brief an Alice Schwarzer

Deutschland ist auch unser Land

Das Forum der Brückenbauer kritisiert in einem offenen Brief Alice Schwarzer für ihr neues Buch „Die große Verschleierung – Für Integration, gegen Islamismus“. Die Brückenbauer werfen Schwarzer eine Zweiteilung in ein Wir und die Anderen vor.

VONDas Forum der Brückenbauer

Das Forum ist ein multiethnischer und -konfessioneller Zusammenschluss von Führungskräften aus Migrantenverbänden, die sich für Integration engagieren. Es steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Rita Süssmuth. „Es geht um die eine Gesellschaft, in der wir alle leben! Es geht um unsere gemeinsame Zukunft!“, so die Brückenbauer

DATUM24. September 2010

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RESSORTGesellschaft

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Trotz des Bekenntnisses ein Einwanderungsland zu sein, spiegelt sich ein Abbild unserer Gesellschaft nicht auf allen Ebenen ab. Immer noch gibt es Vorbehalte und Bereiche gerade in den repräsentativen Stellen, die für Migranten bzw. Deutsche mit Migrationshintergrund verschlossen bleiben (siehe OECD-Studie 2009). Es ist Zeit für Chancengleichheit. Es ist Zeit, dass allen Menschen in Deutschland die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht wird. Dies bedeutet Anstrengungen für unsere Gesellschaft. Für das Zusammenwachsen unserer Gemeinschaft braucht es mehr politische Anstrengungen, welche mit einem Bewusstseinswandel begleitet werden muss, der auf allen Ebenen keinen Raum für Stigmatisierung, Diskriminierung, Verachtung und Marginalisierung bietet. Die Politik muss hier mit gutem Beispiel vorangehen und benötigt die Unterstützung von Persönlichkeiten, wie Sie. Wie können wir gemeinsam dieses Bewusstsein schaffen, die Ängste abbauen und den Blick in Richtung gemeinsamer Zukunft werfen?

Eines, Frau Schwarzer, erwarten wir in Zukunft aber von Ihnen. So, wie Sie es nicht einfach hingenommen hätten, wenn im Rahmen der späten Frauenemanzipation in Deutschland ein Mann entschieden hätte, was für Frauen das Beste ist, sollten Sie, als weiße Feministin, nicht beanspruchen, entscheiden zu können, was die dunkelhaarige Aylin braucht und will!

Erst kürzlich haben wir das 20-jährige Jubiläum der deutschen Einheit und das 60-jährige Bestehen der Bundesrepublik gefeiert. Aber die Debatten der letzten Wochen zeigen: trotz der Freiheit sind wir doch noch Gefangene unserer Ängste und Grenzen im Kopf.

Sehr geehrte Frau Schwarzer, wir würden uns freuen, Sie bei einem unserer nächsten Netzwerktreffen begrüßen zu dürfen, um Ihnen die positive deutsche Realität etwas näher zu bringen.

Mit freundlichen Grüßen
Das Forum der Brückenbauer

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4 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. LI sagt:

    Das ist die Misere.

    Alles was in diesem offenen Brief geschrieben wurde ist Frau Schwarzer sicherlich bekannt.

    Aber genau dieses weinerliche „wir sind doch auch Deutsche oder wir sind doch auch Menschen oder wir leisten doch auch unseren Beitrag“ ist das was mir unsäglich auf den Wecker geht.

    Es macht wenig Sinn weinerlich nach Anerkenung zu heischen, in der Hoffnung das Papa und Mama uns als legitimes Kind anerkennen.

    Das wird keinen Erfolg haben. Ganz im Gegenteil beobachte ich wegen Heisig, Sarazin und Schwarzer deutliche Rückschritte.

    Dieser Weg wurde über 40 Jahre vergeblich beschritten.

    Man muß klipp und klar sagen, dass weder die Jugendrichterin aus Berlin, welche an ihrer eigenen persönlichen Lebenswirklichkeit gescheitert ist, noch Herr Sarazin, welcher 1000 EUR mehr Pension für wichtiger erachtet als seine gesellschaftliche Veranwortung, noch Frau Schwarzer, welche auch an ihrem Anspruch gleiche Lebensverhältnisse für Mann und Frau zu schaffen gescheitert ist, die Kompetenz haben, Menschen anderer Herkunft ein Versagen vorzuwerfen, ohne zur Kenntnis genommen zu haben selbst in der Verwirklichung eigener Lebensvorstellungen kläglichst versagt zu haben.

    Und man muß laut deutliche Forderungen nach Gleichbehandlung stellen und herkunftsfeindliches Verhalten konkret als solches bezeichnen und nicht noch die Brandstifter hofieren. Nur das macht Sinn.

    LI

  2. Kosmopolit sagt:

    Die Autoren reihen sich in die Schar derer ein, die gar nicht gemeint sind. Die Gründe für den mangelhaften Ehrgeiz türkisch/arabisch/libanesischer Zuwanderer wird hier beschrieben.
    http://www.welt.de/debatte/article9722366/Die-Gutmenschen-und-die-dunklen-Seiten-des-Islam.html
    Keine andere Ethnie focussiert ihre Andersartigkeit so wie muslimischen Türken, getrieben durch ein extremes Nationalbewusstsein, nach dem Motto: „Ne mutlu Türkum dyene“ Welches Glück wird dem zuteil, der sagen kann „ich bin ein Türke“. Damit verblassen alle anderen Ethnien, und werden zur Unkenntlichkeit degradiert. Solche Einstellungen, in der Tiefe, findet man bei keiner andere Migrantengruppe und das macht das Zusammenleben so schwierig. Deshalb, in der Opferrolle, in der sich die Türken oder Muslime gerne sehen, entbehrt hier jeder Grundlage. Keine andere Migrantengruppe hat in diesem Umfang seine innenpolitischen Probleme nach Deutschland exportiert. Möglicherweise haben viele die Kurdenprobleme in den 80er vergessen. Dann die religiösen und politischen Gruppierungen wie die DITIB, Milli Görüs, die grauen Wölfe, die abgeschotteten Türkencafes (Spiehhöllen), u.v.a. die ein Affront gegen die hiesige Gesellschaft darstellen. Herr Kolat von der TGD hält eh nichts von Integration, sondern mehr von Partizipation, so wie der Koran das aufzeigt. Koran, Sure 33, Vers 27: »Und Allah hat euch zum Erbe gesetzt über ihr Land, ihre Wohnstätten und ihren Besitz, und auch ein Land, das ihr vorher nicht betreten hattet.«

  3. Mehmet sagt:

    Sieh mal einer an, unser Monopolit ist wieder da. Ihr Beitrag hört sich sehr nach „0815“ an, als ob jemand in einen Set von schon vorbereiteten Argumenten reingegriffen hätte… hier ein unseriöser Link, dort ein aus dem aus dem Zusammenhang rausgegriffenes Zitat… Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass hier jemand auf den Inhalt eingeht. 🙂

  4. Krause sagt:

    @Mehmet
    Was ist denn richtige Zusammenhang von Sure 33, Vers 27? Der Wortlaut ist ja eindeutig und entspricht auch der „Verfassungswirklichkeit“ des Islam in seinen ersten Jahrhunderten.



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